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Poker Forum - Push or Fold /Frühe Phase MTT/JJ : NL Hold'em Turnier Poker

Push or Fold /Frühe Phase MTT/JJ

No Limit Hold'em Strategien und Techniken für Einzeltisch- und Multitable-Turniere im Sit´n Go-, Freezeout-, Rebuy- und Freeroll-Format. Wie bist du beim letzten Mal zum Final Table beim Sunday Million gekommen?
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Push or Fold /Frühe Phase MTT/JJ

Beitragvon Stromberg » Dienstag 6. Januar 2009, 12:17

Hi,

am vergangenen Wochenende habe ich an einem Live MTT mit Insgesamt 66 Spieler teilgenommen.
Die ersten 5 Plätze wurden ausbezahlt.
Der Startstack betrug 5.000 Chips, die Blinds erhöhten sich alle 20 min.

In der ersten Blindestufe konnte ich meinen Stack auf 9000 Chips aufbauen.
Der Spieler zu meiner Linken hatte bereits 2 Spieler fragwürdig vom Tisch genommen. Lang nach dem Flop hinten und konte durch Runner/Runner die bessere Hand sich zusammenbauen. Die Hände welcher er im Showdown zeigte, waren nicht unbedingt "stark". Generell machte er einen sehr loosen Eindruck.

Auf dem Button bekam ich nun Pocket Buben. Die Blinds waren mittlerweile bei 200 / 400.
Alle Spieler folden zu mir. Ich raise auf 1.200.
Der Smallblind (oben genannter Spieler) callt mich. Der Big blind foldet.

Auf dem Board kommt:

Dame :d: Zehn :c: Bube :c:

Er checkt.
Ich Spiele 2.400 an.
Er Raist All In.

Ich müsste 5.000 bringen um den Pott von 12.600 zu gewinnen und würde das Turnier riskieren.
Meine Überlegungen waren folgende:
Ass König wäre eine mögliche Hand, welche mich schlagen würde.
QQ würde mich schlagen.
98 wurde mich schlagen.
K9 wurde mich schlagen.
AQ würde ein Straight draw bedeuten.
Er könnte auf einen Flush drawn.

Das er mit 98 meinen Preflop raise callt, halte ich für unwahrscheinlich, da er lieber "bilder" spielt.
Wenn er QQ hätte, müsste er bei dem Board AK oder eine Straigt oder Flushdraw in betracht ziehen.
Um sich vor den Draws zu schützen, hätte er wohl angespielt. Andererseits macht ein Checkraise als Value Bet auch wenig Sinn aufgrund der vielen Draws.

Wenn er K9 oder AK hält, würde das Checkraise insofern Sinn ergeben, dass er mir zutraut Top Pair /Two Pair getroffen zu haben und das ich mit der Hand anspiele. Falls nicht, hofft er das ich ne Continuation bet mache. Sollte ich checken, ein weiteres Kreuz kommen und ich das anspiele, könnte er immer noch folden. Solange kein Kreuz kommt, hält er aus seiner Sicht die Nuts.

Sollte er selbst auf etwas drawen, sei es auf einen Flush oder auf eine Straight, würde sein Checkraise gar kein Sinn ergeben.
Er hat zum einen nicht die nötigen Pott Odds um zu callen und bei einem All In Raise riskiert er auf 6.000 Chips herunterzufallen. Wenn er einfach nach meiner Bet folden würde, würde er nur 1200 Chips verlieren und kann getrost als Chipleader bessere Situation suchen. Trotzdem Sind draws möglich.

Er könnte meine Bet als reinen Bluff ansehen und selbst irgendwas getroffen haben, dann wäre seine Spielart sehr gut. Allerdings halte ich es für mutig einem Big Stack keine Hand zuzutrauen, sondern im auf einem reinen Bluff zu setzten.


Sollte ich jetzt meinen Drillingen folden oder nicht?
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Beitragvon Teute78 » Dienstag 6. Januar 2009, 15:16

Finde deine Gedanken ziemlich gut.

Call. Sehe nicht, dass du da rauskommst. Mit der Bet am Flop hast Du Deine Entscheidung die Hand bis zum Ende zu spielen eigentlich schon getroffen.

Selbst wenn er dich am flop beat hat, bist du nur 2:1 dog. Du hast 10 outs auf dein FH. Es sei denn er hat QQ, aber davon gehen wir mal nicht aus. :D

Ist ne gute Chance vermutlich den Chiplead zu übernehmen?

Alternative gegen so einen unberechenbaren Typen ist noch potcontrol am flop mit der option, dass die Hand sich noch verbessert.

P.S.: solid first post

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Beitragvon Sonataluna » Dienstag 6. Januar 2009, 16:52

Yop, ich würde auch call sagen.

Nach deiner anfänglichen Erzählung hat der Typ eigentlich nicht wirklich ein Gefühl für Outs und Odds, zumindest nicht nach deiner Erzählung wie er die anderen beiden vom Tisch genommen hat.

Ich würde deinen Überlegungen dieses Element noch dazustellen, dadurch wird die Breite was er spielen könnte, bzw. was er auf eine solche Art spielen würde, wesentlich größer (AT/J; KQ etc.). Diese Hände würdest du wiederum schlagen.

Gegen einen soliden Spieler würde ich mir das vielleicht überlegen, aber er klingt nicht so solide ^^

Anders als dein Post, willkommen im Forum auch von mir ^^

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Beitragvon Stromberg » Dienstag 6. Januar 2009, 21:13

Zunächst möchte ich mich für die freundliche Aufnahme hier im Forum und für die schnellen Reaktionen bedanken.

@Teute78

Jep, der Pott bedeutet für mich entweder den absoluten Chiplead oder das Turnier aus.
Das mit den Outs sehe ich nur etwas anders.
Geht man davon aus, dass e ich ein FH benötigen würde, so hätte ich jede verbleibende Dame und jede Zehn als out. Das sind jeweils 3 Karten, also 6 Outs. Zusätzlich habe ich den Buben zum Vierling als out. Das sind 7 outs. Die möglichen weiteren 3 Outs nach dem Turn würde ich einfach mal discounten. Es kann theoretisch sein, dass er QQ oder TT hält. Wenn also einer dieser Karten kommt wäre ich drawing dead. Wenn er beispielsweise KK oder AA und sein outs wiederum trifft, wäre ich auch drawing dead. Also würde ich bei 7 Outs bleiben.

Könntest du mir bitte "Potcontrol" erläutern? Mit der Begrifflichkeit kann ich leider nichts anfangen :?:
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Beitragvon Stelli » Mittwoch 7. Januar 2009, 01:16

Ich weiß nur dass ich die Jungs nicht mag, bin zu oft damit reingefallen. Ich würde aus dem Bauch heraus handeln, aber in der frühen Turnierphase wahrscheinlich nicht das Turnier riskieren.
Gruß Stelli

Wie kommt es,daß am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist?
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Beitragvon Stubben » Mittwoch 7. Januar 2009, 11:52

Ich hätte das Dingens gecallt.Zu den ganzen Berechnungen kommt ganz eiinfach das gewisse Bauchgefühl dazu.(Kann man ja nich ganz weglassen ;) ) Wenn sich der Gegner nicht so wirklich drum schert,wie es Deiner Beschreibung nach ja aussieht,dann würde ich ihn drauf setzen das er entweder schon was getroffen hat(was Dich dann nicht sonderlich belasten sollte) oder das er auf einem Draw sitzt.Durch solche entscheidungen werden Turniere richtig interessant.Entweder ganz vorn oder halt wech......( letzteres ist immer ärgerlich aber es heisst ja nicht das es auch immer so eintrifft.....hehehe...bei mir in letzter Zeit schon........)
Aber wie das ausgegangen ist macht mich schon sehr neugierig.

Willkommen hier im Forum,schön noch jemanden aus Lüneburg zu sehen.:):)
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Beitragvon Teute78 » Mittwoch 7. Januar 2009, 14:09

Stromberg hat geschrieben:@Teute78

Jep, der Pott bedeutet für mich entweder den absoluten Chiplead oder das Turnier aus.
Das mit den Outs sehe ich nur etwas anders.
Geht man davon aus, dass e ich ein FH benötigen würde, so hätte ich jede verbleibende Dame und jede Zehn als out. Das sind jeweils 3 Karten, also 6 Outs. Zusätzlich habe ich den Buben zum Vierling als out. Das sind 7 outs. Die möglichen weiteren 3 Outs nach dem Turn würde ich einfach mal discounten. Es kann theoretisch sein, dass er QQ oder TT hält. Wenn also einer dieser Karten kommt wäre ich drawing dead. Wenn er beispielsweise KK oder AA und sein outs wiederum trifft, wäre ich auch drawing dead. Also würde ich bei 7 Outs bleiben.

Könntest du mir bitte "Potcontrol" erläutern? Mit der Begrifflichkeit kann ich leider nichts anfangen :?:


Ich habe mal die Equity mit der deiner Meinung nach möglichen Handrange ausgerechnet.

board: QdJcTc
Hand Pot equity
JdJs 50.73%
AA-99,AK,AQ,98,K9 49.27%

Auch demnach müsstest Du immer noch callen.

Mit Potcontrol meint man, dass man, wie der Name schon sagt, versucht den Pot nach seinem Belieben auszubauen oder eben kleinzuhalten. Du hast am Flop eine Standard-Conti-Bet gemacht und damit eigentlich schon Deine Bereitschaft signalisiert die Hand bis zum bitteren Ende zu spielen. Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage, ob Du das weißt und ob Dein Gegner weiß, dass Du das weißt. Ein Bluff macht nämlich eigentlich keinen Sinn, da Du schon "zuviel" investiert hast.

Noch mal zurück:

Blinds sind bei 200/400, Villain im SB. Du hast 8600 in Chips (?)

Du raist 1200, er callt, BB foldet = 2800 im Pot preflop [Du hast noch 7400]

Flopbet 2400 in einen Pot von 2800 [Du hast noch 5000]

Damit ist der Pot jetzt schon größer als Dein verbleibender Stack und sollte er auch nur callen [Pot dann bei 7600], bist Du commited. Das meinte ich damit, als ich schrieb, mit der Contibet hättest Du Dich bereits entschieden, weil die Pot-Stack-Relationen fast keine andere Entscheidung mehr zulassen.

Da ist jetzt der Chip-EV nicht mit berechnet, weil ich dazu zu wenig Daten habe (Teilnehmerzahl, verbleibende Spieler etc...)

Was passiert, wenn Du am Flop nur 1000 setzt?

Pot preflop 2800, Dein Stack 7800
Contibet 1000
Pot postflop 3800, Dein Stack 6800, Villain?

Hat er einen Draw, wird er zwar callen, weil die Pot Odds stimmen, kommt am Turn aber eine Blank und er checkt zu Dir kannst, hast Du den Pot soweit aufgebaut, dass Du pushen kannst oder sogar nochmal behind checken und am River neu evaluieren.

Kommt am Turn eine Scare Card, kommst Du auch noch raus ohne völlig zu cripplen.

Pusht er trotz der kleinen C-Bet gleich drüber, kannst Du noch folden.

Du hast also einfach mal mehr Optionen. Ich weiß, der Verstand sagt, das Board ist drawheavy ich muss protecten, nur weißt Du eben nicht, ob Du protectest oder bereits beat bist.

Schwierig wird es natürlich, wenn Du immer so 2/3 Potsize Contibets machst und dann auf einmal weniger. Das kann wieder als Zeichen von Schwäche aufgefasst werden.

Im Grunde ist es recht einfach. Bei den Stackgößen und den Blindgrößen, musst Du Dir vor der C-Bet im klaren sein, ob Du mit der Hand all in gehen möchtest oder nicht.

So, ich hoffe das war jetzt nicht zu wirr. :lol:
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