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Pot Limit Omaha (kurz: PLO) ist einer der actionreichsten Pokervarianten, die sich online auf den populären Pokerseiten als auch in immer mehr Card Casinos steigender Beliebtheit erfreut. Alle Einsteiger sollten sich zunächst mit den Omaha Spielregeln bekannt machen bevor sie diesen Artikel durchlesen, der sich auf das elementare Preflop-Spiel von PLO bezieht.
Einer der Besonderheiten von Omaha ist es, dass keine Hand ein großer Favorit über eine andere ist – erst recht nicht wenn noch weitere Hände in einem standardgemäßen Multiway-Pot involviert sind. Falls Sie also mal wieder A-A-K-K double-suited gedealt bekommen (was nur alle 50.000 Mal passiert) ist diese Hand z.B. nur ein 3:2 Favorit gegen 8-7-6-5 double-suited, d.h. in 40% aller Fälle würden Sie ein Headsup-Allin verlieren. Es stellt sich also die berechtigte Frage ob man mit guten Starthänden generell raisen oder nur limpen bzw. callen sollte.
Eine konservative Standard-Strategie ist es alle Asse (A-A-x-x) zu (re-)raisen und alle anderen Hände nur zu limpen/callen. Das Problem wäre aber, dass Sie dadurch zu durchschaubar und berechenbar werden und aufmerksame Mitspieler ihre starken Hände wegwerfen sowie kaum Fehler im Postflop-Spiel machen, bei einem Asse-Set bekommen Sie dann z.B. keine Auszahlung.
Alternativ können Sie jede gute Hand preflop nur limpen bzw. callen, was etwas besser ist als nur mit Assen zu raisen. Leider ist auch diese Strategie nicht optimal, da aufmerksame Gegner Sie dann gemäß Ihrer Standard-Aktion am Flop gut einschätzen können. Falls Sie preflop nie raisen bezahlen zudem andere Limper nicht genug um dem Flop zu sehen. Weiterhin wird man so auch keine uncontested Pots gewinnen können, was vor allem shorthanded ein Teil des Spiels sein kann.
Der Schlüssel im Pot Limit Omaha Preflop-Spiel ist es mit einer größeren Bandbreite an guten Starthänden zu open-raisen oder gelegentlich zu re-raisen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man wird unberechenbarer, gewinnt preflop mehr Pots, lässt andere Limper für Flops bezahlen, gibt sich selbst bessere Draw Odds und hat mehr Bluff-Möglichkeiten im Postflop-Spiel. Weiterhin bereitet diese Strategie – insofern angemessen gespielt - natürlich auch etwas mehr Spaß als eine konservative Spielweise.
Als Zwischenfazit kann also festgehalten werden, dass Sie aus einer etwas breiteren Range von ausbaufähigen Händen in etwa zu gleichen Teilen und abwechselnd gemixt limpen UND raisen sollten. D.h. der eigentliche Grund zu Raisen ist nicht unbedingt die überragende Qualität Ihrer Hand, sondern eher zufällige Umstände, die Aktion eines bestimmten Gegners, eine Gelegenheit weil zu viele gelimpt haben oder einfach: weil es mal wieder Zeit ist!
Als nächstes stellt sich die Frage welche Hände Sie potentiell raisen können? Eine gute Ausgangsbasis stellen zunächst die Top 30 Starthände dar, die Sie aber nur sehr selten gedealt bekommen (alle Hände müssen double-suited sein):
1.) |
A-A-K-K |
2.) |
A-A-J-T |
3.) |
A-A-Q-Q |
4.) |
A-A-J-J |
5.) |
A-A-T-T |
6.) |
A-A-9-9 |
7.) |
A-A-x-x |
8.) |
J-T-9-8 |
9.) |
K-K-Q-Q |
10.) |
K-K-J-J |
11.) |
K-Q-J-T |
12.) |
K-K-T-T |
13.) |
K-K-A-Q |
14.) |
K-K-A-J |
15.) |
K-K-A-T |
16.) |
K-K-Q-J |
17.) |
K-K-Q-T |
18.) |
K-K-J-T |
19.) |
Q-Q-J-J |
20.) |
Q-Q-T-T |
21.) |
Q-Q-A-K |
22.) |
Q-Q-A-J |
23.) |
Q-Q-A-T |
24.) |
Q-Q-K-J |
25.) |
Q-Q-K-T |
26.) |
Q-Q-J-T |
27.) |
Q-Q-J-9 |
28.) |
Q-Q-9-9 |
29.) |
J-J-T-T |
30.) |
J-J-T-9 |
Diese Starthände besitzen auch dann gutes Potential wenn sie nicht double-suited, also nur single-suited oder offsuite sind. Weiterhin können Sie noch K-K-x-x double-suited dazu nehmen. Damit hätten Sie die Range der möglichen Raise Hände schon mal um Einige erweitert.
Für einen möglichen Raise kommen auch 4 Karten in einer Reihe (double-suited und größer 5) in Frage, z.B. 5-6-7-8 und alle single- und double-suited A-K-x-x mit einer x-Karte Zehn oder höher, z.B. A-K-T-5. Darüber hinaus können auch double-suited Gap-Connectors wie z.B. K-Q-T-9, J-T-9-7 oder J-9-8-6 die Bandbreite erweitern.
Mit folgenden Typen von Händen sollten Sie eher nur limpen bzw. callen: A-Q-x-x mit einer Zehn oder höher und suited Ace, 4 Karten in einer Reihe größer 4, A-x-x-x mit suited Ace und mindestens 2 connected x-Karten und 4 Karten in einer Reihe größer 5 mit einem unteren Gap.
Zu guter letzt noch ein Hinweis auf gefährliche Trap Hands, die bei PLO sehr teuer werden können wenn man nicht rechtzeitig folden kann. Bei folgenden drei Typen von Starthänden sollten Sie vor allem im Full Ring sehr zurückhaltend sein:
Fazit: Mit dieser flexiblen Raising-Strategie sollten Sie in der Lage sein Ihrem Preflop-Spiel bei Pot Limit Omaha die notwendige Unberechenbarkeit zu geben und dadurch ein profitableres Postflop-Spiel zu provozieren. Achten Sie jedoch darauf auch mal vermeintlich gute Starthände gezielt zu folden, wenn der konservative Nebenmann z.B. seine Asse re-raist und Sie auf Q-Q-T-T double-suited schauen, dann wäre nämlich eine Rundown Hand wie z.B. 9-8-7-6 offsuite die bessere Waffe im Arsenal.
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