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Nicht wenige Spieler denken, dass die Strategie für Internetpoker und Livepoker die gleiche ist, denn in beiden Formen erhält man zwei Startkarten, es gibt fünf Gemeinschaftskarten und die Anzahl der Spieler ist meistens auch ungefähr die gleiche. Jedoch gibt es Faktoren durch die sich die beiden Pokerformen gravierend voneinander unterscheiden.
Zunächst einmal kann man beim Internetpoker dem Gegner nicht ins Gesicht gucken, wodurch man sonst seine Reaktion auf die Karten und das Setzverhalten analysieren kann – folgerichtig kann man ihm auch sein eigenes Pokerface nicht zeigen. Für viele Spieler geht dadurch der psychologische Aspekt von Poker etwas verloren. Doch das sind nicht die einzigen Unterschiede zwischen Internetpoker und Livepoker.
Es gibt vier Charakteristika, die einen Unterschied zwischen den beiden Pokerformen ausmachen.
Schlechtere Spieler:
Ein großer Unterschied ist die Qualität der Spieler, die Sie an den Tischen vorfinden. Viele Pokerräume haben ein großes Online-Casino im Rücken, aus dem die zukünftigen Pokerspieler rekrutiert werden. Dadurch tummeln sich beim Internetpoker viele Zocker an den Pokertischen, die nur darauf warten mit einer mittelmäßigen Hand All-In zu gehen oder bei jeglicher Wette bis zum River mitgehen. Sie verstehen nicht all zu viel von Poker, wollen einfach ihr Glück versuchen und sich in den Mittelpunkt des Tischs stellen. Von ihren Casino-Glücksspielen kennen sie das Gefühl der Hoffnung und sie lieben es. Wer sich jedoch beim Livepoker an einen Tisch setzt, der weiß worauf er sich einlässt und was ihn erwartet. Die Spielstärke des ganzen Tisches ist im Schnitt also meistens um einiges höher.
Hohe Fluktuation:
Ein weiterer großer Unterschied ist die hohe Fluktuation an den Tischen. Internetpoker gibt Ihnen die Möglichkeit sich auf mehrere Wartelisten zu setzen, von Tisch zu Tisch zu springen und so nur wenige Minuten zu spielen. Beim Livepoker sitzt man dagegen in der Regel mehrere Stunden mit denselben Leuten an einem Tisch. Doch wie können Sie beim Internetpoker nun davon profitieren?
Da die meisten Spieler nicht so lange mit Ihnen spielen werden um Ihr Spiel genauer zu analysieren, können Sie mehr „geradeaus“ spielen. Sie müssen Ihr Spiel, im Gegensatz zum Livepoker, also weniger verschleiern.
Falls Sie gegen bekannte Gegner spielen, sollten Sie ihr Spiel aber etwas diversifizieren, Tricks anwenden und unerwartete Züge in petto haben. Gegen neue Spieler können Sie Ihre Hand ihrem Wert entsprechend spielen ohne sich groß Gedanken machen zu müssen, entsprechend sollte man aber auch Re-Raises von neuen Gegnern. respektieren.
Virtuelle Umgebung:
Wie schon in der Einleitung kurz angesprochen, kann man im Internet seinem Gegner nicht in die Augen schauen. Da diese psychologische Komponente im Internet wegfällt wird versucht mehr zu bluffen und den Gegner auszuspielen. Die Schmach, dem Gegner nach einem missglückten Bluff in die Augen zu schauen, entfällt beim Internetpoker.
Im Internet wird auch mehr geblufft, weil der Bluff nur einen Mausklick entfernt ist. Die Barriere sein Geld zu setzen ist somit viel kleiner als das Zurechtrücken aller Chips beim Livepoker. Manche Spieler realisieren auch gar nicht mehr richtig, dass sie mit echtem Geld spielen, denn es sind ja nur Zahlen auf dem Bildschirm die größer oder kleiner werden. Dies ist auch ein Grund dafür, wieso im Internet mehr gezockt wird als beim Livepoker.
Natürlich kann man jetzt nicht davon ausgehen, dass im Internet nur geblufft wird. Aber man sollte immer den Bluff im Hinterkopf haben, gerade bei Spielern, die vorher schon durch den einen oder anderen Bluff aufgefallen sind. Auch sollte man selber versuchen weniger zu bluffen, da die Gegner in der Regel im Internet eher und auch höhere Beträge mit mittelmäßigen Händen mitgehen als beim Livepoker.
Ablenkungen:
Ein weiter wichtiger Unterschied ist die Ablenkung der Spieler beim Internetpoker. Viele Spieler spielen an mehreren Tische gleichzeitig, schauen TV, schreiben E-Mail oder telefonieren während sie Poker spielen. Durch diese ganzen Ablenkungen werden die Spieler unaufmerksam. Dies ist auch ein Grund dafür, wieso man im Internet geradliniger spielen kann.
Bei der Anwendung von Tricks und unerwarteten Zügen sollte man, vor allem bei schwachen und mittelmäßigen Gegnern, vorsichtig sein, da diese nicht in der Lage sind derartiges zu „verstehen“.
Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beim Internetpoker das Tisch-Image nicht so wichtig ist wie beim Livepoker. Der durchschnittliche Spieler ist oft zu sehr abgelenkt oder achtet nur auf seine Karten, während die schwächeren Spieler die Tricks und unerwarteten Züge nicht erkennen bzw. verstehen, die man braucht um das richtige Image aufzubauen. Insgesamt sollte man also geradliniger spielen und sich nur bei guten Gegnern aus seiner Trickkiste bedienen.
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