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In den niedrigen Blindphasen ist das Beobachten und Einschätzen der Gegner ein wichtiger Faktor. Regs (Regulars oder auch Grinder genannt) werden zu 90-95% ihre Hände preflop folden. Anfänger oder Hobbyspieler hingegen werden eine wesentliche weitere Bandbreite an Händen spielen. Hier die Profis von den Amateuren zu unterscheiden kann im späteren Spielverlauf eine entscheidende Rolle spielen.
Gerade in der frühen Phase ist es extrem wichtig sein Spiel auf Monsterhände zu beschränken, man sollte hier das eigene Risiko bzw. den VPIP möglichst minimieren. Folden Sie jedes halbstarke Blatt (z.B. KJ oder QT) – vor allem aus früher Position - und vermeiden Sie Calls nach einem Raise unabhängig von Ihrer Position. Entweder reraisen Sie mit einer Monsterhand (AK oder Paar ab QQ) oder Sie folden ihr Blatt (z.B. AJ). Ist der Tisch tight und die Spieler einschätzbar können sogenannte Big-Pot Hände (kleine Paare, Suited Connectors usw.) aus später Position auf Grund der Implied Odds gelimpt werden.
Das Hauptanliegen in den frühen Blindphasen muss es sein, den eigenen Stack zu schützen. Durch tightes Spiel haben die Gegner zum einen mehr Respekt vor einem Raise in der mittleren Blindphase und zum anderen eliminieren sich die Gegenspieler teilweise bereits in der frühen Phase.
Je nach Variante (Turbo oder normal) und Pokerroom tritt im Blindlevel 25/50 bereits eine kleine Ante in Kraft. Dadurch ist die Möglichkeit vorhanden den ein oder anderen Steal zu machen. Ab 50/100 wird das Aufrechterhalten des eigenen Stacks extrem wichtig. Durch die Beobachtung der Gegenspieler in der frühen Blindphase ist man jetzt in der Lage in Kombination mit einer guten Position die Blinds zu stehlen (Hand irrelevant) oder Resteals (am besten „sichere“ Live-Cards (also kein Baby Ace oder Facecards) zu machen. Dies sollte man allerdings nur auf die Medium Stacks und die tighten Spieler am Tisch beschränken – also jene Spieler die noch folden können.
Wollen Sie einen Raise preflop nur callen sollten Sie sich überlegen, wie wahrscheinlich es ist, dass der Gegner nach einem Reraise direkt foldet. Dabei sind folgende Dinge in die Überlegung mit einzubeziehen: Das bisherige Verhalten des Gegenspielers, seine Position und sein ungefährer Range für Raises und Calls. Wenn die eigene Hand nicht gut genug für ein All-In Reraise ist sollte man nicht auf Teufel komm raus den Flop sehen, der einen dann den gesamten Stack kosten könnte.
In der mittleren Phase ist die Größe des eigenen Stacks besonders dann zu beachten, wenn bereits drei Spieler am Tisch ausgeschieden sind. Es gilt des Weiteren zu bedenken, dass ein Shortstack auch ohne eine Premiumhand alles oder nichts spielen wird (sprich All-In). Als Chip Leader am Tisch können Sie so den ein oder anderen Shortstack eliminieren, als Average Stack sollten sie es aber vermeiden gegen einen Shortstack Pot Commited zu sein, höchstens Sie haben eine gute Calling Hand. Für eine geringe Auszahlung den eigenen halben Stack zu riskieren und dadurch unter Average zu fallen ist es das Risiko auf jeden Fall nicht wert.
Sind nur noch 6 der 10 Spieler übrig sprechen wir von der sogenannten Bubble, man sagt der nächste Spieler der ausscheidet und somit nichts gewinnt ist der Bubble Boy. Rein theoretisch betrachtet hätte bei den angesprochenen 6 Spielern jeder eine Anrecht von 16,66% (100/6=16,66) auf den Preispool, das wären bei einen $10 DON also $16.66. Allerdings würde der Sieg bei einem All-In in dieser Situation den Prozentsatz gerade mal auf 20%, sprich $20 anheben, da der Preispool ja unter den letzen 5 Spielern gleich verteilt wird. Man riskiert also 16,66 US$, die einem theoretisch zustehen, für lediglich weitere $3,34. Dieser Umstand sollte das eigene Spiel auf der Bubble entsprechend in tighter Richtung beeinflussen.
Callen Sie kein All-In in der späten Phase des Spiels, sofern man nicht gerade AA, KK oder einen verhältnismäßig großen oder besonders kleinen Stack hat. Das gilt auch für Situationen, bei denen ein Call eines kleineren Raises entweder einen selbst oder einen Gegner potcommited.
In der späten Phase des Turniers sind die Blinds so hoch, dass ein gelegentlicher All-In Push um die Blinds zu stehlen eine gute Strategie ist. Natürlich besteht immer die Gefahr, gecallt zu werden und dann auch zu verlieren. Von daher ist es immens wichtig sich bereits zu Beginn des Turniers ein Bild über die Gegner zu machen. Spielt man mit einen Tracker, kann hier die ein oder andere Notiz über den Gegner die All-In Entscheidung beeinflussen, denn ein solch riskanter Spielzug funktioniert meist nur mit ausreichender Kenntnis über die Spielweise des Gegners und einem eigenen tighten Image am Tisch (Tischwechsel beachten).
An einem aggressiven Tisch mit nur noch 6 Spielern kann Folden die beste Strategie sein, da hier die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass 2 Spieler bald All-In gehen und einer eliminiert wird. Folden sollte die Standardstrategie sein, wenn man in der späten Phase auf einem der vorderen Plätze liegt und von daher über einen hohen und gut spielbaren Stack verfügt.
Das Pokerspiel ist ein Abstimmen des eigenen Spiels auf spezielle Situationen und auf den Gegner. Profit erzielt man bei den Double or Nothing SNGs dadurch, dass man sich die Spielstruktur und die Dynamik auf der Bubble verinnerlicht. Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass ein Folden von AK in einer schwierigen und riskanten Situation die richtige Entscheidung sein kann, auch wenn der Gegner mit Any Two pusht. Wenn man versteht, warum dies richtig sein kann und man sein Spiel entsprechend darauf einstellt, können die Double or Nothing SNG`s sehr gewinnbringend sein.
Untenstehend sehen Sie zwei ROI Tabellen (ROI = Return on Investment) am Beispiel der PokerStars Double or Nothing SNG´s für Turbo und Regular DONs.
Wenn Sie bei Turbo DONs z.B. eine ITM-Quote von 70% haben können Sie mit einem ROI von 35% rechnen - Sie brauchen allerdings 52% um zumindest Break Even zu spielen. Aufgrund der höheren Turniergebühr bei Regular DONs fallen die Zahlen hier etwas unvorteilhafter für den Spieler aus und Sie benötigen z.B. 54% um langfristig Break Even zu sein.
ITM | ROI |
| 80% | 35% |
| 69% | 33% |
| 68% | 31% |
| 67% | 29% |
| 66% | 27% |
| 65% | 25% |
| 64% | 23% |
| 63% | 21% |
| 62% | 19% |
| 61% | 17% |
| 60% | 15% |
| 59% | 13% |
| 58% | 12% |
| 57% | 10% |
| 56% | 8% |
| 55% | 6% |
| 54% | 4% |
| 53% | 2% |
| 52% | break even |
ITM | ROI |
| 70% | 30% |
| 69% | 28% |
| 68% | 26% |
| 67% | 24% |
| 66% | 22% |
| 65% | 20% |
| 64% | 19% |
| 63% | 17% |
| 62% | 15% |
| 61% | 13% |
| 60% | 11% |
| 59% | 9% |
| 58% | 7% |
| 57% | 6% |
| 56% | 4% |
| 55% | 2% |
| 54% | break even |
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