Wettbetrug im Tennis - Auch Clement bestätigt Offerte
Die Enthüllungen um vermeintliche Wettmanipulationen auf der Tennistour reißen nicht ab: Nach der Offenbarung des Briten Andy Murray, auf der Tour "weiß jeder", dass es Korruption gibt, hat nun auch Arnaud Clement zugegeben, ein finanzielles Angebot für eine absichtliche Niederlage bekommen zu haben.
Das erklärte der französische Profi nach seiner Erstrunden-Niederlage beim Masters-Series-Turnier in Paris. Clement betonte jedoch, er habe "nicht eine Sekunde gezögert und das Angebot abgelehnt". Näher wollte der Australian-Open-Finalist von 2001 nicht auf den Zwischenfall eingehen, weil er Konsequenzen befürchtet. "Es ist mir passiert, aber ich sage nicht, wo und unter welchen Umständen", sagte der 29 Jahre alte Clement, "so ein Angebot anzunehmen würde bedeuten, man betrügt den Sport."
"Ernsthaftes Problem"
Clements Aussage passt zu den jüngsten Meldungen, nach denen Wettbetrüger auch bei den Grand-Slam-Turnieren Manipulationsversuche unternommen haben sollen. "Wir sehen dies als ernsthaftes Problem an", bestätigte Christian Bimes, der Präsident des französischen Tennisverbandes, "wir müssen sofort handeln und genauso hart durchgreifen wie beim Doping."
Vertreter der Spielergewerkschaften ATP und WTA, des Weltverbandes ITF und der Organisatoren der Grand-Slam-Turniere haben sich bereits zusammengesetzt und denken sogar über die Gründung einer Kommission zur Bekämpfung von Korruption und Wettbetrug nach.
Kontrollen in Paris
Bei der Veranstaltung in Paris beobachtet der französische Wettanbieter Francais des Jeux (FdJ) erstmals ganz besonders intensiv die Wettaktivitäten und überwacht Wettmuster von vier nationalen Lottogesellschaften aus Schweden, Dänemark, Slowenien und der Schweiz.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Top-10-Spieler so ein Angebot annimmt, aber es ist auch schwer vorstellbar, dass Menschen zu Turnieren gehen und solche Angebote überhaupt machen", meinte Clement, der einräumte, dass Spieler in finanziellen Schwierigkeiten durchaus anfällig sein könnten für verbotene, finanzielle Verlockungen.
Dawidenko im Zwielicht
Beim ATP-Turnier im August im polnischen Sopot waren bei einem britischen Wettanbieter auf den Ausgang der Partie zwischen dem Russen Nikolaj Dawidenko und dem Argentinier Martin Vassallo Arguello auffällig hohe Summen gesetzt worden. Dawidenko, der das Spiel vorzeitig aufgegeben hatte, wies jegliche Manipulations-Verdächtigungen von sich und beteuerte stets seine Unschuld.
Beim Turnier in der vergangenen Woche in St. Petersburg wurde er von der Spielervereinigung ATP wegen mangelnden Engagements in seiner Begegnung gegen den Kroaten Marin Cilic mit einer Geldstrafe von 2.000 Dollar belegt.
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Verfasst am: Di Okt 30, 2007 19:28
Also,so ein Blödsinn
Wenn das irgendwelche Spieler machen, dann nicht die TOP 10 Leute, da sie ja Millionen verdienen,und so was echt keiner nötig hat, vor allem Dawidenko nicht.
Vlt solche Spieler wie Clement oder so, die in der zweiten Reihe sitzen und nie vorne zu finden sein werden, dazu versucht er ja auch noch die Schatten auf andere abzuwerfen.
Deutsche Profis sollen in Wettskandal verwickelt sein
Auch deutsche Profis sollen in den möglichen Wettskandal im Welttennis verwickelt sein. Das behauptet laut WDR ein namentlich nicht bekannter deutscher Top-Spieler in einem Beitrag der Sendung "sport inside". Der als Insider bezeichnete Akteur wird sich am Montag freilich nicht zu erkennen geben, wie ein Sprecher der WDR-Redaktion erklärte. In dem Gespräch, als Kurzfassung am Sonntag in der ARD-Sportschau, behauptet der anonyme Zeuge, der auch an ATP-Turnieren teilgenommen haben soll, dass aktive Tennisspieler bei internationalen Turnieren in der "Players Lounge" ungehindert Tenniswetten vorgenommen hätten. Der Weltverband verbietet dies unter Androhung einer Sperre auf Lebenszeit.
Thomas Haas verlangt Namen
"Ich halte das leider sehr wohl für möglich", sagte Thomas Haas dazu, der sich allerdings nicht weiter an der Diskussion beteiligen kann und will: "Mich hat noch nie jemand angesprochen, ich hätte denjenigen auch sofort enttarnt. Nur schonungslose Offenheit kann Licht in diesen Sumpf bringen." Die deutsche Nummer forderte: "Es wird Zeit, dass endlich Namen genannt werden. Jeden Tag kommt einer daher und erzählt irgendwas: Murray, Eschauer, Llodra, Clement, jetzt schon ein Anonymus. Ich sage denen: Werdet konkret, dann kann man auch was Konkretes unternehmen. Dieses ganze Geschwätz hilft uns nicht weiter."
"Gewisse Ergebnisse erstaunen"
Es sei allerdings schon manchmal so, sagte Haas, "dass einen gewisse Ergebnisse erstaunen. Was da zum Beispiel bei den French Open 2005 für Summen auf Mariano Puerta gesetzt wurden, da habe ich manchmal gedacht, das kann doch gar nicht sein. Dann steht der Puerta plötzlich im Finale gegen Nadal und verliert zwei Wochen später glatt gegen Lars Burgsmüller. Da denkst du dir schon deinen Teil." Immer mal wieder gebe es solche Situationen, in denen spekuliert werde: "Aber bewiesen hat man bisher noch keinem was, und damit das endlich mal passiert, müssen Namen auf den Tisch."
Vermutlich weniger bekannte Tennis-Profis
Nach Angaben des deutschen Spielers, der aus Angst vor Repressalien unerkannt bleiben will, sollen die Akteure mit den Wetten ein Vielfaches ihres Preisgeldes eingenommen haben. Das lässt den Schluss zu, dass es sich vermutlich um weniger bekannte Profis handelt. Von einem seiner Landsleute will er zudem während eines Turniers gebeten worden sein, für ihn als Strohmann zu agieren und eine fünfstellige Summe auf dessen Spiel zu setzen.
Man kann dem Spieler auf dem Platz nichts nachweisen
Im Zuge dieser Wettbetrügereien würden vor allem in den entscheidenden Sätzen Aufschlagspiele absichtlich verloren oder eine hohe Zahl an Doppelfehlern produziert. Auch das hält Haas für denkbar: "Du kannst wahrscheinlich verdammt viel Kohle beim Wetten gewinnen, und wer kann einem Spieler schon eindeutig nachweisen, dass er mit Absicht im letzten Satz plötzlich einbricht oder einen Doppelfehler nach dem anderen serviert. Das geht im Tennis leider nicht."
Patrik Kühnen reagiert skeptisch
Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen reagierte verhalten und skeptisch auf die angeblichen Enthüllungen. "Ich kann mir ganz ehrlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein deutscher Spieler in Wettmanipulationen verwickelt ist", sagte der 41-Jährige. Dennoch sei es ein "beunruhigendes Thema, das unseren Sport ernsthaft bedroht". Fakt sei aber auch, dass es nicht einen einzigen bewiesenen Fall gebe. Kühnen: "Die ATP hat ja ihre kompromisslose Haltung in der Sache mehrfach betont. Es geht um die moralische Einstellung der Spieler, von denen hoffentlich keiner für so was seine Karriere riskiert."
140 verdächtige Matches
ATP-Präsident Etienne de Villiers hat überführten Tätern eine sofortige lebenslange Sperre angedroht. Dem WDR liegt nach eigenen Angaben eine Liste von 140 verdächtigen Matches vor, die von der Spielerorganisation ATP derzeit geprüft werde. Auf der Liste, die von einem britischen Buchmacher und intimen Kenner der Szene erstellt worden sein soll, tauchten Spiele im Zeitraum zwischen dem 22. Juli 2002 und dem 21. September 2007 auf. Laut WDR sollen auch sieben deutsche Topspieler auf der Liste stehen, zwei von ihnen hätten die betreffenden Spiele verloren. Insgesamt würden 154 Spieler und 11 Spielerinnen benannt. In der Aufstellung würden auch 17 Grand Slam Matches in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York genannt.
Aufklärung gefordert
"Die ATP muss ganz drastisch an der Aufklärung dieser Sache arbeiten", sagte Haas: "Sie haben uns zwar schon im März in Key Biscayne drakonische Strafen angedroht, aber wirklich etwas getan haben sie nicht." Haas ist die ganze Thematik jedenfalls äußerst suspekt: "Schon der Gedanke daran, absichtlich ein Match zu verlieren, macht mir Angst. Ich käme mit meinem schlechten Gewissen überhaupt nicht klar."
Bewusst einkalkulierte Niederlagen
Der Tennis-Insider benenne überdies ein internationales Match, von dem in der Tennis-Szene bekannt sei, dass es manipuliert worden ist, und bei dem hohe Summen bei internationalen Wettbüros aus dem Umfeld der Spieler gesetzt worden seien. Spiele würden abgesprochen und Aufschlagspiele absichtlich verloren. Selbst bei Grand-Slam-Turnieren gäbe es bewusst einkalkulierte Niederlagen.
Europas Fußball droht ein neuer Wettskandal: Laut einer vertraulichen Liste stehen 26 Spiele in europäischen Fußball-Wettbewerben unter Manipulationsverdacht. Im Zentrum der Wettmafia stehen nach SPIEGEL-Informationen Betrüger aus Asien.
Hamburg - Dem SPIEGEL zufolge stehen auf der Uefa-Liste zwölf Qualifikationsspiele für den Uefa-Cup, acht UI-Cup-Spiele, drei Qualifikationsspiele für die Champions League, zwei Uefa-Cup-Spiele und ein Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft im kommenden Sommer.
5 der fraglichen Begegnungen fanden in der laufenden Saison statt, elf weitere wurden der Uefa von Wettüberwachern von Juli 2005 bis November 2006 gemeldet. Die überwältigende Mehrheit der Vereine, denen Manipulation unterstellt wird, kommt aus Ost- und Südosteuropa (unter anderen Bulgarien, Georgien, Serbien, Kroatien und dem Baltikum).
Die Uefa hat sich wegen des Betrugsverdachtes an die europäische Polizeibehörde Europol gewandt, weil der Verband die "Integrität unserer Wettbewerbe in Gefahr" sieht und mit den eigenen Sanktionsmöglichkeiten bei der Bekämpfung der Korruption an seine Grenzen stößt.
Laut SPIEGEL reisten Anfang November fünf Funktionäre in die Europol-Zentrale nach Den Haag und übergaben ein 96 Seiten umfassendes Dossier. Am Beispiel von vier Europapokal-Spielen aus diesem Sommer wird darin detailliert beschrieben, mit welchen Methoden Wettbetrüger die Ergebnisse manipuliert haben sollen.
Das Zentrum der Wettmafia sieht die Uefa in Asien. Anders als in Europa, wo Zocker sich häufig ausweisen müssen, die Einsätze vielerorts auf dreistellige Euro-Summen begrenzt sind und Hightech-Betriebe wie Betradar innerhalb weniger Sekunden verdächtige Quotenbewegungen feststellen und Alarm schlagen können, kennt die Wett-Szene in Fernost praktisch keine Beschränkungen. Ein Paradies für Betrüger.
Millionengewinne möglich
"Leute, die ein Spiel verschoben haben, können leicht ein bis zwei Millionen Euro pro Spiel setzen und einen Gewinn in etwa gleicher Höhe damit erzielen", heißt es in dem Dossier. "Bei bedeutenderen Turnieren kann die Summe ungleich höher sein."
Die Uefa hofft, dass Europol den Komplex Wettmanipulation im Profisport in die Octa aufnimmt, eine Bedrohungs- und Gefährdungsanalyse zur Organisierten Kriminalität. Sie wird jährlich erstellt und legt langfristig Prioritäten bei der internationalen Verbrechensbekämpfung fest. Bereits Anfang Oktober hatten Uefa-Vertreter beim Wiesbadener Bundeskriminalamt in der Abteilung Organisierte Kriminalität vorgesprochen.
Fußballwetten zur Geldwäsche
Damals ging es um einen engeren Austausch mit den Ermittlern. Die Europol-Beamten interessieren sich besonders für das Thema Geldwäsche. Es besteht kein Zweifel daran, dass Wettmanipulation der geradezu perfekte Weg ist, Einnahmen aus dem Drogenhandel, der Prostitution oder aus Waffengeschäften mühelos zu vervielfachen und ungehindert in Umlauf zu bringen.
Europas Fußball war in den den vergangenen Jahren immer wieder mit Wettbetrug konfrontiert worden. Im Sommer 2004 wurden drei italienische Fußballclubs mit Punktabzug und Geldstrafen belegt. In Deutschland mussten der Schiedsrichter Robert Hoyzer und der kroatische Wettpate Ante Sapina Ende 2005 ins Gefängnis, weil sie gemeinsam Spiele verschoben hatten. Im tschechischen Fußball wurden im Oktober dieses Jahres sieben Schiedsrichter und drei ehemalige Funktionäre verurteilt, weil sie ebenfalls Spiele manipuliert hatten. Insgesamt sind seit der Jahrtausendwende 20 Skandale offen gelegt worden.
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Wenn Verlierer die Gewinner sind
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Verfasst am: Do Jan 17, 2008 12:33
Wenn Verlierer die Gewinner sind
Wettskandale halten die Sportwelt in Atem, meist bleibt es aber nur beim Verdacht auf Spielabsprachen
Wien. Ein Gespenst geht um im Tennis-Zirkus. Zahlreiche Spieler berichten von mysteriösen Anrufen und unlauteren Angeboten. Und der Brite Andy Murray sagt sogar: "Jeder weiß, dass es passiert." Die Rede ist von Wettbetrug im Tennis, im weißen Sport, in dem es für die Top-Spieler Millionen zu verdienen gibt. Allerdings nur bei Siegen, normalerweise.
Auch die Franzosen Arnaud Clement und Michael Llodra wurden bereits von mutmaßlichen Betrügern angesprochen, ebenso die Brasilianer Flavio Saretta und Marcos Daniel sowie der Österreicher Werner Eschauer. "Es ist kein Gerücht", sagt der Niederösterreicher.
Es gibt die Aussagen einiger Tennisprofis, und es gibt einen konkreten Verdacht. Dieser richtet sich gegen den Russen Nikolaj Dawidenko, einen der besten Spieler weltweit. Im August 2007 hatte der in Österreich lebende Preisgeld-Millionär in Sopot gegen den Argentinier Martin Arguello den ersten Satz klar gewonnen. Dann gingen hohe Einsätze auf eine Niederlage des Russen ein, und tatsächlich: Dawidenko verlor den zweiten Satz und gab auf. Bewiesen ist nichts, Dawidenko dementiert jegliche Schuld.
Kurz vor Weihnachten hat dann die ATP drei italienische Spieler wegen illegaler Wetten gesperrt, darunter den Top-30-Spieler Potito Starace. Nicht wegen Betrugs. Starace hatte bei fünf Wetten insgesamt 90 Euro gesetzt, das ist Tennisspielern verboten.
Die Sensibilität der Verbände ist derzeit enorm, nicht nur im Tennis. Der Fußball wird schon seit Jahrzehnten immer wieder von Wettskandalen erschüttert. Doch bisher – soweit zumindest bekannt – waren es eher einzelne Täter, die in ihren jeweiligen Ländern Spiele geschoben haben.
Syndikate im Osten
Durch das Aufkommen der Sportwetten-Anbieter im Internet kann nun von überall für alles gewettet werden. In Asien und Südosteuropa werden große Syndikate vermutet, die systematisch Fußball- und eben auch Tennisspiele manipulieren.
Der europäische Fußball-Verband Uefa hegt nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" einen Manipulationsverdacht bei mindestens 15 Europacup-Partien in dieser Saison. Europol soll bereits ermitteln. Beweise finden sich meist nur schwer, in der Regel bleibt es bei Verdachtsmomenten.
Deutschland hat durch die Hoyzer-Affäre vor zwei Jahren den bisher schwersten Fall von Wettbetrug erlebt. Zumindest fünf Spiele, wohl aber noch deutlich mehr wurden von Schiedsrichter Robert Hoyzer manipuliert. Der eben nicht Unparteiische wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Außerdem läuft ein vom deutschen Fußballverband angestrebter Schadenersatzprozess, in dem es um 1,8 Millionen Euro geht. Ein Urteil wird für März erwartet.
Im vergangenen Jahr kam dann ein zweiter Betrugsskandal in Hessen ans Licht. Die meisten Spielabsprachen waren dort allerdings gescheitert. In diesem Fall, der auch seine Kreise nach Österreich zog, ist noch kein rechtskräftiges Urteil gesprochen.
In Albanien sorgte Anfang Dezember Ministerpräsident Sali Berisha für Aufregung. Nach dem Scheitern in der EM-Qualifikation bezeichnete der Politiker den Fußball-Verband als "Mafia-Organisation". Und Sportminister Ylli Pango beschuldigte den Verband, die Spiele gegen Weißrussland (2:4) und Rumänien (1:6) verkauft zu haben. Betrugsskandale gab es auch in Tschechien, der Türkei, Belgien und Italien.
Auch USA betroffen
Das Internet mit seinem breiten Wettangebot macht es Betrügern leicht, zu manipulieren. Es kann nicht nur auf Siege und Niederlagen, sondern auch auf Gelbe und Rote Karten oder auf die Anzahl der Elfmeter gesetzt werden. So braucht es nicht eine gesamte Mannschaft, häufig genügt schon ein einziger eingeweihter Spieler oder Schiedsrichter, um Wetten zu einem lukrativen Geschäft zu machen.
Auch in den USA sorgte im Vorjahr ein Wettbetrug für Aufregung. Der Basketball-Referee Tim Donaghy bekannte sich vor Gericht schuldig, zwei NBA-Partien manipuliert zu haben. Er drohte, andere Schiedsrichter zu nennen, die sich des selben Delikts schuldig gemacht hätten. Bisher blieb es bei der Drohung. Dennoch: In der NBA ist nichts mehr, wie es war.
Wissen: Sportwetten
(sir) Organisierte Sportwetten haben eine lange, über Jahrhunderte zurückgehende Tradition, vor allem in England. Dort dienten sie bei Pferderennen einerseits dazu, die Besucher zu unterhalten, andererseits finanzierte man dadurch auch die Rennen selbst. In Österreich fand 1926 erstmals ein Pferderennen statt.
Die Quoten wurden entweder durch Buchmacher zu festen Quoten angeboten oder mittels Totalisator bestimmt. Bei diesem Verfahren, das auch heute noch bei Pferderennen in Österreich üblich ist, wetten die Teilnehmer gegeneinander. Je mehr Wett ende auf einen bestimmten Ausgang setzen, desto geringer wird die Quote.
Auch beim Fußball dauerte es nicht lange, bis gewettet wurde. Ausgehend von England wurden Toto -Systeme in Europa installiert, Österreich folgte im Jahr 1949. Das Sport-Toto ist – bis heute – staatlich organisiert, Teile der Gewinne fließen an den Sport zurück.
Mittlerweile hat das Toto aber an Bedeutung verloren. Ein Hauptgrund dafür ist das Aufkommen der Fußball-Wetten von privaten Firmen zu fixen Quoten . Früher konnte man nur in speziellen Lokalen Wetten platzieren, heute gibt es eine Vielzahl von Anbietern im Internet.
Dabei werden bei dieser neuen Form gar keine fairen Wetten angeboten – zumindest im mathematischen Sinn. Denn der addierte Kehrwert der Quoten, also die Summe der Wahrscheinlichkeiten, liegt stets bei etwas mehr als 1. Was sich hinter dem Komma befindet, ist die langfristige Gewinnspanne der Unternehmen. Die meist aus Steueroasen agierenden Internet-Firmen können mit einer geringeren Gewinnspanne kalkulieren und dadurch bessere Quoten anbieten.
Die gestiegene Konkurrenz durch das Internet führte auch zu einem breiteren Angebot. Wetten kann man mittlerweile auf fast jede Sportart – von Futsal bis Darts.
Versteckt sich der Wettpate in Malaysia?
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Verfasst am: So Aug 31, 2008 20:33
Versteckt sich der Wettpate in Malaysia?
31. August 2008, 15:01 Uhr
Das Manipulationsnetz des in Deutschland schon einmal rechtskräftig verurteilten Wettpaten William Bee Wah Lim ist ebenso undurchsichtig wie seine Biografie. Seit Januar wird er wieder mit Haftbefehl gesucht, weil er gegen die Meldeauflagen der Polizei verstoßen hat.
Akkurat geschnittenes, leicht ergrautes Haar, Nadelstreifensakko. William Bee Wah Lim sieht aus wie ein ehrenwerter Repräsentant eines fernöstlichen Elektronikkonzerns. Tatsächlich ist der kleine Mann aus Malaysia eine große Nummer im internationalen Wettgeschäft. Ein professioneller Zocker, der bereits wegen „Verabredung zum gewerbs- und bandenmäßigen Betrug“ rechtskräftig verurteilt wurde.
Das Manipulationsnetz des Wettpaten ist ebenso undurchsichtig wie seine Biografie. Als er Anfang März 2006 nach dem Hinweis eines Spielers vom Regionalligaklub Eschborn und den anschließenden Ermittlungen festgenommen wurde, konnte seine Identität nicht zweifelsfrei geklärt werden. Lim gab sich als Witwer aus, der 1989 nach Deutschland gekommen war, gelernter Tischler sei und als Koch gearbeitet hatte, bevor er ein China-Restaurant geführt habe. Tatsächlich trat er auch unter den Namen Gan Soon Hong, Teo Seg Moa oder Limin Zhu auf. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden Ermittler drei Pässe mit unterschiedlichen Staatsbürgerschaften und Geburtsdaten.
Laut „Spiegel“ hat Lim 1992 bei der Spielbank Baden-Baden ein Depot mit 1,2 Millionen D-Mark angelegt und in der Folgezeit vor allem im Casino Bad Dürkheim im großen Stil Roulette gespielt. Parallel dazu verlegte er seine Aktivitäten immer stärker auf Sportwetten. Seine Wohnungen in Mainz, Baden-Baden und Bad Dürkheim rüstete er mit Computern und Bildschirmen aus. Von hier aus platzierte Lim seine Wetten und kommunizierte mit seinen Mittelmännern in Asien.
Für die Manipulationen in der Regionalliga und in Österreich wurde Lim zu zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt, aufgrund seines Geständnisses musste er aber nur die Hälfte absitzen und kam nach Zahlung einer Kaution von 40.000 Euro frei. Seit Januar wird er wieder mit Haftbefehl gesucht, weil er gegen die Meldeauflagen der Polizei verstoßen hat. Nach Aussagen eines Komplizen soll er heute in Malaysia leben, pleite sein und an Magenbluten leiden. Wetten sollte man darauf besser nicht.
Hamburg (dpa) - Die jüngsten Wett- und Manipulationsvorwürfe haben Fußball-Deutschland in Aufregung versetzt, doch der Auslöser der Debatte rudert zurück.
Der kanadische Buchautor Declan Hill relativierte die in Medien transportierten Behauptungen über einen möglichen neuen Wettskandal im Profi-Fußball. «Ich habe nie gesagt, Bundesliga- oder WM-Spiele seien manipuliert worden», erklärte Hill bei der Präsentation seines Buches «Sichere Siege» in Berlin. «Ich bin in diversen Medien falsch zitiert worden.»
Dessen ungeachtet hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) telefonisch Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main aufgenommen. Der Weltverband FIFA wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben. In seinem Buch beschreibt Hill den Verdacht, das Bundesliga-Spiel Hannover 96 gegen den 1. FC Kaiserslautern am 26. November 2005 (5:1) könnte manipuliert worden sein.
Der ehemalige KSC-Profi Sean Dundee bestätigte, dass er für Spielmanipulationen angeworben werden sollte. Im Sommer 2005 sei Dundee von einem Mann angesprochen worden, der sich als Fan ausgab, berichtet das ARD-Magazin «Fakt». «Der hat nur gesagt, ob ich mir vorstellen kann für Geld - 10-, 15-, 20 000 Euro - einen Elfmeter zu verschießen. Ich habe gesagt, so etwas mache ich nicht», wird Dundee in einer Pressemitteilung der ARD zitiert. Der 35 Jahre alte Profi bestätigte auch, dass zwei weitere KSC-Spieler angesprochen wurden.
Zudem schildert Hill nicht nur einen Manipulationsverdacht für das WM-Achtelfinale Brasilien gegen Ghana (3:0), sondern spricht von insgesamt vier Spielen bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, für die ein asiatischer Wettpate die Endstände vorausgesagt haben soll. «Für drei waren die Ergebnisse absolut richtig gewesen. Im vierten betrug der Unterschied nur ein Tor», schreibt Hill.
Bei den mutmaßlich manipulierten Partien soll es sich laut Aussagen von Hills Gesprächspartnern um die Spiele Ghana gegen Italien (0:2), England gegen Ecuador (1:0) und Ukraine gegen Italien (0:3) handeln. Im dem Buch, in dem es um illegale Praktiken bei Fußball-Wetten in Asien geht, habe er im Zusammenhang mit dem Bundesligaspiel Hannover gegen Kaiserslautern (5:1) lediglich über ein Gespräch mit einem Wettpaten berichtet, beteuerte Hill.
Dieser habe von einem Anruf gesprochen, dass Hannover gegen Kaiserslautern mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen werde. «Ich habe nur 20 000 Dollar gesetzt. Nicht viel», wird der Wettpate, der im Buch Lee Chin genannt wird, zitiert. «Chin ließ in keiner Weise durchblicken, wie dieses Ergebnis zustande kommen würde, ob es ein Netzwerk aus Spielern war, und wenn ja, aus welcher Mannschaft, oder ob es ein Netzwerk aus Schiedsrichtern gab», schreibt Hill.
Beim staatlichen Sportwettenanbieter Oddset sind bei den beiden Bundesliga-Spielen und beim Achtelfinale Brasilien gegen Ghana keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. «Wir haben alle drei Spiele rückwirkend überprüft, uns vor allem die Spielberichte und das Einsatzverhalten genau angesehen. Dabei konnten wir keine Auffälligkeiten feststellen», sagte Erwin Horak, Chef von Lotto Bayern und zuständig für das bundesweite Oddset-Angebot, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Oddset sei von den Manipulationen zwar nicht betroffen, «aber es tangiert uns natürlich als staatlicher Lotterie- und Sportwettenanbieter. Schließlich wollen wir seriöse Spiele anbieten», meinte Horak. Der asiatische Raum sei «schwer zu fassen, das ist ein kritischer Bereich», sagte der Oddset-Chef.
In Bezug auf das WM-Achtelfinale Brasilien gegen Ghana wies einer der Hauptbeschuldigten die Vorwürfe zurück. «Das ist eine Lüge! Unwahr!», sagte der ehemalige Nationaltorhüter Ghanas, Abukari Damba, der «Bild»-Zeitung. Dem «Express» sagte er: «Die Vorwürfe sind absolut haltlos. Ich war immer ein honoriger Mann. Ich bin hier nur der Verlierer in einem miesen Spiel.» Laut Hill soll Damba Kontakt zu asiatischen Wettpaten gehabt haben. Dies bestritt Damba und kündigte juristische Schritte an.
Die FIFA wollte keine Stellungnahme abgeben. Man äußere sich nicht zu Presseberichten, hieß es am Montag in der Zentrale in Zürich. Sehr wohl ist sich aber FIFA-Präsident Joseph Blatter der grundsätzlichen Brisanz der Wett-Thematik bewusst. Immer wieder hatte der Schweizer öffentlich auf die Gefahren hingewiesen. Mit dem «Early Warning System» in Zürich hat die FIFA seit einigen Jahren einen eigenen Kontrollmechanismus für die Spiele unter ihrer Regie installiert.
hab mir das buch von diesem declan hill bestellt...bin mal gespannt...
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Kriminelle Wettmanipulationen im Sportwettenmarkt verhindern
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Verfasst am: Do Sep 04, 2008 13:55
PARR: Kriminelle Wettmanipulationen im Sportwettenmarkt verhindern
Pressemitteilung vom 04.09.2008
Thema: Sport
BERLIN. Zu den Berichten über organisierte Wettmanipulation im internationalen und nationalen Fußball erklärt der sportpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Detlef PARR:
Die FDP-Bundestagsfraktion fordert eine lückenlose Aufklärung der möglichen Manipulationsversuche im Fußball. Drei Jahre nach dem Skandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyer wird erneut klar, dass wir im Sportwettenbereich dringend ein Frühwarnsystem und gesetzliche Maßnahmen zur Verhinderung organisierter Kriminalität brauchen.
Der Sport sollte die Spielbeobachtung intensivieren und zudem Bedingungen erarbeiten, die klar definieren wann und unter welchen Bedingungen direkt Beteiligte an Sportwetten teilnehmen können.
Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass ein Monopol nicht garantiert, Wettmanipulationen zu verhindern. Gerade seriöse private Wettunternehmen verfügten bereits damals über Frühwarnsysteme und Sicherheitsvorkehrungen, um kriminellen Machenschaften effektiv entgegenwirken zu können. Die FDP hält es für dringend erforderlich, dass private und staatliche Sportwettenanbieter sich endlich an einen Tisch setzen, um ihre Erfahrungen der Vergangenheit zu analysieren und die Bedingungen für einen vernünftigen Wettbewerb zu formulieren.
Dazu ist es dringend erforderlich, den Sportwettenmarkt endlich zu liberalisieren und vom Monopol Abstand zu nehmen.
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