Der genaue Ursprung des Pokerspiels ist umstritten und nicht genau nachvollziehbar, wahrscheinlich hat es das Licht dieser Welt durch Einflüsse mehrerer anderer Kartenspiele erblickt. Die populärste These ist, dass es um 900 nach Christi von den Chinesen erfunden wurde und vom chinesischen Domino abgeleitet wurde. Der Kaiser Mu-tsung soll an Silvester 969 mit seiner Frau zum ersten Mal „Domino-Karten“ gespielt haben.
Eine andere Erklärung für das Wort Poker kommt von dem umgangssprachlichen Ausdruck „poke“ aus der Unterwelt der Taschendiebe. Die früheren Kartenbetrüger sollen sich in 20-Blatt-Kartenspielen mit dem Codewort „poker“ signalisiert haben, dass einem Dritten nun das Geld „aus der Tasche“ gezogen wird. Einige wenige behaupten auch, dass „poke“ aus der Welt der Magier und dem Ausdruck „hocus-pocus“ kommt.
Das Kartenspielen an sich verbreitete sich durch diverse Handelsrouten weltweit, ausgehend von Ägypten erreichte es im 14ten Jahrhundert auch Italien und Spanien. Zu dieser Zeit hatten viele Kartenspiele noch 20 Karten. Das Tarot-Spiel wurde auf Basis dieser kreiert, zusätzlich kamen aber noch 22 Trumpfkarten hinzu. Die Farben waren die gleichen, welche auch die italienischen und spanischen Kartenspiele benutzt haben: Schwert, Keule, Tasse und Münze. Sie wurden lateinische Farben genannt. Die ersten englischen Kartenspiele hatten ebenfalls lateinische Farben, allmählich wurden aber die heute bekannten Farben Spaten, Keule/Kreuz, Herzen und Diamanten adaptiert, die die Franzosen schon 1480 eingeführt hatten.
Nach 1830 ist das 52-Blatt-Kartenspiel zum Standard geworden und allgemeingültige Pokerregeln wurden schriftlich in Büchern festgehalten. Das Pokerspiel eroberte den Westen im Eiltempo und hat in den Saloons Faro als das beliebteste Kartenspiel abgelöst, unter anderen auch begünstigt durch die Möglichkeit des schnellen Reichtums und der Betrugsmöglichkeiten. Es schien so als ob Westernlegenden, Saloons, Revolver und Poker einfach zusammengehören würden.
Im Jahre 1910 deklarierte Nevada Pokerähnliche Spiele als Kapitalverbrechen. Der Generalstaatsanwalt von Californien urteilte jedoch, dass Draw Poker ein Geschicklichkeitsspiel sei und Glücksspielgesetze es nicht stoppen könnten. Dagegen wurde Stud Poker als Glücksspiel und somit als illegal deklariert, was den folgenden Siegeszug von Draw Poker begünstigt hat. 1931 revidierte Nevada jedoch seine Meinung und wurde daraufhin bis 1978 der einzige Staat in dem Glücksspiel erlaubt war, bis schließlich Atlantic City hinzugekommen ist.
2001 hatte Steven Lipscomb zusammen mit Mike Sexton und Linda Johnson die Idee eine Weltliga zu gründen, die World Poker Tour. Doch erst 2003, als die WPT einen großen Deal mit dem TV-Sender Travel Channel eingegangen ist, wurde Poker im TV populär, obwohl der Sender ESPN schon jahrelang vorher die WSOP übertragen hatte. Doch erst das neue TV-Format und Innovationen wie die HoleCard-Kamera verhalf Texas Hold’em zu seinem Durchbruch als Sportevent von breitem Interesse.
Mittlerweile finden rund um den Globus und zu jeder Tag- und Nachtzeit Poker-Turniere und Cash-Games in den verschiedensten Varianten statt. Beschleunigt wird dieser Trend durch den anhaltenden Boom von Internet-Poker - die vielleicht beste Erfindung seit dem Internet selbst. Poker, insbesondere Texas Hold’em, ist momentan dabei unsterblich zu werden - dieses großartige Spiel erhält nun endlich den Respekt, den es verdient hat!
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