Poker in den Medien
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Poker in den Medien
Eine Sammlung pokerrelevanter Artikel aus den Medien...
Ein Artikel aus "Die Zeit" vom 29.11.07
Bluffen mit System
Von Christoph Drösser
Ist Pokern ein Glücksspiel? Nicht nur, denn gewiefte Spieler können regelmäßig gewinnen
Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln, sagt der Volksmund und meint damit im Umkehrschluss: Klugheit wird in unserer Gesellschaft nicht honoriert, jedenfalls nicht in barer Münze.
Aber das stimmt so nicht mehr – mit einer gewissen Art von Klugheit und ein bisschen Übung kann man heute kräftig Geld verdienen. Und zwar mit einem Spiel, das in Deutschland immer noch als Glücksspiel gilt und deshalb außer in lizenzierten Spielbanken nicht kommerziell betrieben werden darf: Poker.
ganzer Artikel: http://www.zeit.de/2007/49/T-Poker?page=1
Ein Artikel aus "Die Zeit" vom 29.11.07
Bluffen mit System
Von Christoph Drösser
Ist Pokern ein Glücksspiel? Nicht nur, denn gewiefte Spieler können regelmäßig gewinnen
Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln, sagt der Volksmund und meint damit im Umkehrschluss: Klugheit wird in unserer Gesellschaft nicht honoriert, jedenfalls nicht in barer Münze.
Aber das stimmt so nicht mehr – mit einer gewissen Art von Klugheit und ein bisschen Übung kann man heute kräftig Geld verdienen. Und zwar mit einem Spiel, das in Deutschland immer noch als Glücksspiel gilt und deshalb außer in lizenzierten Spielbanken nicht kommerziell betrieben werden darf: Poker.
ganzer Artikel: http://www.zeit.de/2007/49/T-Poker?page=1
- guso0159
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- Registriert: Mittwoch 26. April 2006, 02:03
- Wohnort: Hamburg/Wien/London
Die Sache mit der Sucht
Tag auch ...
Ein guter Artikel, den der ZEIT-Redakteur da hingeschreibselt hat. Allerdings - mal wieder - mit einer Behauptung, die mir langsam aber sicher die Haare zu Berge steigen lässt: Es geht um die Sucht. Dort steht ....
Die Anonymität des Internets und die Leichtigkeit, mit der man per Kreditkarte immer höhere Beträge setzen und auch verspielen kann, machen Onlinepoker für Suchtcharaktere viel gefährlicher als das Casino im richtigen Leben.
Aus meiner Sicht, ausgemachter Unsinn: Man schaue in ein klassisches Casino und gehe in den Bereich des Automatenspiels. Ein Spiel an der Slotmachine, dauert im Durchschnitt 3 Sekunden. Der Kick der beim Spieler durch Gewinn, aber vorzugsweise durch Verlust ausgelöst wird, wird also in kurzer Abfolge wiederholt. Die Frequenz ist aus meiner Sicht ähnlich dem CRACK. Ein Süchtiger braucht alle 30, 40 Minuten eine Dosis, schmilzt sich langsam das Hirn weg und bleibt schließlich auf der Strecke.
Geht es um hohe Verluste, so finden sich diese ebenfalls in den klassischen Casinos - entweder beim Slot oder bei Roulette und Black Jack. Also dort, wo in kürzester Zeit, hohe Summen verloren gehen können.
In dem Artikel steht weiterhin ...
»Diese Angebote haben ein hohes Suchtpotenzial«, sagt der Psychologe und Spielsuchtexperte Tobias Hayer von der Universität Bremen. »Es gibt zwar noch keine genauen Zahlen zum Onlinepoker, aber wir haben bereits die ersten Pokersüchtigen in der Beratung.«
Das ist schön, dass es "noch keine" genauen Zahlen gibt. Aber erstmal von Sucht ausgehen, die man in allem und jedem findet. Die Sucht nach Alkohol, die Sucht nach Anerkennung, die Sucht nach Gewalt - ja, auch die gibt es - und was weiß ich was an Sucht.
Der Abschluss des Absatzes, ist natürlich schön subjektiv ...
Der Programmierer Chrilly Donninger interessiert sich fürs Pokern rein intellektuell – dem Spieltisch bleibt er wohlweislich fern: »Das ist viel zu gefährlich für mich, ich bin auch ein Zocker.«
Ein Zocker, aha ... Offenbar wird übersehen, dass beim Pokern kein Anbieter irgendein Interesse daran hat, dass ein völlig bedepperter Zocker Haus und Hof verspielt. Anbieter - und das schreibselt der ZEIT-Redakteur auch im Artikel -, profitieren von dem Spieler, der viele Hände spielt und idealerweise nicht "Broke" geht. Das sieht im Casino ganz anders aus, da der Spieler "gegen das Haus" antritt. Das Casino ist also daran interessiert, dass verloren wird.
Und ein Süchtiger, der die Kontrolle über sein Verhalten und Handeln verliert, ist ein idealer Verlierer.
Ich möchte nicht bezweifeln, dass sich beim Poker viele Süchtige finden lassen, aber behaupte dennoch, dass deren Niedergang nicht am Pokertisch stattfindet, sondern im Sinne der multiblen Abhängigkeit, durch Sportwetten, Roulette, Slots & Co. forciert wird. Der Kick kommt schnell, hart und oft ...
Ein guter Artikel, den der ZEIT-Redakteur da hingeschreibselt hat. Allerdings - mal wieder - mit einer Behauptung, die mir langsam aber sicher die Haare zu Berge steigen lässt: Es geht um die Sucht. Dort steht ....
Die Anonymität des Internets und die Leichtigkeit, mit der man per Kreditkarte immer höhere Beträge setzen und auch verspielen kann, machen Onlinepoker für Suchtcharaktere viel gefährlicher als das Casino im richtigen Leben.
Aus meiner Sicht, ausgemachter Unsinn: Man schaue in ein klassisches Casino und gehe in den Bereich des Automatenspiels. Ein Spiel an der Slotmachine, dauert im Durchschnitt 3 Sekunden. Der Kick der beim Spieler durch Gewinn, aber vorzugsweise durch Verlust ausgelöst wird, wird also in kurzer Abfolge wiederholt. Die Frequenz ist aus meiner Sicht ähnlich dem CRACK. Ein Süchtiger braucht alle 30, 40 Minuten eine Dosis, schmilzt sich langsam das Hirn weg und bleibt schließlich auf der Strecke.
Geht es um hohe Verluste, so finden sich diese ebenfalls in den klassischen Casinos - entweder beim Slot oder bei Roulette und Black Jack. Also dort, wo in kürzester Zeit, hohe Summen verloren gehen können.
In dem Artikel steht weiterhin ...
»Diese Angebote haben ein hohes Suchtpotenzial«, sagt der Psychologe und Spielsuchtexperte Tobias Hayer von der Universität Bremen. »Es gibt zwar noch keine genauen Zahlen zum Onlinepoker, aber wir haben bereits die ersten Pokersüchtigen in der Beratung.«
Das ist schön, dass es "noch keine" genauen Zahlen gibt. Aber erstmal von Sucht ausgehen, die man in allem und jedem findet. Die Sucht nach Alkohol, die Sucht nach Anerkennung, die Sucht nach Gewalt - ja, auch die gibt es - und was weiß ich was an Sucht.
Der Abschluss des Absatzes, ist natürlich schön subjektiv ...
Der Programmierer Chrilly Donninger interessiert sich fürs Pokern rein intellektuell – dem Spieltisch bleibt er wohlweislich fern: »Das ist viel zu gefährlich für mich, ich bin auch ein Zocker.«
Ein Zocker, aha ... Offenbar wird übersehen, dass beim Pokern kein Anbieter irgendein Interesse daran hat, dass ein völlig bedepperter Zocker Haus und Hof verspielt. Anbieter - und das schreibselt der ZEIT-Redakteur auch im Artikel -, profitieren von dem Spieler, der viele Hände spielt und idealerweise nicht "Broke" geht. Das sieht im Casino ganz anders aus, da der Spieler "gegen das Haus" antritt. Das Casino ist also daran interessiert, dass verloren wird.
Und ein Süchtiger, der die Kontrolle über sein Verhalten und Handeln verliert, ist ein idealer Verlierer.
Ich möchte nicht bezweifeln, dass sich beim Poker viele Süchtige finden lassen, aber behaupte dennoch, dass deren Niedergang nicht am Pokertisch stattfindet, sondern im Sinne der multiblen Abhängigkeit, durch Sportwetten, Roulette, Slots & Co. forciert wird. Der Kick kommt schnell, hart und oft ...
See you at all tables ...
Regards, guso0159
http://www.fullonpoker.blogspot.com
http://www.gentlemenpokerclub.com
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- Teute78
- ITP Allstar
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- Beiträge: 3570
- Registriert: Dienstag 20. Februar 2007, 11:54
- Wohnort: Tilthausen
Ich war mal auf einem Vortrag von Tobias Hayer und er mag zwar Spielsuchtexperte sein, aber von Poker hat er keine Ahnung.
Auf meine Entgegnungen hin, dass Poker nur bis zu einem gewissen Maße Glückspiel sei, erwiderte er, dass es nach juristischen Gesichtspunkten ein Glücksspiel sei und das zähle für ihn. Punkt!
Damit war dann diese Diskussion auch im Keim erstickt. Am Ende des Vortrages hatte er mich sowieso gefressen.
Auf meine Entgegnungen hin, dass Poker nur bis zu einem gewissen Maße Glückspiel sei, erwiderte er, dass es nach juristischen Gesichtspunkten ein Glücksspiel sei und das zähle für ihn. Punkt!
Damit war dann diese Diskussion auch im Keim erstickt. Am Ende des Vortrages hatte er mich sowieso gefressen.

"Freiheit schützt man nicht, indem man sie abschafft"
Man könnte Onlinepoker auch als Slotmaschine betreiben, z.B. indem man sich an einen HU Tisch setzt und immer all-in geht, egal mit welcher Hand**. Man macht kleine Gewinne und irgendwann mit ca. 35% Wahrscheinlichkeit einen Großen.
Dieses Argument wird daran INTERESSIERTEN letztlich immer bleiben. Dass Poker auch und vorallem unter regelmäßigen Spielern die Taktiker und gelegentlich* auch Strategen (ich meine dass in Bezug auf gezielte Spezialisierung und Auswahl der Randbedingungen, wie Tisch- oder Turnierwahl etc.) anspricht, kann ebenso regelmäßig mit dem Hinweis auf sog. Taktiker und Strategen am Roulettisch gecountert werden, obwohl es da nach meiner Überzeugung Quatsch ist, es sei denn man ist in der Lage feine technische Besonderheiten des Ziehungsgerätes auszuwerten (fleißig/genial) oder zu manipulieren (betrügerisch).
Es ist zu Haareausraufen.
Die fairste und aus meiner Sicht wünschenswerte Einstufung wäre die als normales Geschäft, gern auch mit Einkommenssteuererklärung.
*Zuviele halten sich für Strategen, gilt aber fast überall.
** Das kann man sogar als gutes Argument verwenden, erst das Beispiel so bringen, etwa in einer Diskussion auf diesen Sachverhalt fokussieren und dann anmerken, dass die reale Slotmaschine nicht aufstehen kann und gehen, während der so beleidigte / gebeutelte HU-Gegner daran ggf. zügig die Lust verliert.
MfG Lou
Dieses Argument wird daran INTERESSIERTEN letztlich immer bleiben. Dass Poker auch und vorallem unter regelmäßigen Spielern die Taktiker und gelegentlich* auch Strategen (ich meine dass in Bezug auf gezielte Spezialisierung und Auswahl der Randbedingungen, wie Tisch- oder Turnierwahl etc.) anspricht, kann ebenso regelmäßig mit dem Hinweis auf sog. Taktiker und Strategen am Roulettisch gecountert werden, obwohl es da nach meiner Überzeugung Quatsch ist, es sei denn man ist in der Lage feine technische Besonderheiten des Ziehungsgerätes auszuwerten (fleißig/genial) oder zu manipulieren (betrügerisch).
Es ist zu Haareausraufen.
Die fairste und aus meiner Sicht wünschenswerte Einstufung wäre die als normales Geschäft, gern auch mit Einkommenssteuererklärung.
*Zuviele halten sich für Strategen, gilt aber fast überall.
** Das kann man sogar als gutes Argument verwenden, erst das Beispiel so bringen, etwa in einer Diskussion auf diesen Sachverhalt fokussieren und dann anmerken, dass die reale Slotmaschine nicht aufstehen kann und gehen, während der so beleidigte / gebeutelte HU-Gegner daran ggf. zügig die Lust verliert.
MfG Lou
"Heute gilt es für löblich, gegen den Strom zu schwimmen, aber das sind nur Pissrinnen." - Ernst Jünger
Reportage: „Mit Poker finanziere ich mir mein Studium“
Reportage: „Mit Poker finanziere ich mir mein Studium“
Ein Doppelklick am Computer genügt und schon sitzt Hannes Hofer am Online-Pokertisch. Mit Wetteinsätzen von zehn bis zwanzig Dollar zockt der Südtiroler Wirtschaftsstudent gegen Spieler rund um dem Globus täglich um echte Euro. „Mit den Gewinnen kann ich mir mein Studium finanzieren“, betont der Südtiroler. Sein Pokerface braucht der 25-Jährige dafür nicht, im Unterschied zu jenen, die in einem Casino oder privat um Geld spielen. Denn obwohl illegal, zocken immer mehr Südtiroler zuhause.
Hannes Hofer* ist wohl einer der Wenigen, der das Spiel erfolgreich spielt, aber nur einer von Vielen, die dem Pokerboom gefolgt sind. Denn Poker ist in. Das bestätigt „Casino Austria“ mit eindrucksvollen Zahlen.
„In den zwölf österreichischen Casinos stieg der Poker-Bruttospielertrag, gemessen am 10. August, um 370 Prozent über jenem des Vorjahres: Vom 1. Jänner bis 10. August 2007 wurde ein Bruttospielertrag von 2,6 Millionen Euro erzielt. Im Vergleichzeitraum des Vorjahres waren es 560.000 Euro“, hieß es auf Anfrage gegenüber Südtirol Online.
Auch an den Spielwarenhändlern ist der Boom nicht spurlos vorbeigegangen. „Pokersets haben wir schon seit Jahren im Sortiment. Seit etwa eineinhalb Jahren verkaufen sie sich aber ziemlich gut“, weiß Heinz Gutweniger, Geschäftsführer des gleichnamigen Bozner Spielwarengeschäfts, gegenüber STOL. Dabei seien es besonders Jugendliche ab etwa 15 Jahren, aber auch Erwachsene bis Ende 30, die sich fürs Pokerspiel ausrüsten.
Das Henne-Ei-Prinzip
Was den Pokerboom ausgelöst hat, ist schwer nachvollziehbar. Experten machen aber vor allem Online- Poker für den Boom verantwortlich. Online-Pokerwebsites, wie Hannes Hofer sie täglich besucht, werben vor allem im Web, aber auch im TV aktiv und erfolgreich um neue Kunden, die wohl auch den Reiz des Verbotenen suchen.
Denn in vielen Ländern – so auch in Italien – ist Poker ein Glücksspiel und als solches verboten. Da sich dieses Verbot online aber problemlos übergehen lässt, sinkt die Hemmschwelle vor allem für Anfänger. Rechtlichen Problemen weichen Anbieter von Onlinepoker aus, indem sie ihren Firmensitz in Länder haben, in denen die Rechtslage eindeutiger und günstiger für sie ist.
Auch die Massenmedien haben den Trend schnell erkannt. Kinofilme wie „Rounders“ und der letzte James Bond-Streifen „Casino Royale“ dürften kräftig mitgeholfen haben, den Pokerboom weiterzutragen. Erzählt „Rounders“ vom Leben zweier cooler Profi-Spieler am Rande der Legalität, muss der neue Bond nicht so sehr als Actionheld, sondern vor allem als Pokerspieler überzeugen, um dem Bösewicht am Pokertisch das Handwerk zu legen.
Fernsehsender haben auf den Boom reagiert, denn hinter dem traditionellen Kartenspiel steckt viel (Werbe)Geld. Immer öfter werden Pokerturniere im Fernsehen übertragen, wodurch die Bekanntheit und Akzeptanz von Poker in der Bevölkerung steigt. Indirekt finanziert wird dies durch die Onlinepoker-Anbieter sebst, die sowohl Turniere, als auch die Fernsehübertragungen mitfinanzieren.
Zu sehen sind Pokerturniere wie die World Series of Poker (WSOP) nicht mehr nur auf Spartenkanälen. Da selbst bekannte Sender wie DSF oder Italia 1 Poker breiten Raum widmen und dabei gute Zuschauerquoten erzielen, haben sich die Teilnehmerzahlen für die WSOP in den letzten drei Jahren auf über 8.000 Spieler verzehnfacht.
“Es konnten mehr Kinder pokern als watten“
Diese Veränderungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Poker in den letzten Jahren „salonfähig“ geworden ist und von einer großen Masse gespielt wird. Mittlerweile ist der Boom in Südtirol selbst bei den ganz Jungen angekommen: „In einem Ferienlager im Sommer 2007 konnten mehr Kinder pokern als Watten“, weiß ein Südtiroler Jungscharleiter, der anonym bleiben möchte, zu berichten.
Vom Trend zum Poker profitieren also vor allem Internet-Anbieter. Mit „Partypoker“, „Titanpoker“ und „Everestpoker“ locken Dutzende Internetseiten legal und mit wachsendem Erfolg Kunden an und erzielen Rekordumsätze und Rekordgewinne. Hannes Hofer selbst ist vor ca. eineinhalb Jahren über ein Online-Casino zum Pokerspiel gekommen. „Damals habe ich in einem Internetcasino die Zeit totgeschlagen und ein wenig Roulett und Black-Jack gespielt. Dabei bin ich auf Poker gestoßen und ich war sofort fasziniert“, erinnert sich der Wirtschaftsstudent, der sich mit seinem Hobby sein Studium finanzieren kann.
Geld macht Poker attraktiv
„In den vergangenen Monaten habe ich rund 100 Dollar pro Tag gewonnen. An guten Tagen sind es sogar bis zu 600 Dollar“, erzählt der Student, „und in meinem besten Monat habe ich fast 8.000 Euro verdient.“
Geld spielt beim Poker eine große Rolle. Denn das Risiko, Geld zu verlieren, lässt Adrenalinspiegel und Spannung der Spieler steigen, bestätigt der25-Jährige, der jedoch gelernt hat, damit umzugehen: „Wenn ich einiges Geld gewonnen habe, lege ich meistens eine Pause ein, um nicht überheblich zu werden. Dann versuche ich, runter zu kommen, und höre z.B. entspannende Musik“.
Mit den eigenen Emotionen am Pokertisch umzugehen weiß auch Thomas Mair*, ebenfalls ein begeisterter Pokerer. Der unbeholfene, freundliche Kollege am Casinotisch könne sich dort schnell als gerissener Zocker entpuppen und „dein gesamtes Geld einsacken. Profis können an deinem Gesichtsausdruck bereits dein Blatt festlegen. Man muss seine eigene Nervosität verdecken und diese beim Gegner entdecken. Dabei ist das sprichwörtliche Pokerface gefragt“, erklärt Mair, der vor allem in Südtirol spielt, wo Pokerturniere großen Zulauf finden.
„Ich war zwei Mal bei einem Turnier in Südtirol, das wöchentlich in einem Lokal in Bozen abgehalten wird. Um mitzuspielen muss man allerdings Mitglied sein. Die Veranstalter behaupten es sei legal. Der Organisator der Turniere in Bozen sagt, dass er auf Werbung prinzipiell verzichtet, weil es bereits so schon einen großen Andrang gibt“, so Mair, der ein „riesiges Potential“ an Pokerspielern in Südtirol ausmacht.
Poker: Ein Glücksspiel
Poker gilt zwar laut Gesetz als Glückspiel, wird aber von Profis nicht als solches gesehen, sondern vielmehr mit Schach verglichen. Es gilt den Gegner zu täuschen, ihm Fallen zu stellen und selbst nicht in solche zu tappen. „Poker hat viel mit Wahrscheinlichkeitsrechnung zu tun. Hohe Karten gewinnen eher als niedere. Man muss sich seiner rechnerischen Chancen bewusst sein, um langfristig zu gewinnen“, betont Hofer und auch Thomas Mair sieht bei guten Spielern „die Wahrscheinlichkeitsrechnung als Entscheidungshilfe“. Neben der Mathematik und der psychologischen Komponente spielt aber auch Glück eine große Rolle. Auch der beste Spieler verliert früher oder später. „An einigen Tagen habe ich schon bis zu 600 Dollar verloren“, gibt Hannes Hofer zu.
„Ich bin vom Suchtpotenzial überzeugt“
Profis behaupten: Je besser ein Spieler wird, desto weniger beeinflusst das Glück das Spiel. Dennoch weiß der Wirtschaftsstudent, der täglich Stunden am virtuellen Pokertisch sitzt, um die Gefahren, die beim Spielen drohen. Er ist vom riesigen Suchtpotenzial des Spiels überzeugt. „Man muss sich selbst unter Kontrolle haben, sich Grenzen setzten und diese einhalten“, betont er.
Zur Suchtgefahr tragen vor allem Online-Pokerräume bei, denn das Internet erleichtert den Zugang zum Glücksspiel. „Es braucht keinen Smoking und man muss sich nicht an die Casino-Etikett halten. Es genügt vom Bett aufzustehen und der Doppelklick am Bildschirm, um zu spielen, schreibt die Zeitung „La Repubblica“ zum Thema.
Infokasten: Poker ist in Italien illegal[/b]
In Italien besitzt der Staat das Glücksspielmonopol. Trotzdem werden in Südtirol wöchentlich Pokerturniere – außerhalb staatlicher Casinos – veranstaltet, von denen die Polizei angeblich im Bilde ist.
Nach Angaben der Bozner Verwaltungspolizei gilt Poker in Italien als Glücksspiel und ist laut Strafgesetzbuch verboten. Um als Glücksspiel zu gelten, muss der Ausgang des Spiels völlig oder größtenteils vom Zufall abhängig sein und eine finanzielle Gewinnabsicht dahinterstecken. Allerdings ist auch das Pokern ohne Geld in öffentlichen Lokalen verboten.
Das Gesetz sieht vor, dass jeder, der in einem öffentlichen Lokal oder privat – auch der eigenen Wohnung – ein Glückspiel veranstaltet oder unterstützt, eine Haftstrafe von drei Monaten bis einem Jahr und einer Geldbuße über 206 Euro riskiert.
Auch die Teilnahme am Glückspiel in öffentlichen oder privaten Lokalen ist strafbar. Wird man erwischt erwartet einem eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten oder ein Bußgeld bis zu 516 Euro.
Hannes Asam/joi/ba/rb/chb
* Namen von der Redaktion geändert
http://www.dolomiten.it/nachrichten/art ... 2&KatID=da
Ein Doppelklick am Computer genügt und schon sitzt Hannes Hofer am Online-Pokertisch. Mit Wetteinsätzen von zehn bis zwanzig Dollar zockt der Südtiroler Wirtschaftsstudent gegen Spieler rund um dem Globus täglich um echte Euro. „Mit den Gewinnen kann ich mir mein Studium finanzieren“, betont der Südtiroler. Sein Pokerface braucht der 25-Jährige dafür nicht, im Unterschied zu jenen, die in einem Casino oder privat um Geld spielen. Denn obwohl illegal, zocken immer mehr Südtiroler zuhause.
Hannes Hofer* ist wohl einer der Wenigen, der das Spiel erfolgreich spielt, aber nur einer von Vielen, die dem Pokerboom gefolgt sind. Denn Poker ist in. Das bestätigt „Casino Austria“ mit eindrucksvollen Zahlen.
„In den zwölf österreichischen Casinos stieg der Poker-Bruttospielertrag, gemessen am 10. August, um 370 Prozent über jenem des Vorjahres: Vom 1. Jänner bis 10. August 2007 wurde ein Bruttospielertrag von 2,6 Millionen Euro erzielt. Im Vergleichzeitraum des Vorjahres waren es 560.000 Euro“, hieß es auf Anfrage gegenüber Südtirol Online.
Auch an den Spielwarenhändlern ist der Boom nicht spurlos vorbeigegangen. „Pokersets haben wir schon seit Jahren im Sortiment. Seit etwa eineinhalb Jahren verkaufen sie sich aber ziemlich gut“, weiß Heinz Gutweniger, Geschäftsführer des gleichnamigen Bozner Spielwarengeschäfts, gegenüber STOL. Dabei seien es besonders Jugendliche ab etwa 15 Jahren, aber auch Erwachsene bis Ende 30, die sich fürs Pokerspiel ausrüsten.
Das Henne-Ei-Prinzip
Was den Pokerboom ausgelöst hat, ist schwer nachvollziehbar. Experten machen aber vor allem Online- Poker für den Boom verantwortlich. Online-Pokerwebsites, wie Hannes Hofer sie täglich besucht, werben vor allem im Web, aber auch im TV aktiv und erfolgreich um neue Kunden, die wohl auch den Reiz des Verbotenen suchen.
Denn in vielen Ländern – so auch in Italien – ist Poker ein Glücksspiel und als solches verboten. Da sich dieses Verbot online aber problemlos übergehen lässt, sinkt die Hemmschwelle vor allem für Anfänger. Rechtlichen Problemen weichen Anbieter von Onlinepoker aus, indem sie ihren Firmensitz in Länder haben, in denen die Rechtslage eindeutiger und günstiger für sie ist.
Auch die Massenmedien haben den Trend schnell erkannt. Kinofilme wie „Rounders“ und der letzte James Bond-Streifen „Casino Royale“ dürften kräftig mitgeholfen haben, den Pokerboom weiterzutragen. Erzählt „Rounders“ vom Leben zweier cooler Profi-Spieler am Rande der Legalität, muss der neue Bond nicht so sehr als Actionheld, sondern vor allem als Pokerspieler überzeugen, um dem Bösewicht am Pokertisch das Handwerk zu legen.
Fernsehsender haben auf den Boom reagiert, denn hinter dem traditionellen Kartenspiel steckt viel (Werbe)Geld. Immer öfter werden Pokerturniere im Fernsehen übertragen, wodurch die Bekanntheit und Akzeptanz von Poker in der Bevölkerung steigt. Indirekt finanziert wird dies durch die Onlinepoker-Anbieter sebst, die sowohl Turniere, als auch die Fernsehübertragungen mitfinanzieren.
Zu sehen sind Pokerturniere wie die World Series of Poker (WSOP) nicht mehr nur auf Spartenkanälen. Da selbst bekannte Sender wie DSF oder Italia 1 Poker breiten Raum widmen und dabei gute Zuschauerquoten erzielen, haben sich die Teilnehmerzahlen für die WSOP in den letzten drei Jahren auf über 8.000 Spieler verzehnfacht.
“Es konnten mehr Kinder pokern als watten“
Diese Veränderungen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Poker in den letzten Jahren „salonfähig“ geworden ist und von einer großen Masse gespielt wird. Mittlerweile ist der Boom in Südtirol selbst bei den ganz Jungen angekommen: „In einem Ferienlager im Sommer 2007 konnten mehr Kinder pokern als Watten“, weiß ein Südtiroler Jungscharleiter, der anonym bleiben möchte, zu berichten.
Vom Trend zum Poker profitieren also vor allem Internet-Anbieter. Mit „Partypoker“, „Titanpoker“ und „Everestpoker“ locken Dutzende Internetseiten legal und mit wachsendem Erfolg Kunden an und erzielen Rekordumsätze und Rekordgewinne. Hannes Hofer selbst ist vor ca. eineinhalb Jahren über ein Online-Casino zum Pokerspiel gekommen. „Damals habe ich in einem Internetcasino die Zeit totgeschlagen und ein wenig Roulett und Black-Jack gespielt. Dabei bin ich auf Poker gestoßen und ich war sofort fasziniert“, erinnert sich der Wirtschaftsstudent, der sich mit seinem Hobby sein Studium finanzieren kann.
Geld macht Poker attraktiv
„In den vergangenen Monaten habe ich rund 100 Dollar pro Tag gewonnen. An guten Tagen sind es sogar bis zu 600 Dollar“, erzählt der Student, „und in meinem besten Monat habe ich fast 8.000 Euro verdient.“
Geld spielt beim Poker eine große Rolle. Denn das Risiko, Geld zu verlieren, lässt Adrenalinspiegel und Spannung der Spieler steigen, bestätigt der25-Jährige, der jedoch gelernt hat, damit umzugehen: „Wenn ich einiges Geld gewonnen habe, lege ich meistens eine Pause ein, um nicht überheblich zu werden. Dann versuche ich, runter zu kommen, und höre z.B. entspannende Musik“.
Mit den eigenen Emotionen am Pokertisch umzugehen weiß auch Thomas Mair*, ebenfalls ein begeisterter Pokerer. Der unbeholfene, freundliche Kollege am Casinotisch könne sich dort schnell als gerissener Zocker entpuppen und „dein gesamtes Geld einsacken. Profis können an deinem Gesichtsausdruck bereits dein Blatt festlegen. Man muss seine eigene Nervosität verdecken und diese beim Gegner entdecken. Dabei ist das sprichwörtliche Pokerface gefragt“, erklärt Mair, der vor allem in Südtirol spielt, wo Pokerturniere großen Zulauf finden.
„Ich war zwei Mal bei einem Turnier in Südtirol, das wöchentlich in einem Lokal in Bozen abgehalten wird. Um mitzuspielen muss man allerdings Mitglied sein. Die Veranstalter behaupten es sei legal. Der Organisator der Turniere in Bozen sagt, dass er auf Werbung prinzipiell verzichtet, weil es bereits so schon einen großen Andrang gibt“, so Mair, der ein „riesiges Potential“ an Pokerspielern in Südtirol ausmacht.
Poker: Ein Glücksspiel
Poker gilt zwar laut Gesetz als Glückspiel, wird aber von Profis nicht als solches gesehen, sondern vielmehr mit Schach verglichen. Es gilt den Gegner zu täuschen, ihm Fallen zu stellen und selbst nicht in solche zu tappen. „Poker hat viel mit Wahrscheinlichkeitsrechnung zu tun. Hohe Karten gewinnen eher als niedere. Man muss sich seiner rechnerischen Chancen bewusst sein, um langfristig zu gewinnen“, betont Hofer und auch Thomas Mair sieht bei guten Spielern „die Wahrscheinlichkeitsrechnung als Entscheidungshilfe“. Neben der Mathematik und der psychologischen Komponente spielt aber auch Glück eine große Rolle. Auch der beste Spieler verliert früher oder später. „An einigen Tagen habe ich schon bis zu 600 Dollar verloren“, gibt Hannes Hofer zu.
„Ich bin vom Suchtpotenzial überzeugt“
Profis behaupten: Je besser ein Spieler wird, desto weniger beeinflusst das Glück das Spiel. Dennoch weiß der Wirtschaftsstudent, der täglich Stunden am virtuellen Pokertisch sitzt, um die Gefahren, die beim Spielen drohen. Er ist vom riesigen Suchtpotenzial des Spiels überzeugt. „Man muss sich selbst unter Kontrolle haben, sich Grenzen setzten und diese einhalten“, betont er.
Zur Suchtgefahr tragen vor allem Online-Pokerräume bei, denn das Internet erleichtert den Zugang zum Glücksspiel. „Es braucht keinen Smoking und man muss sich nicht an die Casino-Etikett halten. Es genügt vom Bett aufzustehen und der Doppelklick am Bildschirm, um zu spielen, schreibt die Zeitung „La Repubblica“ zum Thema.
Infokasten: Poker ist in Italien illegal[/b]
In Italien besitzt der Staat das Glücksspielmonopol. Trotzdem werden in Südtirol wöchentlich Pokerturniere – außerhalb staatlicher Casinos – veranstaltet, von denen die Polizei angeblich im Bilde ist.
Nach Angaben der Bozner Verwaltungspolizei gilt Poker in Italien als Glücksspiel und ist laut Strafgesetzbuch verboten. Um als Glücksspiel zu gelten, muss der Ausgang des Spiels völlig oder größtenteils vom Zufall abhängig sein und eine finanzielle Gewinnabsicht dahinterstecken. Allerdings ist auch das Pokern ohne Geld in öffentlichen Lokalen verboten.
Das Gesetz sieht vor, dass jeder, der in einem öffentlichen Lokal oder privat – auch der eigenen Wohnung – ein Glückspiel veranstaltet oder unterstützt, eine Haftstrafe von drei Monaten bis einem Jahr und einer Geldbuße über 206 Euro riskiert.
Auch die Teilnahme am Glückspiel in öffentlichen oder privaten Lokalen ist strafbar. Wird man erwischt erwartet einem eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten oder ein Bußgeld bis zu 516 Euro.
Hannes Asam/joi/ba/rb/chb
* Namen von der Redaktion geändert
http://www.dolomiten.it/nachrichten/art ... 2&KatID=da
Zwischen Glitzerwelt und Grauzone
Milliardengeschäfte mit Glücksspiel im Internet - nach deutschem Recht illegal
Vom Kneipenturnier bis zum TV-Event: In Deutschland geht derzeit das Pokerfieber um. Treibende Kraft sind Internet-Casinos, die weltweit Milliarden mit dem Glücksspiel am PC umsetzen - und mit massiver Werbung den Boom befeuern. Doch die Rechtslage ist heikel.
ROLAND MÜLLER
Poker-Live-Turniere wie in diesem Bild aus Stuttgart und Online-Szene fördern sich gegenseitig. FOTO: dpa
Robert Riedl (Name geändert) hat sein Zimmer abgedunkelt, es läuft leise Musik. Schon seit einigen Stunden sitzt er an diesem Samstag an seinem Computer. Er nippt an der Kaffeetasse, klickt mit der Maus. Auf dem Bildschirm: ein bunter Poker-Tisch. Riedl setzt, erhöht, blufft, legt die Karten weg - alles mit einem Mausklick. Es sieht aus wie ein Kinderspiel, doch es ist echtes Geld, das in Dollar und Cent über den virtuellen Tisch geschoben wird.
Der 31-jährige Mathematiker aus München macht aus seiner Faszination für das Spiel keinen Hehl. Der Nervenkitzel, um große Summen zu spielen, reizt ihn. "Manchmal wechseln in Sekunden 5000 oder 10 000 Dollar den Besitzer", sagt Riedl, der an einem Wochenende oft 15 Stunden lang Internet-Poker spielt. "In meiner heißen Phase waren es manchmal auch 20 Stunden am Stück." Anfangs geht er vorsichtig vor, erspielt sich über Stunden hinweg einige hundert Dollar. Mit diesem Kapital wechselt er an Tische mit höheren Einsätzen. "Doch da spielen auch die Gegner viel besser." Wenn es gut läuft, gewinnt Riedl Tausende. "Was häufiger vorkommt, ist, dass ich nachher pleite bin." Mehr als 300 bis 400 Euro im Monat könne er sich bei seinem Job nicht leisten zu verspielen.
Online-Poker am heimischen PC - das ist die am wenigsten öffentlichkeitswirksame Seite des allgegenwärtigen Poker-Booms. Manche würden sagen, es ist seine hässliche Seite. "Es gibt so etwas wie eine Nahrungskette", sagt Riedl. Nur zehn Prozent der Spieler machten Gewinn. Mancher lebt angeblich sogar davon - vom Geld, das die 90 Prozent verlieren. "Der Trick ist, dass jeder glaubt, er könne zu den zehn Prozent gehören."
Immer zu den Gewinnern gehören die Online-Casinos. Sie stellen die Software zur Verfügung und streichen für jede Spielrunde Gebühren ein. Das Geld, das Riedl und Millionen andere Spieler weltweit in den virtuellen Spielhöllen lassen, ist die treibende Kraft hinter dem Phänomen Poker, das Deutschland im Sturm genommen hat. Binnen zweier Jahre haben sich in allen größeren Städten Turnier-Szenen entwickelt, in denen in Gaststätten um Sachpreise gezockt wird. Seit Entertainer Stefan Raab auf Pro 7 regelmäßig mit Prominenten pokert, hat das Thema endgültig den Mainstream erreicht.
Gerade dieses Beispiel zeigt die Schlüsselrolle der Internet-Casinos, die mit Werbung und Sponsoring Millionen in die Poker-Glitzerwelt pumpen, um neue Kundschaft anzulocken: Um als Zuschauer gegen Raab und Co. antreten zu dürfen, muss man sich in Online-Turnieren beim Anbieter "Pokerstars" qualifizieren. Umgekehrt schaltet die Firma fleißig Werbung bei Pro 7. Eine Symbiose, die juristisch nicht unumstritten ist.
Erfolgreiches Experiment
"Ohne die Internet-Casinos hätte es den Poker-Boom in dieser Form definitiv nicht gegeben", sagt Jens Leinert, der sich als Unternehmensberater auf den Bereich Internet-Glücksspiel spezialisiert hat. "Vor drei Jahren hat kein Mensch davon gesprochen. Heute kann man Koffer mit Chips, Karten und Zubehör sogar bei Lidl und Aldi kaufen."
Vom Insider-Hobby zum Freizeit-Trend - diesen Siegeszug hat Mitte 2005 das Deutsche Sport Fernsehen DSF eingeläutet, als es die ersten Turniere aus Las Vegas in deutsche Wohnzimmer übertrug. In der Szene gilt es als offenes Geheimnis, dass dem Sender die Übertragungsrechte geschenkt wurden, damit Online-Anbieter eine Werbe-Plattform haben. Das Experiment war erfolgreich: 2006 liefen auf DSF 510 Stunden Poker über den Sender, 2007 waren es schon 800 Stunden. Das Interesse wuchs, bald zogen andere Sender wie Eurosport nach. "Die Sendungen erreichen bei uns 200 000 bis 300 000 Zuschauer", sagt DSF-Sprecher Christian Henßel. Das ist zwar etwas weniger als etwa bei Spielen der Handball-Bundesliga. "Aber wir erreichen mit Poker unsere Kernzielgruppe, also Männer zwischen 14 und 49 Jahren, überdurchschnittlich gut."
Im virtuellen Raum haben die Online-Casinos, die ihre Firmensitze auf Gibraltar, der britischen Isle of Man oder im Karibikstaat Aruba haben, beachtliche Wirtschaftskraft aufgebaut. Die Fixkosten sind niedrig, die Margen riesig. Auf 15 Milliarden Dollar (rund 10,2 Milliarden Euro) im Jahr werden die weltweiten Umsätze mit Internet-Glücksspiel geschätzt. Poker macht vor Backgammon und Roulette den Löwenanteil aus. Neuerdings stürzen sich die Anbieter verstärkt auf den europäischen Markt. Nicht von ungefähr: Im Poker-Mutterland USA hat der Gesetzgeber 2006 versucht, die grassierende Internet-Zockerei einzudämmen. Den Kreditkarten-Firmen drohen hohe Strafen für Geld-Transfers zu Online-Casinos, die Werbung wurde eingeschränkt.
Juristischer Spagat
"Plötzlich trat die Situation ein, dass die Anbieter das Geld aus ihren Werbe-Etats in den USA nicht mehr investieren konnten", sagt Leinert. Seitdem läuft die Maschinerie in Europa auf Hochtouren, wurde ein glitzernder Turnier-Zirkus installiert, zu dem Stars der Szene wie Phil Ivey oder Daniel Negreanu aus Las Vegas eingeflogen werden. "Jeder Neukunde ist den Anbietern 100 bis 150 Euro an Werbemitteln wert", sagt Leinert. Das sei etwa das Doppelte dessen, was Banken für einen neuen Kunden ausgeben. Dabei ist die rechtliche Situation äußerst heikel. Nur durch einen juristischen Spagat ist es überhaupt möglich, dass Internet-Casinos in Deutschland TV-Werbung schalten. Die Spots bei DSF, Pro 7 und anderen Sendern werben offiziell nur für harmlose Online-Pokerschulen, auf denen zur Übung kostenlos um Spielchips gepokert wird. Doch die internationale Echtgeld-Seite ist von dort nur einen Mausklick entfernt. Es dauert etwa fünf Minuten, sich dort ein Benutzerkonto einzurichten, es mittels Kreditkarte aufzuladen - und das Spiel um reales Geld kann beginnen. In diesem Moment betritt man eine rechtliche Grauzone, in der sich geschätzte 260 000 deutsche Online-Pokerspieler tummeln.
Branche verunsichert
Denn Internet-Glücksspiel ist nach deutschem Recht strikt verboten. Suchtexperten und auch manche Politiker sind schon hellhörig geworden. Das Vergehen zu verfolgen, dürfte aber schwierig werden, zumal deutsches Recht im transnationalen Raum des Internets möglicherweise zu kurz greift. Die Debatte ähnelt der um Sportwetten. Im Hinblick auf diese wurde die Gesetzgebung mit dem Glücksspiel-Staatsvertrag, der am 1. Januar in Kraft trat, erneut verschärft. Die Frage ist nur, ob der auch gilt, wenn man zum Beispiel auf einer englischen Online-Seite spielt. Das weiß niemand so genau.
Auch nicht die Münchner Kanzlei um Internet-Rechtsexperte Wulf Hambach, die kürzlich ein Rechtsgutachten zum Thema veröffentlichte. Ist Poker ein Glücksspiel? Ist es strafbar, als Deutscher auf Poker-Seiten im EU-Ausland zu spielen? Muss eine EU-Lizenz auch in Deutschland als "behördliche Erlaubnis" anerkannt werden? Verstößt der Glücksspielstaatsvertrag gegen EU-Recht? All diese Fragen sind juristisch heftig umstritten.
Die Branche ist verunsichert. Beim DSF wird man einsilbig, wenn das Reizwort "Glücksspiel" fällt: Werbepartner seien ausschließlich Pokerschulen, betont man. Woher die Betreiber kostenloser Lern-Seiten das Geld haben, um TV-Spots bezahlen zu können, bleibt sein Geheimnis. In Frankfurt beschäftigt sich die Poker-Branche bald auf einem Kongress mit der rechtlichen Unsicherheit. Es geht um viel Geld. Doch auch um ganz persönliche Anliegen: So wird erzählt, ein Online-Anbieter habe seinen Angestellten jüngst empfohlen, nicht mehr durch Frankreich zu reisen - weil sie wegen der Rechtslage dort verhaftet werden könnten.
http://www.suedwest-aktiv.de/landundwel ... rtikel.php
Milliardengeschäfte mit Glücksspiel im Internet - nach deutschem Recht illegal
Vom Kneipenturnier bis zum TV-Event: In Deutschland geht derzeit das Pokerfieber um. Treibende Kraft sind Internet-Casinos, die weltweit Milliarden mit dem Glücksspiel am PC umsetzen - und mit massiver Werbung den Boom befeuern. Doch die Rechtslage ist heikel.
ROLAND MÜLLER
Poker-Live-Turniere wie in diesem Bild aus Stuttgart und Online-Szene fördern sich gegenseitig. FOTO: dpa
Robert Riedl (Name geändert) hat sein Zimmer abgedunkelt, es läuft leise Musik. Schon seit einigen Stunden sitzt er an diesem Samstag an seinem Computer. Er nippt an der Kaffeetasse, klickt mit der Maus. Auf dem Bildschirm: ein bunter Poker-Tisch. Riedl setzt, erhöht, blufft, legt die Karten weg - alles mit einem Mausklick. Es sieht aus wie ein Kinderspiel, doch es ist echtes Geld, das in Dollar und Cent über den virtuellen Tisch geschoben wird.
Der 31-jährige Mathematiker aus München macht aus seiner Faszination für das Spiel keinen Hehl. Der Nervenkitzel, um große Summen zu spielen, reizt ihn. "Manchmal wechseln in Sekunden 5000 oder 10 000 Dollar den Besitzer", sagt Riedl, der an einem Wochenende oft 15 Stunden lang Internet-Poker spielt. "In meiner heißen Phase waren es manchmal auch 20 Stunden am Stück." Anfangs geht er vorsichtig vor, erspielt sich über Stunden hinweg einige hundert Dollar. Mit diesem Kapital wechselt er an Tische mit höheren Einsätzen. "Doch da spielen auch die Gegner viel besser." Wenn es gut läuft, gewinnt Riedl Tausende. "Was häufiger vorkommt, ist, dass ich nachher pleite bin." Mehr als 300 bis 400 Euro im Monat könne er sich bei seinem Job nicht leisten zu verspielen.
Online-Poker am heimischen PC - das ist die am wenigsten öffentlichkeitswirksame Seite des allgegenwärtigen Poker-Booms. Manche würden sagen, es ist seine hässliche Seite. "Es gibt so etwas wie eine Nahrungskette", sagt Riedl. Nur zehn Prozent der Spieler machten Gewinn. Mancher lebt angeblich sogar davon - vom Geld, das die 90 Prozent verlieren. "Der Trick ist, dass jeder glaubt, er könne zu den zehn Prozent gehören."
Immer zu den Gewinnern gehören die Online-Casinos. Sie stellen die Software zur Verfügung und streichen für jede Spielrunde Gebühren ein. Das Geld, das Riedl und Millionen andere Spieler weltweit in den virtuellen Spielhöllen lassen, ist die treibende Kraft hinter dem Phänomen Poker, das Deutschland im Sturm genommen hat. Binnen zweier Jahre haben sich in allen größeren Städten Turnier-Szenen entwickelt, in denen in Gaststätten um Sachpreise gezockt wird. Seit Entertainer Stefan Raab auf Pro 7 regelmäßig mit Prominenten pokert, hat das Thema endgültig den Mainstream erreicht.
Gerade dieses Beispiel zeigt die Schlüsselrolle der Internet-Casinos, die mit Werbung und Sponsoring Millionen in die Poker-Glitzerwelt pumpen, um neue Kundschaft anzulocken: Um als Zuschauer gegen Raab und Co. antreten zu dürfen, muss man sich in Online-Turnieren beim Anbieter "Pokerstars" qualifizieren. Umgekehrt schaltet die Firma fleißig Werbung bei Pro 7. Eine Symbiose, die juristisch nicht unumstritten ist.
Erfolgreiches Experiment
"Ohne die Internet-Casinos hätte es den Poker-Boom in dieser Form definitiv nicht gegeben", sagt Jens Leinert, der sich als Unternehmensberater auf den Bereich Internet-Glücksspiel spezialisiert hat. "Vor drei Jahren hat kein Mensch davon gesprochen. Heute kann man Koffer mit Chips, Karten und Zubehör sogar bei Lidl und Aldi kaufen."
Vom Insider-Hobby zum Freizeit-Trend - diesen Siegeszug hat Mitte 2005 das Deutsche Sport Fernsehen DSF eingeläutet, als es die ersten Turniere aus Las Vegas in deutsche Wohnzimmer übertrug. In der Szene gilt es als offenes Geheimnis, dass dem Sender die Übertragungsrechte geschenkt wurden, damit Online-Anbieter eine Werbe-Plattform haben. Das Experiment war erfolgreich: 2006 liefen auf DSF 510 Stunden Poker über den Sender, 2007 waren es schon 800 Stunden. Das Interesse wuchs, bald zogen andere Sender wie Eurosport nach. "Die Sendungen erreichen bei uns 200 000 bis 300 000 Zuschauer", sagt DSF-Sprecher Christian Henßel. Das ist zwar etwas weniger als etwa bei Spielen der Handball-Bundesliga. "Aber wir erreichen mit Poker unsere Kernzielgruppe, also Männer zwischen 14 und 49 Jahren, überdurchschnittlich gut."
Im virtuellen Raum haben die Online-Casinos, die ihre Firmensitze auf Gibraltar, der britischen Isle of Man oder im Karibikstaat Aruba haben, beachtliche Wirtschaftskraft aufgebaut. Die Fixkosten sind niedrig, die Margen riesig. Auf 15 Milliarden Dollar (rund 10,2 Milliarden Euro) im Jahr werden die weltweiten Umsätze mit Internet-Glücksspiel geschätzt. Poker macht vor Backgammon und Roulette den Löwenanteil aus. Neuerdings stürzen sich die Anbieter verstärkt auf den europäischen Markt. Nicht von ungefähr: Im Poker-Mutterland USA hat der Gesetzgeber 2006 versucht, die grassierende Internet-Zockerei einzudämmen. Den Kreditkarten-Firmen drohen hohe Strafen für Geld-Transfers zu Online-Casinos, die Werbung wurde eingeschränkt.
Juristischer Spagat
"Plötzlich trat die Situation ein, dass die Anbieter das Geld aus ihren Werbe-Etats in den USA nicht mehr investieren konnten", sagt Leinert. Seitdem läuft die Maschinerie in Europa auf Hochtouren, wurde ein glitzernder Turnier-Zirkus installiert, zu dem Stars der Szene wie Phil Ivey oder Daniel Negreanu aus Las Vegas eingeflogen werden. "Jeder Neukunde ist den Anbietern 100 bis 150 Euro an Werbemitteln wert", sagt Leinert. Das sei etwa das Doppelte dessen, was Banken für einen neuen Kunden ausgeben. Dabei ist die rechtliche Situation äußerst heikel. Nur durch einen juristischen Spagat ist es überhaupt möglich, dass Internet-Casinos in Deutschland TV-Werbung schalten. Die Spots bei DSF, Pro 7 und anderen Sendern werben offiziell nur für harmlose Online-Pokerschulen, auf denen zur Übung kostenlos um Spielchips gepokert wird. Doch die internationale Echtgeld-Seite ist von dort nur einen Mausklick entfernt. Es dauert etwa fünf Minuten, sich dort ein Benutzerkonto einzurichten, es mittels Kreditkarte aufzuladen - und das Spiel um reales Geld kann beginnen. In diesem Moment betritt man eine rechtliche Grauzone, in der sich geschätzte 260 000 deutsche Online-Pokerspieler tummeln.
Branche verunsichert
Denn Internet-Glücksspiel ist nach deutschem Recht strikt verboten. Suchtexperten und auch manche Politiker sind schon hellhörig geworden. Das Vergehen zu verfolgen, dürfte aber schwierig werden, zumal deutsches Recht im transnationalen Raum des Internets möglicherweise zu kurz greift. Die Debatte ähnelt der um Sportwetten. Im Hinblick auf diese wurde die Gesetzgebung mit dem Glücksspiel-Staatsvertrag, der am 1. Januar in Kraft trat, erneut verschärft. Die Frage ist nur, ob der auch gilt, wenn man zum Beispiel auf einer englischen Online-Seite spielt. Das weiß niemand so genau.
Auch nicht die Münchner Kanzlei um Internet-Rechtsexperte Wulf Hambach, die kürzlich ein Rechtsgutachten zum Thema veröffentlichte. Ist Poker ein Glücksspiel? Ist es strafbar, als Deutscher auf Poker-Seiten im EU-Ausland zu spielen? Muss eine EU-Lizenz auch in Deutschland als "behördliche Erlaubnis" anerkannt werden? Verstößt der Glücksspielstaatsvertrag gegen EU-Recht? All diese Fragen sind juristisch heftig umstritten.
Die Branche ist verunsichert. Beim DSF wird man einsilbig, wenn das Reizwort "Glücksspiel" fällt: Werbepartner seien ausschließlich Pokerschulen, betont man. Woher die Betreiber kostenloser Lern-Seiten das Geld haben, um TV-Spots bezahlen zu können, bleibt sein Geheimnis. In Frankfurt beschäftigt sich die Poker-Branche bald auf einem Kongress mit der rechtlichen Unsicherheit. Es geht um viel Geld. Doch auch um ganz persönliche Anliegen: So wird erzählt, ein Online-Anbieter habe seinen Angestellten jüngst empfohlen, nicht mehr durch Frankreich zu reisen - weil sie wegen der Rechtslage dort verhaftet werden könnten.
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- Teute78
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Anfangs geht er vorsichtig vor, erspielt sich über Stunden hinweg einige hundert Dollar. Mit diesem Kapital wechselt er an Tische mit höheren Einsätzen. "Doch da spielen auch die Gegner viel besser." Wenn es gut läuft, gewinnt Riedl Tausende. "Was häufiger vorkommt, ist, dass ich nachher pleite bin." Mehr als 300 bis 400 Euro im Monat könne er sich bei seinem Job nicht leisten zu verspielen.
LOL FISH
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"Freiheit schützt man nicht, indem man sie abschafft"
- Teute78
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EPT Kopenhagen! NOW!
edit:
Schorsch "teh Dancer" Danzer co-kommentiert...

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"Freiheit schützt man nicht, indem man sie abschafft"
Poker im Fernsehen - Zocken mit den Superstars
Poker im Fernsehen - Zocken mit den Superstars
Von Thomas Scholz
26. Februar 2008 Einmal gegen Jesus spielen - das wär's. Jesus: Das ist der professionelle Pokerspieler Chris Ferguson. Zu seinem Künstlernamen ist er gekommen, weil er lange, offene Haare trägt, einen Vollbart hat und damit an diverse Filmklischees des Mannes aus Nazareth erinnert. Entgegen alter Vorurteile verdient Ferguson sein Geld nicht in verrauchten Hinterzimmern. Er spielt erfolgreich in der World Series of Poker, kurz WSOP, und anderen großen, öffentlichen Turnieren.
Sie werden im Fernsehen übertragen - und sind auch für eine Reihe deutscher Sender überaus lukrativ. Weltweit schauen Millionen ihren Vorbildern über die Schulter und in die Karten. Nicht zuletzt, um zu lernen. Denn die Verlockungen des neuen Volkssports Poker sind groß. Und gut inszeniert. Die Faszination des Spiels wirkt.
ganzer Artikel:
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC2486 ... ntent.html
Von Thomas Scholz
26. Februar 2008 Einmal gegen Jesus spielen - das wär's. Jesus: Das ist der professionelle Pokerspieler Chris Ferguson. Zu seinem Künstlernamen ist er gekommen, weil er lange, offene Haare trägt, einen Vollbart hat und damit an diverse Filmklischees des Mannes aus Nazareth erinnert. Entgegen alter Vorurteile verdient Ferguson sein Geld nicht in verrauchten Hinterzimmern. Er spielt erfolgreich in der World Series of Poker, kurz WSOP, und anderen großen, öffentlichen Turnieren.
Sie werden im Fernsehen übertragen - und sind auch für eine Reihe deutscher Sender überaus lukrativ. Weltweit schauen Millionen ihren Vorbildern über die Schulter und in die Karten. Nicht zuletzt, um zu lernen. Denn die Verlockungen des neuen Volkssports Poker sind groß. Und gut inszeniert. Die Faszination des Spiels wirkt.
ganzer Artikel:
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC2486 ... ntent.html
Zocken gegen die ganze Welt
Zocken gegen die ganze Welt
VON DANIEL GRATZLA, 23.05.08, 21:50h
1400 Dollar liegen im Pot. Andi hat zwei Vieren. Mit der Vier in der Mitte des Tisches ergibt das einen Drilling. Ein gutes Blatt. Aber wird es reichen? Oder muss sich Andi jetzt von den 600 Dollar verabschieden, die er eingezahlt hat? Fragen, die anderen Spielern Schweißperlen auf die Stirn treiben. Andi aber guckt ganz entspannt auf seinen Rechner.
Seit einem halben Jahr ist der Kölner Poker-Profi. Bis zu fünf Stunden spielt er täglich im Internet und verdient so im Schnitt 11 000 US-Dollar im Monat. Trotz des schlechten Dollarkurses sind das immer noch 7500 Euro. Viel Geld für einen 21-Jährigen, der gerade seinen Zivildienst hinter sich hat, noch bei Mama wohnt und die meiste Zeit des Tages frei hat. Legal ist das Zocken um reale Beträge in Deutschland aber nicht, weshalb Andis richtiger Name auch nicht in der Zeitung stehen soll.
Andi trifft gern Freunde, er spielt Badminton im Verein, ist höflich und zuvorkommend. Die Schulkameraden wählten ihn in der Abi-Zeitung zum „Nettesten“ des Jahrgangs. Sitzt er aber am virtuellen Pokertisch, kennt er kein Pardon mehr. Schwache Spieler werden gnadenlos ausgenommen. „Online kann man mehr verdienen als sonst, weil es schneller zugeht“, erzählt Andi, der an drei bis vier Tischen parallel spielt.
An Gegnern mangelt es nicht. Allein 1,8 Millionen Deutsche pokern online, schätzt die German Poker Players Association. Zocken kann man gegen Gegner aus aller Welt. Die meisten Spieler sitzen in den USA. Und die meisten verlieren mehr als sie gewinnen, denn ein Teil der Einsätze geht gleich in die Kassen des Online-Casinos.
Das Pokerfieber erwischte Andi in seiner Zivildienstzeit. Erst ging es um kleinere Beträge, sagt er. „Gegen Ende des Zivildienstes habe ich dann getestet, ob ich mit Pokern genug verdienen kann.“ Es war genug. Dabei klingt sein Erfolgsrezept banal: Das Spiel der Gegner beobachten und selbst diszipliniert handeln. „Man muss kein Mathegenie sein“, ist Andi überzeugt. „Wichtig ist, nicht gegen die Wahrscheinlichkeiten zu spielen. Auch wenn man mal schlechte Karten hat, nicht ungeduldig zu werden.“ Und wenn er auch mal ein paar Tausender verliert - auf lange Sicht, so glaubt er, wird er gewinnen.
Sein Zimmer sieht für einen Sieger eher bescheiden aus: Bett, Sofa, Schreibtisch, Kleiderschrank. Nur ein riesiger Flachbildfernseher zeugt vom Kontostand des Bewohners. „Den habe ich mir nach einer besonders guten Woche gegönnt“, sagt Andi. Ansonsten braucht er die Rücklagen, um längere Durststrecken im Online-Casino zu überstehen An seinem besten Tag gewann Andi 15 000 Dollar, an seinem schwärzesten verlor er 10 000.
Die Gefahr, spielsüchtig zu werden, sieht Andi. „Es gab Phasen“, gibt er zu, „in denen ich die Kontrolle verloren habe.“ Wenn es nicht gut läuft, sei man anfällig und versuche, das Glück zu erzwingen. „Als ich mal 6000 Dollar im Minus war, konnte ich nicht sagen, ich spiele jetzt nur vier Stunden oder einen Tag gar nicht.“ Bis zu zwölf Stunden am Stück saß er vor dem Computer, um das Geld wieder reinzuholen. „Ich werde aber immer besser darin, mich unter Kontrolle zu halten“, glaubt er.
Seine Mutter ist von der ganzen Sache nur mäßig begeistert. „Wenn ich verliere, sagt sie, ich soll was Ordentliches machen. Wenn ich gewinne, sagt sie nichts.“ Er setzt sich keine langfristigen Ziele, will lieber das Leben genießen. Ausbildung oder Studium reizen ihn nicht: „Dafür kann ich mich im Moment nicht motivieren.“ Interessieren könnte ihn eine Reise ins Zockerparadies Las Vegas. Die Leute dort sollen viel schlechter spielen als im Internet, hat er gehört.
Im virtuellen Pokerraum mit dem echten 1400-Dollar-Einsatz naht die Entscheidung für Andis Vierer-Drilling. Die letzte Karte, ein König, kann den Gegenspieler nicht mehr retten. Drilling schlägt Bubenpaar, das Geld gehört Andi. Bevor er seinen Laptop schließt, trägt er in die Statistik noch die erspielte Summe ein: 1700 Dollar in einer Stunde. „Glück gehabt“, sagt Andi.
http://www.rundschau-online.de/html/art ... 8704.shtml
VON DANIEL GRATZLA, 23.05.08, 21:50h
1400 Dollar liegen im Pot. Andi hat zwei Vieren. Mit der Vier in der Mitte des Tisches ergibt das einen Drilling. Ein gutes Blatt. Aber wird es reichen? Oder muss sich Andi jetzt von den 600 Dollar verabschieden, die er eingezahlt hat? Fragen, die anderen Spielern Schweißperlen auf die Stirn treiben. Andi aber guckt ganz entspannt auf seinen Rechner.
Seit einem halben Jahr ist der Kölner Poker-Profi. Bis zu fünf Stunden spielt er täglich im Internet und verdient so im Schnitt 11 000 US-Dollar im Monat. Trotz des schlechten Dollarkurses sind das immer noch 7500 Euro. Viel Geld für einen 21-Jährigen, der gerade seinen Zivildienst hinter sich hat, noch bei Mama wohnt und die meiste Zeit des Tages frei hat. Legal ist das Zocken um reale Beträge in Deutschland aber nicht, weshalb Andis richtiger Name auch nicht in der Zeitung stehen soll.
Andi trifft gern Freunde, er spielt Badminton im Verein, ist höflich und zuvorkommend. Die Schulkameraden wählten ihn in der Abi-Zeitung zum „Nettesten“ des Jahrgangs. Sitzt er aber am virtuellen Pokertisch, kennt er kein Pardon mehr. Schwache Spieler werden gnadenlos ausgenommen. „Online kann man mehr verdienen als sonst, weil es schneller zugeht“, erzählt Andi, der an drei bis vier Tischen parallel spielt.
An Gegnern mangelt es nicht. Allein 1,8 Millionen Deutsche pokern online, schätzt die German Poker Players Association. Zocken kann man gegen Gegner aus aller Welt. Die meisten Spieler sitzen in den USA. Und die meisten verlieren mehr als sie gewinnen, denn ein Teil der Einsätze geht gleich in die Kassen des Online-Casinos.
Das Pokerfieber erwischte Andi in seiner Zivildienstzeit. Erst ging es um kleinere Beträge, sagt er. „Gegen Ende des Zivildienstes habe ich dann getestet, ob ich mit Pokern genug verdienen kann.“ Es war genug. Dabei klingt sein Erfolgsrezept banal: Das Spiel der Gegner beobachten und selbst diszipliniert handeln. „Man muss kein Mathegenie sein“, ist Andi überzeugt. „Wichtig ist, nicht gegen die Wahrscheinlichkeiten zu spielen. Auch wenn man mal schlechte Karten hat, nicht ungeduldig zu werden.“ Und wenn er auch mal ein paar Tausender verliert - auf lange Sicht, so glaubt er, wird er gewinnen.
Sein Zimmer sieht für einen Sieger eher bescheiden aus: Bett, Sofa, Schreibtisch, Kleiderschrank. Nur ein riesiger Flachbildfernseher zeugt vom Kontostand des Bewohners. „Den habe ich mir nach einer besonders guten Woche gegönnt“, sagt Andi. Ansonsten braucht er die Rücklagen, um längere Durststrecken im Online-Casino zu überstehen An seinem besten Tag gewann Andi 15 000 Dollar, an seinem schwärzesten verlor er 10 000.
Die Gefahr, spielsüchtig zu werden, sieht Andi. „Es gab Phasen“, gibt er zu, „in denen ich die Kontrolle verloren habe.“ Wenn es nicht gut läuft, sei man anfällig und versuche, das Glück zu erzwingen. „Als ich mal 6000 Dollar im Minus war, konnte ich nicht sagen, ich spiele jetzt nur vier Stunden oder einen Tag gar nicht.“ Bis zu zwölf Stunden am Stück saß er vor dem Computer, um das Geld wieder reinzuholen. „Ich werde aber immer besser darin, mich unter Kontrolle zu halten“, glaubt er.
Seine Mutter ist von der ganzen Sache nur mäßig begeistert. „Wenn ich verliere, sagt sie, ich soll was Ordentliches machen. Wenn ich gewinne, sagt sie nichts.“ Er setzt sich keine langfristigen Ziele, will lieber das Leben genießen. Ausbildung oder Studium reizen ihn nicht: „Dafür kann ich mich im Moment nicht motivieren.“ Interessieren könnte ihn eine Reise ins Zockerparadies Las Vegas. Die Leute dort sollen viel schlechter spielen als im Internet, hat er gehört.
Im virtuellen Pokerraum mit dem echten 1400-Dollar-Einsatz naht die Entscheidung für Andis Vierer-Drilling. Die letzte Karte, ein König, kann den Gegenspieler nicht mehr retten. Drilling schlägt Bubenpaar, das Geld gehört Andi. Bevor er seinen Laptop schließt, trägt er in die Statistik noch die erspielte Summe ein: 1700 Dollar in einer Stunde. „Glück gehabt“, sagt Andi.
http://www.rundschau-online.de/html/art ... 8704.shtml
Auf der Jagd nach Boris
Pokervideo auf Spiegel Online:
http://www.spiegel.de/video/video-19213.html
Der dazugehörige Artikel:
Auf der Jagd nach Boris
Von Juan Moreno
Die Deutsche Katja Thater, Weltmeisterin im Poker, gilt in den Spielsalons der Welt als Hai. Das sind Profis, die den Millionen kleinen Fischen das Leben schwermachen, also Leuten wie Boris Becker und anderen Anfängern. Nun muss sie in Las Vegas ihren Titel verteidigen.
Eine gute Freundin von Katja Thater hatte vor einiger Zeit ein Problem. Zu kleine Brüste und 700 Euro auf dem Konto. Zu kleine Brüste und 5000 Euro auf dem Konto wären kein Problem gewesen. So viel koste eine Schönheitsoperation, erzählte die Freundin. Es war eine wirklich gute Freundin, und sie wünschte sich die neuen Brüste sehr. Thater überlegte. Nach einer Weile nahm sie die 700 Euro und sagte:
"Komm Montag wieder."
"Du hilfst mir?"
"Ja."
"Was hast du vor?"
"Boob-Challenge."
Boob-Challenge ist nicht leicht zu übersetzen. Vielleicht mit Brust-Herausforderung. Oder Busen-Wettkampf. Projekt Doppel-D.
Thater fuhr ins Casino Schenefeld bei Hamburg, wo sie viele Wochenenden verbracht hatte, kaufte für 700 Euro Chips, suchte sich einen Pokertisch und sagte: "Jungs, ist für 'nen guten Zweck."
Drei Nächte spielte sie. Am Ende hatte sie das Geld zusammen. 5000 Euro. Immer wieder hatte Thater entscheiden müssen, ob die Karten in ihrer Hand gut oder schlecht waren, ob es einen bestimmten Spieler am Tisch gab, auf den sie sich konzentrieren sollte, der allein genug abwerfen würde, oder ob sie stetig allen etwas abnehmen sollte. Es waren viele Fragen, viele Entscheidungen, aber es ging gut. Thater gab die 5000 Euro der Freundin, einer Freundin, die sich in letzter Zeit gern Blusen mit weitem Ausschnitt kauft.
Thater ist voriges Jahr in Las Vegas Weltmeisterin in der Pokerdisziplin Seven Card Razz geworden (mehr...). Es gibt noch andere Varianten; Draw, Stud, Omaha. Die populärste Variante heißt Texas Hold'em. Thater ist in allen gut.
Poker ist über Deutschland gekommen wie ein Grippevirus. Vor fünf Jahren dachte man bei Poker an Saloons. Mittlerweile gibt es Dutzende deutsche Pokerseiten im Netz, und DSF überträgt regelmäßig Partien. Die German Poker Players Association spricht von etwa zwei Millionen Spielern. Der Deutsche Poker Bund gibt die Zahl mit einer Million an.
Die Pokerwelt ist in zwei Gruppen aufgeteilt, man muss sich das wie im Meer vorstellen. Es gibt Fische und Haie. Leute wie Thater heißen Haie, sie suchen sich am Tisch Opfer und verbeißen sich so lange, bis nichts mehr übrig bleibt. Sie sind berechnend, rücksichtslos, kalt. Von außen muss es aussehen, als beherrschten Haie das Glück. Jeden Abend provozieren sie das Schicksal am Tisch, und das Schicksal kneift. Haie gewinnen spielend Geld. Es sind nur wenige, aber sie sind die Könige der Pokerwelt.
Die Opfer der Haie sind die Fische, Leute, die der Poker-Boom gebracht hat. Sie sind nicht berechnend, nicht rücksichtslos, auch sie dürfen im Pokermeer schwimmen. Fische sind das Futter.
Wenn man Poker verstehen will, muss man dieses Meer verstehen. Es funktioniert nur, weil es immer genug Fische gibt. All die Fernsehübertragungen, die Werbung für Pokerseiten, der Rummel, all das ist - genau genommen - eine Fischzucht. Sie ist so erfolgreich, weil ein Gewinn von 5000 Euro in drei Nächten einfach zu verlockend klingt. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass man selbst irgendwann zum Hai wird. Diese Hoffnung ist ein wenig naiv, aber menschlich. Alle wollen der Hai sein.
Der ganze Artikel geht über 3 Seiten, nachzulesen hier:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,556916,00.html
http://www.spiegel.de/video/video-19213.html
Der dazugehörige Artikel:
Auf der Jagd nach Boris
Von Juan Moreno
Die Deutsche Katja Thater, Weltmeisterin im Poker, gilt in den Spielsalons der Welt als Hai. Das sind Profis, die den Millionen kleinen Fischen das Leben schwermachen, also Leuten wie Boris Becker und anderen Anfängern. Nun muss sie in Las Vegas ihren Titel verteidigen.
Eine gute Freundin von Katja Thater hatte vor einiger Zeit ein Problem. Zu kleine Brüste und 700 Euro auf dem Konto. Zu kleine Brüste und 5000 Euro auf dem Konto wären kein Problem gewesen. So viel koste eine Schönheitsoperation, erzählte die Freundin. Es war eine wirklich gute Freundin, und sie wünschte sich die neuen Brüste sehr. Thater überlegte. Nach einer Weile nahm sie die 700 Euro und sagte:
"Komm Montag wieder."
"Du hilfst mir?"
"Ja."
"Was hast du vor?"
"Boob-Challenge."
Boob-Challenge ist nicht leicht zu übersetzen. Vielleicht mit Brust-Herausforderung. Oder Busen-Wettkampf. Projekt Doppel-D.
Thater fuhr ins Casino Schenefeld bei Hamburg, wo sie viele Wochenenden verbracht hatte, kaufte für 700 Euro Chips, suchte sich einen Pokertisch und sagte: "Jungs, ist für 'nen guten Zweck."
Drei Nächte spielte sie. Am Ende hatte sie das Geld zusammen. 5000 Euro. Immer wieder hatte Thater entscheiden müssen, ob die Karten in ihrer Hand gut oder schlecht waren, ob es einen bestimmten Spieler am Tisch gab, auf den sie sich konzentrieren sollte, der allein genug abwerfen würde, oder ob sie stetig allen etwas abnehmen sollte. Es waren viele Fragen, viele Entscheidungen, aber es ging gut. Thater gab die 5000 Euro der Freundin, einer Freundin, die sich in letzter Zeit gern Blusen mit weitem Ausschnitt kauft.
Thater ist voriges Jahr in Las Vegas Weltmeisterin in der Pokerdisziplin Seven Card Razz geworden (mehr...). Es gibt noch andere Varianten; Draw, Stud, Omaha. Die populärste Variante heißt Texas Hold'em. Thater ist in allen gut.
Poker ist über Deutschland gekommen wie ein Grippevirus. Vor fünf Jahren dachte man bei Poker an Saloons. Mittlerweile gibt es Dutzende deutsche Pokerseiten im Netz, und DSF überträgt regelmäßig Partien. Die German Poker Players Association spricht von etwa zwei Millionen Spielern. Der Deutsche Poker Bund gibt die Zahl mit einer Million an.
Die Pokerwelt ist in zwei Gruppen aufgeteilt, man muss sich das wie im Meer vorstellen. Es gibt Fische und Haie. Leute wie Thater heißen Haie, sie suchen sich am Tisch Opfer und verbeißen sich so lange, bis nichts mehr übrig bleibt. Sie sind berechnend, rücksichtslos, kalt. Von außen muss es aussehen, als beherrschten Haie das Glück. Jeden Abend provozieren sie das Schicksal am Tisch, und das Schicksal kneift. Haie gewinnen spielend Geld. Es sind nur wenige, aber sie sind die Könige der Pokerwelt.
Die Opfer der Haie sind die Fische, Leute, die der Poker-Boom gebracht hat. Sie sind nicht berechnend, nicht rücksichtslos, auch sie dürfen im Pokermeer schwimmen. Fische sind das Futter.
Wenn man Poker verstehen will, muss man dieses Meer verstehen. Es funktioniert nur, weil es immer genug Fische gibt. All die Fernsehübertragungen, die Werbung für Pokerseiten, der Rummel, all das ist - genau genommen - eine Fischzucht. Sie ist so erfolgreich, weil ein Gewinn von 5000 Euro in drei Nächten einfach zu verlockend klingt. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass man selbst irgendwann zum Hai wird. Diese Hoffnung ist ein wenig naiv, aber menschlich. Alle wollen der Hai sein.
Der ganze Artikel geht über 3 Seiten, nachzulesen hier:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,556916,00.html
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pokerfreeky hat geschrieben:interessant interessant ;D
WTF???
In dieser Anzahl geht mir sowas schon wieder auf den Keks...

Ich bin eine Invasion. (Jerin Petrowski)
Peter Watroba über das Aussterben der Poker-Dinosaurier
Peter Watroba über das Aussterben der Poker-Dinosaurier
Ein Blick durch die Augen eines Poker-Veranstalters
(firmenpresse) - Wer ist zu alt fürs Pokern? Diese Frage mag sich mancher reife Spieler stellen, angesichts der Armeen junger und motivierter Poker-Spiele bei den aktuellen Poker-Events.
Wir sind gerade auf einem öffentlichen Pokerturnier an der niederländischen Grenze. Mit dabei sind 18 Tische und rund 250 Leute, die sich zum Teil erst einmal mit der Warteliste begnügen müssen. Auffallend ist die Altersstruktur der Spieler, viele vielleicht mal gerade achtzehn geworden. Von der älteren Generation sind auffällig wenige zu sehen. Macht die nachrückende Generation den Poker-Dinosauriern das Leben schwer oder verdrängt sie gar ganz? Kommen die alten Hasen etwa nicht damit zurecht, dass Spieler, die ihr Enkelkind sein könnten, oft besser spielen als sie selbst und bleiben fern?
Wir fragen einen Fachmann, der es wissen muss. Peter Watroba, selbst Betreiber staatlich konzessionierter Casinos und hier heute ehrenamtlicher Spielleiter des Turniers: „Wir Dinosaurier müssen keine Eiszeit fürchten, aber so wie die Jugend sich dem Alter überlegen fühlt, vergessen wir gerne mal, dass die Kinder von heute die Konzernlenker und Präsidentschaftskandidaten von morgen sein werden. Roulette und Black Jack sind auf Profit für das Casino ausgelegt und weder mit System, noch mit Intelligenz oder Wagemut zu bezwingen. Im Turnierpoker aber, wie sie es heute hier erleben oder es aus dem Fernsehen kennen, entscheiden 80% Können und 20% Glück. Der Zugang zu den Turnieren ist einfach, hier kommen sie im Gegensatz zum Casino mit zerfransten Jeans und Baseballmütze rein.“
Die jungen Leute sind angespornt von den Medienberichten über frisch geborene Pokerprofis, wie gerade über Mike McDonald, der 18-jährige hat soeben auf dem EPT-Turnier in Dortmund 933.600.- Euro gewonnen. Oder die 22-jährige Poker-Schönheit Vanessa Rousso, die mal eben so $260'000 auf dem einen und $850'000 auf ihrem höchsten Turnier mit nach Hause nimmt.
„Wer weiß, wie viele Single-Spätpubertierende sich alleine schon wegen des hohen Frauenanteils für Poker begeistern können und für einen Platz am Tisch gerne ihre Zahnspange daheim lassen würden“ scherzt Peter Watroba und prognostiziert: „Realistisch gesehen wird der Pokermarkt weiterhin expandieren und es wächst eine neue Generation von Spielern heran. Man muss sich nur die letzte World Poker Tour anschauen, um einen Beweis zu haben, dass viele junge Pokerspieler die Szene kolorieren und einige zu den besten der Welt gehören. Dass aber die Poker-Dinosaurier am Aussterben sind, muss niemand befürchten. Eine allgemeingültige Regel, Jung schlägt Alt, ist physikalisch gesehen naturbedingt, wird es aber auf intellektueller Ebene nicht geben. Ich zitiere hierzu gerne einen Arzt und Schriftsteller: Der junge Mann kennt die Regeln. Aber der erfahrene Mann kennt die Ausnahmen.“
Wir bedanken uns für das nette Gespräch und schauen weiter interessiert zu, wie sich hier auf diesem Pokerturnier, doch tatsächlich noch einige über ihre Zahnspange hinausblickend, professionell ihren Platz erobern. Und am Ende des Abends sitzt doch tatsächlich noch ein Dinosaurier im Finale. Eine Ausnahme?
http://www.firmenpresse.de/pressinfo52325.html
Ein Blick durch die Augen eines Poker-Veranstalters
(firmenpresse) - Wer ist zu alt fürs Pokern? Diese Frage mag sich mancher reife Spieler stellen, angesichts der Armeen junger und motivierter Poker-Spiele bei den aktuellen Poker-Events.
Wir sind gerade auf einem öffentlichen Pokerturnier an der niederländischen Grenze. Mit dabei sind 18 Tische und rund 250 Leute, die sich zum Teil erst einmal mit der Warteliste begnügen müssen. Auffallend ist die Altersstruktur der Spieler, viele vielleicht mal gerade achtzehn geworden. Von der älteren Generation sind auffällig wenige zu sehen. Macht die nachrückende Generation den Poker-Dinosauriern das Leben schwer oder verdrängt sie gar ganz? Kommen die alten Hasen etwa nicht damit zurecht, dass Spieler, die ihr Enkelkind sein könnten, oft besser spielen als sie selbst und bleiben fern?
Wir fragen einen Fachmann, der es wissen muss. Peter Watroba, selbst Betreiber staatlich konzessionierter Casinos und hier heute ehrenamtlicher Spielleiter des Turniers: „Wir Dinosaurier müssen keine Eiszeit fürchten, aber so wie die Jugend sich dem Alter überlegen fühlt, vergessen wir gerne mal, dass die Kinder von heute die Konzernlenker und Präsidentschaftskandidaten von morgen sein werden. Roulette und Black Jack sind auf Profit für das Casino ausgelegt und weder mit System, noch mit Intelligenz oder Wagemut zu bezwingen. Im Turnierpoker aber, wie sie es heute hier erleben oder es aus dem Fernsehen kennen, entscheiden 80% Können und 20% Glück. Der Zugang zu den Turnieren ist einfach, hier kommen sie im Gegensatz zum Casino mit zerfransten Jeans und Baseballmütze rein.“
Die jungen Leute sind angespornt von den Medienberichten über frisch geborene Pokerprofis, wie gerade über Mike McDonald, der 18-jährige hat soeben auf dem EPT-Turnier in Dortmund 933.600.- Euro gewonnen. Oder die 22-jährige Poker-Schönheit Vanessa Rousso, die mal eben so $260'000 auf dem einen und $850'000 auf ihrem höchsten Turnier mit nach Hause nimmt.
„Wer weiß, wie viele Single-Spätpubertierende sich alleine schon wegen des hohen Frauenanteils für Poker begeistern können und für einen Platz am Tisch gerne ihre Zahnspange daheim lassen würden“ scherzt Peter Watroba und prognostiziert: „Realistisch gesehen wird der Pokermarkt weiterhin expandieren und es wächst eine neue Generation von Spielern heran. Man muss sich nur die letzte World Poker Tour anschauen, um einen Beweis zu haben, dass viele junge Pokerspieler die Szene kolorieren und einige zu den besten der Welt gehören. Dass aber die Poker-Dinosaurier am Aussterben sind, muss niemand befürchten. Eine allgemeingültige Regel, Jung schlägt Alt, ist physikalisch gesehen naturbedingt, wird es aber auf intellektueller Ebene nicht geben. Ich zitiere hierzu gerne einen Arzt und Schriftsteller: Der junge Mann kennt die Regeln. Aber der erfahrene Mann kennt die Ausnahmen.“
Wir bedanken uns für das nette Gespräch und schauen weiter interessiert zu, wie sich hier auf diesem Pokerturnier, doch tatsächlich noch einige über ihre Zahnspange hinausblickend, professionell ihren Platz erobern. Und am Ende des Abends sitzt doch tatsächlich noch ein Dinosaurier im Finale. Eine Ausnahme?
http://www.firmenpresse.de/pressinfo52325.html
Mal wieder ein etwas "unglücklicher" Artikel in der Presse:
Am Pokertisch die Möbel erspielt
Von Martina Bachmann
Dillingen Walter Bizarro baut Möbel auf. Der 42-Jährige zieht gerade in seine neue Wohnung. Noch sind die Wände weitgehend kahl, die Gartenmöbel stehen im Essbereich. Bizarro ist stolz auf seine Einrichtung: „Ich habe alle Möbel neu gekauft.“ Das Geld hat er in Las Vegas beim Pokern gewonnen. Bei einem Glücksspiel.
Es ist noch nicht lange her, da standen die Möbel noch im Einrichtungshaus und Bizarro fuhr zu einem Pokerturnier nach Bregenz. 300 Euro hatte der Dillinger dabei - so hoch war der Einsatz, den jeder Spieler bei diesem Turnier einbringen musste. Nach unzähligen Pokerrunden hatte Bizarro 10 000 Euro gewonnen. Und dann packte es ihn.
Er dachte an Las Vegas. An das größte Pokerturnier der Welt, das er bisher nur im Fernsehen gesehen hatte - die „World Series of Poker“. Er dachte an die Gewinnsumme, die dort insgesamt ausgezahlt wird - 64 Millionen Dollar. An die über neun Millionen, die der Sieger erhält. „Ich hab damit immer geliebäugelt.“ Bizarro buchte einen Flug. Dann saß er in einer der großen Hallen. Um in herum versuchten etwa 1700 andere Spieler, ihre Gegner zu überlisten. Den Angstschweiß der anderen konnte er nicht riechen. Die Klimaanlage kühlte die Halle auf etwa 18 Grad. Die Augen der anderen konnte er nicht sehen. „Die meisten hatten ein Käppi und eine Sonnenbrille auf.“ Bizarro bezahlte 10 000 Dollar Startgeld. Die Wahrscheinlichkeit, dass er am Ende ohne einen Cent nach Hause fliegen könnte, war da.
Dann begann ein Pokermarathon. Zehn Stunden am Tag, sieben Tage lang. Der Dillinger versuchte, seine Gegner einzuschätzen. Spielte jemand eher auf Risiko? Dann musste man ihn ausspielen, anstacheln, zum Setzen großer Summen bewegen und am Ende doch überlisten. Spielte jemand sehr sicher? Dann ging der 42-Jährige nicht mit, wenn es um große Einsätze ging. Und wie spielte Bizarro selbst? „Mal aggressiv, mal piano - damit der Gegner nie wusste, ob ich gute oder schlechte Karten hatte.“
Zehn Stunden am Tag den Gegner einschätzen. Zehn Stunden volle Konzentration. Und zehn Stunden Rechnen: Welche Karten liegen auf dem Tisch, welche könnten noch ausgegeben werden - was für ein Blatt haben die anderen Spieler? Viele der Profis seien vorher Schachspieler gewesen, sagt Bizarro. Andere waren Professor an einer Universität. Bizarro leitet eine Gerüstbaufirma in München.
Am Tag sieben flog Bizarro aus dem Turnier. Er belegte damit den 644. Platz von über 6000 Teilnehmern. Sein Gewinn: 21 230 Dollar. Bizarro nahm das Geld, stieg ins Flugzeug zurück nach Deutschland. Er fuhr in ein Möbelgeschäft und kaufte sich seine neue Einrichtung.
Eigentlich könnte die Geschichte über Walter Bizarro an dieser Stelle enden. Doch: Was ist das für ein Mensch, der mal eben nach Las Vegas zum Pokern fährt? In Deutschland ist dieses Glücksspiel unter bestimmten Voraussetzungen verboten (siehe nebenstehender Text). Bizarro hat die Berufe Schlosser, Krankenpfleger und Gerüstbauer gelernt. Er hat in seinem Leben auch schon mal einen festen Job gekündigt, um dann einen Telefonbuchverlag zu gründen. „Ich war immer schon risikofreudig.“ Und bereit, auch mal alles auf eine Karte zu setzen.
Eine Karte, mit der man alles verlieren könnte. Geld, noch mehr Geld, das ganze eigene Geld. Bizarro sagt von sich, dass er nicht süchtig sei. Und: „Ich spiele nicht mehr mit dem Geld, dass ich verdient habe, sondern nur noch mit dem, dass ich gewonnen habe.“ Seit drei Wochen hat Walter Bizarro nicht mehr gezockt. Wer umzieht und neue Möbel aufbaut, hat keine Zeit zum Pokern.
http://www.augsburger-allgemeine.de/Hom ... ,4495.html
Am Pokertisch die Möbel erspielt
Von Martina Bachmann
Dillingen Walter Bizarro baut Möbel auf. Der 42-Jährige zieht gerade in seine neue Wohnung. Noch sind die Wände weitgehend kahl, die Gartenmöbel stehen im Essbereich. Bizarro ist stolz auf seine Einrichtung: „Ich habe alle Möbel neu gekauft.“ Das Geld hat er in Las Vegas beim Pokern gewonnen. Bei einem Glücksspiel.
Es ist noch nicht lange her, da standen die Möbel noch im Einrichtungshaus und Bizarro fuhr zu einem Pokerturnier nach Bregenz. 300 Euro hatte der Dillinger dabei - so hoch war der Einsatz, den jeder Spieler bei diesem Turnier einbringen musste. Nach unzähligen Pokerrunden hatte Bizarro 10 000 Euro gewonnen. Und dann packte es ihn.
Er dachte an Las Vegas. An das größte Pokerturnier der Welt, das er bisher nur im Fernsehen gesehen hatte - die „World Series of Poker“. Er dachte an die Gewinnsumme, die dort insgesamt ausgezahlt wird - 64 Millionen Dollar. An die über neun Millionen, die der Sieger erhält. „Ich hab damit immer geliebäugelt.“ Bizarro buchte einen Flug. Dann saß er in einer der großen Hallen. Um in herum versuchten etwa 1700 andere Spieler, ihre Gegner zu überlisten. Den Angstschweiß der anderen konnte er nicht riechen. Die Klimaanlage kühlte die Halle auf etwa 18 Grad. Die Augen der anderen konnte er nicht sehen. „Die meisten hatten ein Käppi und eine Sonnenbrille auf.“ Bizarro bezahlte 10 000 Dollar Startgeld. Die Wahrscheinlichkeit, dass er am Ende ohne einen Cent nach Hause fliegen könnte, war da.
Dann begann ein Pokermarathon. Zehn Stunden am Tag, sieben Tage lang. Der Dillinger versuchte, seine Gegner einzuschätzen. Spielte jemand eher auf Risiko? Dann musste man ihn ausspielen, anstacheln, zum Setzen großer Summen bewegen und am Ende doch überlisten. Spielte jemand sehr sicher? Dann ging der 42-Jährige nicht mit, wenn es um große Einsätze ging. Und wie spielte Bizarro selbst? „Mal aggressiv, mal piano - damit der Gegner nie wusste, ob ich gute oder schlechte Karten hatte.“
Zehn Stunden am Tag den Gegner einschätzen. Zehn Stunden volle Konzentration. Und zehn Stunden Rechnen: Welche Karten liegen auf dem Tisch, welche könnten noch ausgegeben werden - was für ein Blatt haben die anderen Spieler? Viele der Profis seien vorher Schachspieler gewesen, sagt Bizarro. Andere waren Professor an einer Universität. Bizarro leitet eine Gerüstbaufirma in München.
Am Tag sieben flog Bizarro aus dem Turnier. Er belegte damit den 644. Platz von über 6000 Teilnehmern. Sein Gewinn: 21 230 Dollar. Bizarro nahm das Geld, stieg ins Flugzeug zurück nach Deutschland. Er fuhr in ein Möbelgeschäft und kaufte sich seine neue Einrichtung.
Eigentlich könnte die Geschichte über Walter Bizarro an dieser Stelle enden. Doch: Was ist das für ein Mensch, der mal eben nach Las Vegas zum Pokern fährt? In Deutschland ist dieses Glücksspiel unter bestimmten Voraussetzungen verboten (siehe nebenstehender Text). Bizarro hat die Berufe Schlosser, Krankenpfleger und Gerüstbauer gelernt. Er hat in seinem Leben auch schon mal einen festen Job gekündigt, um dann einen Telefonbuchverlag zu gründen. „Ich war immer schon risikofreudig.“ Und bereit, auch mal alles auf eine Karte zu setzen.
Eine Karte, mit der man alles verlieren könnte. Geld, noch mehr Geld, das ganze eigene Geld. Bizarro sagt von sich, dass er nicht süchtig sei. Und: „Ich spiele nicht mehr mit dem Geld, dass ich verdient habe, sondern nur noch mit dem, dass ich gewonnen habe.“ Seit drei Wochen hat Walter Bizarro nicht mehr gezockt. Wer umzieht und neue Möbel aufbaut, hat keine Zeit zum Pokern.
http://www.augsburger-allgemeine.de/Hom ... ,4495.html
Glücksspiel - Der teure Traum vom großen Geld
Glücksspiel - Der teure Traum vom großen Geld
Das Geschäft mit der Hoffnung auf schnellen Reichtum läuft auf Hochtouren. Rund 30 Milliarden Euro geben die Deutschen inzwischen pro Jahr für Glücksspiele aus. Noch nie war der Run auf Casinos, TV-Anrufshows und Pokerrunden so groß – und die Gefahr so greifbar, abgezockt zu werden.
Achim Schotte sitzt in einem Billardcafé am Kölner Heumarkt. Der 44-jährige Hannoveraner mit den schulterlangen Haaren und der getönten Brille hat es sich an einem ovalen Pokertisch bequem gemacht. Er hat seinen Laptop aufgeklappt. Neben ihm steht eine Flasche Cola, eine Schachtel West liegt parat und ein silbernes Feuerzeug, darin eingraviert, wie Schotte sich nennt, wenn er pokert: Robbie Quo.
Es ist Montag, gegen vier Uhr nachmittags. Schotte alias Robbie Quo macht sich an die Arbeit. Er startet ein Pokerportal im Internet. 18.437 andere Spieler sind bereits auf der Web-Site und zocken um die Wette. Robbie Quo öffnet sechs Fenster, in jedem erscheint ein grüner Pokertisch. Er setzt jeweils 20 Dollar. Während die meisten seiner Gegner nur an einem Tisch spielen, pokert er gleich an sechs. Denn Robbie Quo ist kein Hobbyspieler, er ist Profi.
In rasantem Rhythmus werden Karten aufgedeckt, blinkende Dollar-Zeichen jagen über den Bildschirm. Robbie Quo klickt gelassen von einem Pokertisch zum anderen, erhöht den Einsatz hier, passt dort und hält Ausschau nach leichten Opfern. „Oh“, sagt er, „die Experten sind da.“ Mit „Experten“ meint er einen Mitspieler, der an 15 Tischen gleichzeitig spielt – mit jeweils 100 Dollar. Eindeutig ein Profi. „Mit so einem legt man sich besser nicht an“, sagt Robbie Quo und zieht sich von dem Tisch zurück. Dafür leuchtet an einem anderen Tisch „26$“ auf. Robbie Quo hat gewonnen. Macht umgerechnet 16 Euro, nach fünf Minuten.
Robbie Quo repräsentiert auf den ersten Blick eine Spezies, die schon immer im Halbdunklen und Verruchten, im Zwielichtigen und Fadenscheinigen gedieh und einen besonderen Reiz auf das übrige Publikum ausübte. Doch seit Millionen Menschen auch in Deutschland quer durch alle Gesellschaftsschichten dem Pokerspiel verfallen, sind Typen wie der Mittvierziger mehr als nur faszinierende Sonderlinge.
Der ewige Traum, ohne Arbeit über Nacht zu Reichtum zu gelangen, scheint zum Kennzeichen einer ganzen Generation geworden zu sein. Statt zum Wetten nach Großbritannien, zum Roulettespiel ins Casino oder zum Daddeln in die Spielhalle am Bahnhof zu fahren, reichen heute wenige Mausklicks, und schon rollt der Rubel. Dass die Gesetze der Wahrscheinlichkeitsrechnung solche Träume zerstören, dass unlautere Anbieter das Pech gar herbeizwingen, übersteigt vielfach die Vorstellungskraft.
......
Den ganzen Artikel gibs hier:
http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/ ... ld-302512/
Das Geschäft mit der Hoffnung auf schnellen Reichtum läuft auf Hochtouren. Rund 30 Milliarden Euro geben die Deutschen inzwischen pro Jahr für Glücksspiele aus. Noch nie war der Run auf Casinos, TV-Anrufshows und Pokerrunden so groß – und die Gefahr so greifbar, abgezockt zu werden.
Achim Schotte sitzt in einem Billardcafé am Kölner Heumarkt. Der 44-jährige Hannoveraner mit den schulterlangen Haaren und der getönten Brille hat es sich an einem ovalen Pokertisch bequem gemacht. Er hat seinen Laptop aufgeklappt. Neben ihm steht eine Flasche Cola, eine Schachtel West liegt parat und ein silbernes Feuerzeug, darin eingraviert, wie Schotte sich nennt, wenn er pokert: Robbie Quo.
Es ist Montag, gegen vier Uhr nachmittags. Schotte alias Robbie Quo macht sich an die Arbeit. Er startet ein Pokerportal im Internet. 18.437 andere Spieler sind bereits auf der Web-Site und zocken um die Wette. Robbie Quo öffnet sechs Fenster, in jedem erscheint ein grüner Pokertisch. Er setzt jeweils 20 Dollar. Während die meisten seiner Gegner nur an einem Tisch spielen, pokert er gleich an sechs. Denn Robbie Quo ist kein Hobbyspieler, er ist Profi.
In rasantem Rhythmus werden Karten aufgedeckt, blinkende Dollar-Zeichen jagen über den Bildschirm. Robbie Quo klickt gelassen von einem Pokertisch zum anderen, erhöht den Einsatz hier, passt dort und hält Ausschau nach leichten Opfern. „Oh“, sagt er, „die Experten sind da.“ Mit „Experten“ meint er einen Mitspieler, der an 15 Tischen gleichzeitig spielt – mit jeweils 100 Dollar. Eindeutig ein Profi. „Mit so einem legt man sich besser nicht an“, sagt Robbie Quo und zieht sich von dem Tisch zurück. Dafür leuchtet an einem anderen Tisch „26$“ auf. Robbie Quo hat gewonnen. Macht umgerechnet 16 Euro, nach fünf Minuten.
Robbie Quo repräsentiert auf den ersten Blick eine Spezies, die schon immer im Halbdunklen und Verruchten, im Zwielichtigen und Fadenscheinigen gedieh und einen besonderen Reiz auf das übrige Publikum ausübte. Doch seit Millionen Menschen auch in Deutschland quer durch alle Gesellschaftsschichten dem Pokerspiel verfallen, sind Typen wie der Mittvierziger mehr als nur faszinierende Sonderlinge.
Der ewige Traum, ohne Arbeit über Nacht zu Reichtum zu gelangen, scheint zum Kennzeichen einer ganzen Generation geworden zu sein. Statt zum Wetten nach Großbritannien, zum Roulettespiel ins Casino oder zum Daddeln in die Spielhalle am Bahnhof zu fahren, reichen heute wenige Mausklicks, und schon rollt der Rubel. Dass die Gesetze der Wahrscheinlichkeitsrechnung solche Träume zerstören, dass unlautere Anbieter das Pech gar herbeizwingen, übersteigt vielfach die Vorstellungskraft.
......
Den ganzen Artikel gibs hier:
http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/ ... ld-302512/
- Teute78
- ITP Allstar
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- Registriert: Dienstag 20. Februar 2007, 11:54
- Wohnort: Tilthausen
Im Osten biste doch mit dem Income schon Pro! Back to the roots!
So, wie es scheint spielt der aber SSS auf NL100, ansonsten wüßte ich nicht, wie sich da Leute mit $ 100 einkaufen können. Wobei 6 Tische NL100 SSS auch weit von Pro entfernt ist, es sei denn man spielt 10 Stunden täglich mit 2ptbb/100.
So, wie es scheint spielt der aber SSS auf NL100, ansonsten wüßte ich nicht, wie sich da Leute mit $ 100 einkaufen können. Wobei 6 Tische NL100 SSS auch weit von Pro entfernt ist, es sei denn man spielt 10 Stunden täglich mit 2ptbb/100.
"Freiheit schützt man nicht, indem man sie abschafft"
- Pokergin
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- Registriert: Sonntag 30. April 2006, 16:46
- Wohnort: Nürnberg
hat jemand gerade die Planetopia Reportage gesehen ?
Also ich hab nur die letztenpaar minuten gesehen.
Aussage mal wieder:
Poker ist verbunden mit Suchgefahr. Pokern ohne Gelldeinsatz is gut mit Geldeinsatz führt zur Sucht ! So in etwas danke für gnadenlos gut rechachierte Theman Sat 1 !
Also ich hab nur die letztenpaar minuten gesehen.
Aussage mal wieder:
Poker ist verbunden mit Suchgefahr. Pokern ohne Gelldeinsatz is gut mit Geldeinsatz führt zur Sucht ! So in etwas danke für gnadenlos gut rechachierte Theman Sat 1 !
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