Double or Nothing Sit&Go Turniere (DONs)

Die richtige Strategie bei den DONs


Double or Nothing Sitand Go Turniere, auch DONs genannt, sind eine noch relative neue Spielvariante der Sit`n Go-Turniere. Diese Turniervariante hat sich in den letzten Monaten stark wachsender Beliebtheit erfreut. Das Spielprinzip ist relativ simpel: Die Hälfte der Teilnehmer erhält das Doppelte des Buy-Ins zurück, während der Rest leer ausgeht. Spielt man z.B. auf Titan Poker ein 10 Mann DON mit einem Buy-In von $5+0.50, erhalten die ersten 5 Spieler jeweils $10 Siegprämie als Gewinn ausgezahlt.


Folgerichtig unterscheidet sich die Spielstrategie für die DONs auch wesentlich von der normalen Sit`n Go-Strategie. Die Bubble-Phase bietet eine besondere Dramatik, hier geht es um Alles oder Nichts bzw. DOUBLE OR NOTHING. Der Nächste der fliegt wird gar nichts gewinnen, während sich der Einsatz der restlichen Spieler verdoppelt (vor Abzug der Turnier-Gebühren).


Daher ist es bei den DONs ähnlich wie bei MTT Qualifiern absolut irrelevant Erster oder Zweiter zu werden. Einzig und allein das Erreichen der Geldränge zählt, da jeder Platz mit dem gleichen Betrag ausgezahlt wird. Das macht den besonderen Reiz dieser Sit`n Go-Art aus.


Wir stellen euch hierzu einige Strategien und Ideen vor, die euch das Erreichen der Preisgeldränge erleichtern werden:


Die aggressive Spielweise


Im Gegensatz zu der unten vorgestellten tighten Spielweise ist die aggressive Spielart eher die Ausnahme bei den DONs. Selten trifft man auf Spieler die von Beginn an Druck machen und viele Hände spielen. Sollten Sie allerdings früh aufdoppeln können haben Sie eine sehr gute Ausgangsposition und können sich erstmal zurücklehnen sowie dabei zu sehen wie sich die restlichen Spieler nach und nach verabschieden.


Zu sehr kann man sich allerdings nicht darauf verlassen, dass ein einmaliges Aufdoppeln ausreicht. Von daher sollten Sie auch weiterhin ein genaues Auge auf Ihren Tisch werfen, um Ihr Spiel der jeweiligen Situation anpassen zu können.


Hier ein Beispiel für einen eher aggressiven Spielzug: Ein Spieler limpt in Early Position während Sie im Cut-Off mit 76 suited sitzen. Alle anderen folden und Sie machen einen Potsize-Raise, der Limper bezahlt. Der Flop kommt A54 Rainbow und der Limper checkt, eine Conti-Bet über ¾ des Pots sollte den Gegner hier direkt zum folden bewegen.


Das sollte jedoch nur ein Beispiel sein wie die aggressive Variante gegenüber der tighten Spielweise aussehen kann - ein tighter konservativer Spieler würde z.B. nicht mit 76s raisen. Auch als loose aggressiver Spieler sollten Sie allerdings keine Hände wie J3 oder Q6 spielen, sondern eher ausbaufähige Hände wie Suited Connectors (z.B. T9 oder 65), 1-Gap Connectors (z.B. T8 oder 75) oder Multiway-Hände wie A3s und K9s.


Ihr Ziel ist es günstig einen Flop zu sehen und ihre Treffer oder Draws dann aggressiv zu spielen um den Pot möglichst frühzeitig zu gewinnen. Vor allen Dingen die Pots in denen kein Spieler etwas hat oder nur ein schwaches Mid Pair unterwegs ist sollten mit Smallball-Poker gewonnen werden. Bei dieser Spielweise, die in erster Linie für fortgeschrittene Spieler geeignet ist, gilt daher umso mehr: Play the player, not your cards!


Die tighte Spielweise


Die tighte und passive Spielweise ist unter den DON Spielern am meisten verbreitet. Es werden lediglich die besten Premium-Hände aggressiv gespielt und nebenbei wird darauf gewartet, dass sich ein Spieler nach dem Anderen verabschiedet. Hierbei besteht offensichtlich die Gefahr dass man zum Ende des Turniers runter geblindet wird, vor allem wenn man an einem ultra tighten Tisch ohne „Kunden“ sitzt. Wenn Sie hier shortstacked sein sollten, müssen Sie ihre Starthand-Bedingungen senken und einige Coinflop-Situationen suchen bei der Sie möglicherweise noch etwas Fold Equity besitzen.


Die tighte Spielweise kann zudem auch zu der Problematik führen, dass die Big Stacks später starken Druck ausüben und man zu guter Letzt gezwungen wird auch mit einem weniger guten Blatt ein All-in eines Big Stacks zu callen. Dem sollten Sie entgegen wirken und nicht nur die absoluten Top-Hände spielen, sondern später auch versuchen mit halbstarken Händen die Blinds stehlen. Allerdings sollten Sie dabei nicht zu viele Chips committen, sondern eher im 2,5 bis 3fachen Bereich des Big Blinds raisen. Das sollte ausreichen um die Blinds zu stehlen, da Sie sich zuvor ein tightes Image aufgebaut haben und bei einem Reraise auch noch folden können. Selbstverständlich raisen Sie Ihre Top-Hände ebenfalls in der gleichen Höhe, hierbei hoffen Sie allerdings auf einen Reraise.


Wartet man nur auf die Tophände wie AA, KK, QQ oder AK wird man mit großer Wahrscheinlichkeit kurz vor der Bubble ausscheiden ohne eine einzige Hand gespielt zu haben. Die aufmerksamen Gegner werden sich zudem von Ihnen fernhalten, letzten Endes ist es aber essentiell mit diesen Händen auch abbezahlt zu werden. Daher sollten Sie in der richtigen Situation (das Tablefeeling kann hier eine wichtige Rolle spielen) auch mal looser spielen oder einen aggressiven Spielzug einstreuen, damit Sie mittelfristig unberechenbar bleiben und mit Ihren Top-Händen (später) eher abbezahlt werden.


Fazit


Die beiden oben genannten Varianten haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile, wobei die tighte Spielweise zumindest den Anfängern zu empfehlen ist, da sie als Longball-Ansatz einfacher zu Spielen ist. Fortgeschrittene Spieler sollten situationsspezifisch vorgehen und in das allgemein tighte Spiel loose aggressive Spielzüge einstreuen um mit Smallball-Poker Chips aufzubauen. Am Anfang des Turniers ist es wichtig das Verhalten der anderen Spieler genau zu beobachten und bei ersten Showdowns ggf. auch Notizen zu machen. Falls der Tisch auffällig tight sein sollte können Sie schon zu Beginn Ihre Starthand-Bedingungen senken und durch eine aggressive Spielweise versuchen die Gegner frühzeitig auszustechen.


(Im nächsten Artikel betrachten wir die Spielweise bei der Anfangs- und Endphase der Double or Nothing SNGs.)

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