Verfasst am: Fr Apr 11, 2008 0:31 |
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Dieses Spiel trieb Oliver Kahn Tränen in die Augen
Es war ein Jahrhundertspiel: Fünf Minuten vor dem Ende der Verlängerung lag der FC Bayern aussichtslos 1:3 zurück. Ein unfassbarer Fehler des Getafe-Torwarts brachte die Münchner wieder ins Spiel. In der letzten Minute stürmte sogar Oliver Kahn mit nach vorn, Luca Toni köpfte den FCB ins Halbfinale.
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Bayerns Schicksal schien besiegelt
Das langsame Passspiel der Gäste erleichterte Getafe die Verteidigung. Dem Favoriten fiel nichts ein, Ze Roberto war müde und Ribery nicht in Form. So sollten hohe Flankenbälle in Richtung Toni, bester Torschütze der laufenden Uefa-Cup-Saison, den Ausgleich bringen, die beste Chancen hatte allerdings, im Rücken des Italieners, Klose per Kopf (56.) und mit einem Dropkick (63.). Doch der einstige Goalgetter ist ein Schatten seiner selbst.
In der 68. Minute schien das Schicksal der FC Bayern besiegelt zu sein. Der eingewechselte Braulio lief allein auf Kahn zu, umkurvte den 38-jährigen Schlussmann und – rutschte aus. Getafes Fans erstarb der Torschrei auf den Lippen. Doch es ging – frei nach Oliver Kahn - weiter, immer weiter. Und auch ein tölpelhaftes Missverständnis in der 87. Minute zwischen Kahn und Demichelis geriet dem Bundesliga-Tabellenführer nicht zum Verhängnis, weil Gavilan und Braulio die Chance vergaben.
Ribery schießt Bayern in die Verlängerung
Als die Bayern quasi schon ausgeschieden waren, traf Ribery zum 1:1. Vorausgegangen war, wieder einmal, eine hohe Flanke, Toni kam mit dem Kopf an den Ball, irgendwie landete der dann bei dem Franzosen, der mit einem erfolgreichen Volleyschuss in der 89. Minute seine Mannschaft in die Verlängerung rettete. Getafes Trainer Laudrup lächelte nur.
Wer gedacht hätte, jetzt würden die 85 Minuten lang in Unterzahl kämpfenden „Azulones“, die Blaumänner, schlapp machen, sah sich schwer getäuscht. Mit dem ersten Schuss der Verlängerung erzielte Javier Casquero das 2:1 (91.), in der 93. Minute rutschte Lucio am eigenen Fünfmeterraum aus, und Braulio erhöhte auf 3:1. Auch beim dritten Schuss auf sein Tor war Kahn machtlos, dessen internationale Karriere im Hinterhof des Europapokals unrühmlich zu Ende zu gehen schien.
Doch es ging weiter, immer weiter: Abbondanzieri, früherer Nationaltorwart Argentiniens, leistete sich in der 115. Minute einen unfassbaren Fehler, als er den Ball aus den Händen rutschen ließ und Toni für die Bayern auf 2:3 verkürzte. Als die 120. Minute anbrach, stürmte Torwart Kahn nach vorn. Es war der Mut der Verzweiflung, der eingewechselte Jose Ernesto Sosa flankte den Ball in den Strafraum, Toni sprang hoch und erzielte den mit einem Kopfball-Aufsetzer das nicht mehr für möglich gehaltene 3:3, das den Einzug ins Uefa-Cup-Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg (24. April und 1. Mai) bedeutete.
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