Poker am Ende? Neuer Glücksspiel-Staatsvertrag
- Wüstenfuchs
- ITP Anhänger
- Beiträge: 168
- Registriert: Donnerstag 2. November 2006, 15:56
Der Text hört sich auf den ersten Blick nicht sonderlich positiv für uns an, aber so richtig verstehe ich den jetzt nicht!
Zum einen wird gesagt was deutsche Politiker wieder tolles wollen, aber zum anderen wird auch darauf hingewiesen, dass die EU einem Verbot nicht generell zustimmen will. Also was ist jetzt los?
Zum einen wird gesagt was deutsche Politiker wieder tolles wollen, aber zum anderen wird auch darauf hingewiesen, dass die EU einem Verbot nicht generell zustimmen will. Also was ist jetzt los?
- Sonataluna
- ITP Entertainer
-
- Beiträge: 795
- Registriert: Samstag 9. September 2006, 10:43
- Wohnort: Darmstadt
Es wird vor allem gesagt, dass all diese "positiven" Meinungen über den DEUTSCHEN Gesetzesentwurf von DEUTSCHEN Politikern vermeldet wurden, während von der EU nur kam "Da is noch nix entschieden".
Also typisches Panikmache von Politikern die erstmal versuchen die privaten Anbieter durch Abschreckung rauszubekommen.
Also typisches Panikmache von Politikern die erstmal versuchen die privaten Anbieter durch Abschreckung rauszubekommen.
Bill to Repeal UIGE Act May Be in the Works - Congressman Barney Frank Is Considering Bill
Massachusetts Representative Barney Frank is considering a bill that would repeal the Unlawful Internet Gambling Enforcement Act.
According to Reuters, a spokesman for Frank confirmed that the liberal Democrat is considering legislation that would repeal the entire UIGE Act.
The UIGE Act started to play havoc on the online poker industry as soon as President George Bush signed it into law in October. The bill, which targets online payment systems, caused many sites to flee, knocked millions of dollars off the values of a handful of publicly traded sites and eWallets, and more recently, is preventing thousands of online poker players from withdrawing their winnings from their preferred sites.
cardplayer
Massachusetts Representative Barney Frank is considering a bill that would repeal the Unlawful Internet Gambling Enforcement Act.
According to Reuters, a spokesman for Frank confirmed that the liberal Democrat is considering legislation that would repeal the entire UIGE Act.
The UIGE Act started to play havoc on the online poker industry as soon as President George Bush signed it into law in October. The bill, which targets online payment systems, caused many sites to flee, knocked millions of dollars off the values of a handful of publicly traded sites and eWallets, and more recently, is preventing thousands of online poker players from withdrawing their winnings from their preferred sites.
cardplayer
- Theoderich der Große
- ITP Allstar
- Beiträge: 1331
- Registriert: Dienstag 1. August 2006, 17:47
- Wohnort: germany
Wenn die echt noch den Staatsvertrag durchzudrücken versuchen nach dem Urteil neulich! Die müssen mit Klagen rechnen! Das der kein Bestand haben wird, ist sicher, trotzdem machen sie noch das Gesetz, um das Monopol noch 2-3 Jahre halten zu können. Das ist allerdings schon fast fahrlässig zu nennen, wenn es so käme.
2010: The 6-figure BR-Projekt
Euro Poker News: Turkey Restricts Online Poker
PokerRoom.com Exits Turkish Market
Turkish legislators have passed a law forbidding online gambling to be offered by any unauthorised domestic or foreign company to citizens in Turkey.
As a result, Austria-based Bwin, a “major player” in the region, suspended its business activities in Turkey that incorporated its PokerRoom.com brand. Other sites with a big Turkish customer base, such as BetssonPoker.com, are thought likely to follow suit.
Thanks to its increasingly affluent 70+ million population, Turkey is often regarded as fertile ground for the online gaming sites.
cardplayer.com
PokerRoom.com Exits Turkish Market
Turkish legislators have passed a law forbidding online gambling to be offered by any unauthorised domestic or foreign company to citizens in Turkey.
As a result, Austria-based Bwin, a “major player” in the region, suspended its business activities in Turkey that incorporated its PokerRoom.com brand. Other sites with a big Turkish customer base, such as BetssonPoker.com, are thought likely to follow suit.
Thanks to its increasingly affluent 70+ million population, Turkey is often regarded as fertile ground for the online gaming sites.
cardplayer.com
Wie war die Aussage der deutschen Politiker?
Tja, da war wohl mehr Wunschdenken am Werk:
EU-Kommission will private Anbieter von Sportwetten zulassen
Im Streit um die Zulassung privater Anbieter von Sportwetten hat die EU-Kommission nun eine schärfere Gangart eingelegt. Die laufenden Vertragsverletzungs-Verfahren gegen Deutschland, Finnland, Dänemark und Ungarn würden ausgeweitet, hieß es aus Brüssel. Die Verfahren waren vor knapp einem Jahr eingeleitet worden.
Im Kern geht es darum, dass einige EU-Staaten über Wettmonopole verfügen und für private Anbieter zahlreiche künstliche Hürden errichten. Bereits Anfang März stärkte der Europäische Gerichtshof private Anbieter bei der grenzüberschreitenden Vermittlung von Wetten: Er verbot Behinderungen durch nationale Regierungen. Die Richter erklärten ein italienisches Gesetz für ungültig, das private Anbieter von der Vergabe von Konzessionen für Sportwetten ausschließt.
http://www.euronews.net/index.php?page= ... 2740&lng=3
und
BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Kontroverse zwischen der Europäischen Kommission und der Bundesregierung über die Zulassung privater Anbieter von Sportwetten geht weiter. Die Behörde in Brüssel kündigte am Dienstag an, vor einer Entscheidung den geplanten Staatsvertrag der Bundesländer über das Wettmonopol genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Bundesregierung hat nun bis Ende Mai die Chance, die EU-Behörde von der europarechtlichen Unbedenklichkeit des staatlichen Lotteriemonopols in Deutschlands zu überzeugen.
Ob dies gelingt, ist offen. "Wir haben unsere Zweifel, ob der
Entwurf die europarechtlichen Bedingungen erfüllt", sagte der Sprecher von Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy. Berlin werde daher ein Schreiben mit der Bitte um detaillierte Informationen zugesandt. Das im April vergangenen Jahres eröffnete Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland werde damit weitergeführt. Damit droht weiter eine ultimative Aufforderung der Kommission zur Gesetzesänderung oder anderenfalls eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
"Wir müssen die neuen Umstände bei unserer Beurteilung berücksichtigen", ergänzte der Sprecher von McCreevy mit dem Hinweis auf den Staatsvertrag. Die Frist für eine Antwort betrage zwei Monate. "Wir wollen in der Lage sein, eine fundierte Entscheidung in diesem sensiblen Bereich zu treffen", erklärte er. Staatliche Glücksspielmonopole seien nach europäischem Recht zwar zulässig, doch dürften private Anbieter nicht einfach "draußen gehalten werden".
Dies ist ein Rückschlag für die deutschen Länder. Ihre Vertreter hatten sich in der vergangenen Woche nach einer Anhörung in Brüssel noch sehr zuversichtlich geäußert, dass die Kommission grünes Licht für das beabsichtigte Staatsmonopol und gegebenenfalls nur einige Auflagen verfügen werde. So hatte etwa der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Martin Stadelmaier, der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, die Länder würden mit "keinerlei Schwierigkeiten in Brüssel rechnen".
DJG/dmt/apo
Die Bundesländer sind nach einer Anhörung bei der EU-Kommission in Brüssel zuversichtlich, das von ihnen beabsichtigte Staatsmonopol durchsetzen zu können.
Tja, da war wohl mehr Wunschdenken am Werk:
EU-Kommission will private Anbieter von Sportwetten zulassen
Im Streit um die Zulassung privater Anbieter von Sportwetten hat die EU-Kommission nun eine schärfere Gangart eingelegt. Die laufenden Vertragsverletzungs-Verfahren gegen Deutschland, Finnland, Dänemark und Ungarn würden ausgeweitet, hieß es aus Brüssel. Die Verfahren waren vor knapp einem Jahr eingeleitet worden.
Im Kern geht es darum, dass einige EU-Staaten über Wettmonopole verfügen und für private Anbieter zahlreiche künstliche Hürden errichten. Bereits Anfang März stärkte der Europäische Gerichtshof private Anbieter bei der grenzüberschreitenden Vermittlung von Wetten: Er verbot Behinderungen durch nationale Regierungen. Die Richter erklärten ein italienisches Gesetz für ungültig, das private Anbieter von der Vergabe von Konzessionen für Sportwetten ausschließt.
http://www.euronews.net/index.php?page= ... 2740&lng=3
und
BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Kontroverse zwischen der Europäischen Kommission und der Bundesregierung über die Zulassung privater Anbieter von Sportwetten geht weiter. Die Behörde in Brüssel kündigte am Dienstag an, vor einer Entscheidung den geplanten Staatsvertrag der Bundesländer über das Wettmonopol genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Bundesregierung hat nun bis Ende Mai die Chance, die EU-Behörde von der europarechtlichen Unbedenklichkeit des staatlichen Lotteriemonopols in Deutschlands zu überzeugen.
Ob dies gelingt, ist offen. "Wir haben unsere Zweifel, ob der
Entwurf die europarechtlichen Bedingungen erfüllt", sagte der Sprecher von Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy. Berlin werde daher ein Schreiben mit der Bitte um detaillierte Informationen zugesandt. Das im April vergangenen Jahres eröffnete Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland werde damit weitergeführt. Damit droht weiter eine ultimative Aufforderung der Kommission zur Gesetzesänderung oder anderenfalls eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.
"Wir müssen die neuen Umstände bei unserer Beurteilung berücksichtigen", ergänzte der Sprecher von McCreevy mit dem Hinweis auf den Staatsvertrag. Die Frist für eine Antwort betrage zwei Monate. "Wir wollen in der Lage sein, eine fundierte Entscheidung in diesem sensiblen Bereich zu treffen", erklärte er. Staatliche Glücksspielmonopole seien nach europäischem Recht zwar zulässig, doch dürften private Anbieter nicht einfach "draußen gehalten werden".
Dies ist ein Rückschlag für die deutschen Länder. Ihre Vertreter hatten sich in der vergangenen Woche nach einer Anhörung in Brüssel noch sehr zuversichtlich geäußert, dass die Kommission grünes Licht für das beabsichtigte Staatsmonopol und gegebenenfalls nur einige Auflagen verfügen werde. So hatte etwa der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Martin Stadelmaier, der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, die Länder würden mit "keinerlei Schwierigkeiten in Brüssel rechnen".
DJG/dmt/apo
Ahhh das ist wie musik in meinen ohren! ich hoffe nur die politiker mit ihren diversen nebenjobs bekommen hier kräftig was aufn sack....bin schonmal auf die reaktionen gespannt, insbesondere von denen, die hier noch vollmundig verkündet haben, das alles klar geht mit ihrem abzockerstaatsvertrag!!!! 

If you're havin' girl problems i feel bad for you son
I got 99 problems but a bitch ain't one
I got 99 problems but a bitch ain't one
- timbo
- ITP Allstar
-
- Beiträge: 1099
- Registriert: Dienstag 13. September 2005, 22:49
- Wohnort: Düsseldorf
in schweden wurde das problem ganz anders gelöst.
dort gibt es jetzt einen online poker raum der von der schwedischen regierung kontrolliert wird. Bei Svenska Spel werden auch nur 2,5% rake fällig. finde ich auch fair.
von der größe her dürfte svenska spel mit prima und ipoker mithalten können. die software sieht auch gut aus.
dort gibt es jetzt einen online poker raum der von der schwedischen regierung kontrolliert wird. Bei Svenska Spel werden auch nur 2,5% rake fällig. finde ich auch fair.
von der größe her dürfte svenska spel mit prima und ipoker mithalten können. die software sieht auch gut aus.
EU-Kommission: Beschränkungen des Lotto-Staatsvertrags sind "unverhältnismäßig"
Im Streit zwischen Deutschland und der Europäischen Union um das staatliche Wettmonopol macht die EU-Kommission weiter Druck. Die Behörde setzte der Bundesregierung am heutigen Freitag ein neues Ultimatum von einem Monat, um auf Kritik gegen den geplanten Lotto-Staatsvertrag der Bundesländer zu reagieren. Ein entsprechendes Schreiben sei an Berlin versandt worden, teilte die Kommission mit. Brüssel stört sich an dem im Staatsvertrag vorgesehenen Verbot von privaten Lotterie- und Sportwetten-Anbietern im Internet. "Ein vollständiger Ausschluss ist unverhältnismäßig", hieß es.
Die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich Ende vergangenen Jahres mehrheitlich auf eine Verlängerung des staatlichen Glücksspielmonopols in Deutschland geeinigt. Lotterien, Sportwetten und Spielbanken sollen demnach für weitere vier Jahre nur Sache der Länder sein dürfen. Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor einen neuen Lotto-Staatsvertrag gefordert. Nach dem Urteil, das sich zunächst nur auf Sportwetten bezog, darf das Monopol nur erhalten bleiben, wenn der Staat die Werbung für Glücksspiele deutlich einschränkt und die Spielsucht der Bevölkerung stärker bekämpft.
Die EU-Kommission sei nicht prinzipiell gegen Beschränkungen im Glücksspielsektor, hieß es in Brüssel. Deutschland habe bislang aber keine ausreichenden Informationen geliefert, die eine vollständige Verbannung privater Anbieter im Internet rechtfertigen würden. Es gebe angemessenere Maßnahmen, um gegen die Spielsucht vorzugehen, aber auch, um Jugendliche zu schützen. Nicht zu verstehen sei außerdem, warum Sportwetten, Lotto- und Casino-Spiele verboten würden, nicht aber Wetten auf Pferde-Rennen.
Der private Sportwettenanbieter bwin, der noch zu DDR-Zeiten eine Erlaubnis zur Durchführung von Glücksspielen erhalten hatte, diese aber im vergangenen Jahr entzogen bekommen sollte, begrüßte die Stellungnahme der EU-Kommission. Das Verbot privater Internet-Anbieter verstößt gegen EU-Recht, sagte bwin-Direktor Jörg Wacker. "Wir haben nun die Chance, dass alle Beteiligten in Deutschland konstruktiv an einer Ausgestaltung des Glücksspielwesens arbeiten."
Der staatliche Lotto- und Totoblock sieht jetzt die Länder am Zug. "Wir sind zuversichtlich, dass die Bundesländer die noch offenen Fragen schnell klären und die Kommission von dem deutschen Weg überzeugen werden", erklärte Friedhelm Repnik, Geschäftsführer der federführenden Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. Zu den Produkten der Dachgesellschaft gehören unter anderem Lotto, ODDSET, GlücksSpirale und Toto. Der Gesamtumsatz im Jahr 2005 betrug 8,1 Milliarden Euro. (pmz/c't)
und
......
Auch Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy hat einen blauen Brief geschickt. Er bremst die Länder bei ihrem Drang zum lukrativen Monopol, das den Finanzministern weiterhin vier bis fünf Milliarden Euro im Jahr an Steuern und Abgaben beim Glücksspiel bringen soll. "Wir rechnen mit keinerlei nennenswerten Schwierigkeiten in Brüssel mehr", hatte der rheinland-pfälzische Staatskanzleichef Martin Stadelmaier Mitte März frohgemut verkündet, um nun eines Besseren belehrt zu werden.
Die Kommission setzt ein Verfahren gegen die Bundesrepublik wegen Verstoßes gegen die Dienstleistungsfreiheit in der EU fort. Binnen zwei Monaten müssen die Länder nun überzeugende Argumente für den Ausschluss privater Wettanbieter vorliegen, sonst gibt es kein Staatsmonopol. Auf 23 Seiten listet Binnenkommissar Charlie McCreevy auf, was ihm an der deutschen Glücksspielpolitik nicht passt. Sie sei widersprüchlich und inkonsequent. McGreevy stammt aus Irland, dort gehört Zocken zum Alltag. Er nimmt den Ministerpräsidenten nicht ab, dass es den Ländern nur darum gehe, die Spielsucht zu bekämpfen.
McCreevy rechnet im Detail vor, wie sehr die staatlichen Lottogesellschaften ihre Angebote in den vergangenen Jahren ausgeweitet haben. Hier neue Glücksspiele, dort neue Annahmestellen. Obwohl Casinos weit mehr zum Zocken verlockten als etwa Sportwetten, hätten die Länder ständig neue Spielbanken entweder selbst eröffnet oder zugelassen. Und der Bund habe zugelassen, dass in den privaten Spielhallen und den Gaststätten mehr Spielautomaten aufgestellt werden dürften. Auch das erhöhe das Suchtrisiko. McCreevy will nicht einsehen, dass weitaus ungefährlichere Sportwetten privater Anbieter verboten werden sollen.
Den Bundesländer gehe es gar nicht um den Schutz ihrer Bürger vor der Spielsucht, sondern vielmehr darum, Kasse zu machen, argwöhnt der EU-Kommissar. Dem Zocken seien in der Bundesrepublik nur 90.000 Leute verfallen, und das bei 20 Millionen regelmäßigen Lotto- und Totospielern.
Es gebe aber 13,8 Millionen Menschen mit Alkoholproblemen, zitiert McCreevy die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren. Nun müssen sich Wulff und seine Kollegen einiges einfallen lassen, um das geplante Monopol zu rechtfertigen. Derweil wollen einige Lottogesellschaften weiter expandieren. Der niedersächsische Lottochef Rolf Stypmann träumt gar von einem gemeinsam mit Kollegen aus anderen Staaten veranstalteten Eurolotto, das Jackpots von mehr als 100 Millionen Euro möglich machen soll. Da könnte dann auch Wulff per Tippschein sein Glück versuchen. Ein Staatsmonopol ließe sich aber so nicht begründen.
(sueddeutsche.de)
Im Streit zwischen Deutschland und der Europäischen Union um das staatliche Wettmonopol macht die EU-Kommission weiter Druck. Die Behörde setzte der Bundesregierung am heutigen Freitag ein neues Ultimatum von einem Monat, um auf Kritik gegen den geplanten Lotto-Staatsvertrag der Bundesländer zu reagieren. Ein entsprechendes Schreiben sei an Berlin versandt worden, teilte die Kommission mit. Brüssel stört sich an dem im Staatsvertrag vorgesehenen Verbot von privaten Lotterie- und Sportwetten-Anbietern im Internet. "Ein vollständiger Ausschluss ist unverhältnismäßig", hieß es.
Die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich Ende vergangenen Jahres mehrheitlich auf eine Verlängerung des staatlichen Glücksspielmonopols in Deutschland geeinigt. Lotterien, Sportwetten und Spielbanken sollen demnach für weitere vier Jahre nur Sache der Länder sein dürfen. Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor einen neuen Lotto-Staatsvertrag gefordert. Nach dem Urteil, das sich zunächst nur auf Sportwetten bezog, darf das Monopol nur erhalten bleiben, wenn der Staat die Werbung für Glücksspiele deutlich einschränkt und die Spielsucht der Bevölkerung stärker bekämpft.
Die EU-Kommission sei nicht prinzipiell gegen Beschränkungen im Glücksspielsektor, hieß es in Brüssel. Deutschland habe bislang aber keine ausreichenden Informationen geliefert, die eine vollständige Verbannung privater Anbieter im Internet rechtfertigen würden. Es gebe angemessenere Maßnahmen, um gegen die Spielsucht vorzugehen, aber auch, um Jugendliche zu schützen. Nicht zu verstehen sei außerdem, warum Sportwetten, Lotto- und Casino-Spiele verboten würden, nicht aber Wetten auf Pferde-Rennen.
Der private Sportwettenanbieter bwin, der noch zu DDR-Zeiten eine Erlaubnis zur Durchführung von Glücksspielen erhalten hatte, diese aber im vergangenen Jahr entzogen bekommen sollte, begrüßte die Stellungnahme der EU-Kommission. Das Verbot privater Internet-Anbieter verstößt gegen EU-Recht, sagte bwin-Direktor Jörg Wacker. "Wir haben nun die Chance, dass alle Beteiligten in Deutschland konstruktiv an einer Ausgestaltung des Glücksspielwesens arbeiten."
Der staatliche Lotto- und Totoblock sieht jetzt die Länder am Zug. "Wir sind zuversichtlich, dass die Bundesländer die noch offenen Fragen schnell klären und die Kommission von dem deutschen Weg überzeugen werden", erklärte Friedhelm Repnik, Geschäftsführer der federführenden Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. Zu den Produkten der Dachgesellschaft gehören unter anderem Lotto, ODDSET, GlücksSpirale und Toto. Der Gesamtumsatz im Jahr 2005 betrug 8,1 Milliarden Euro. (pmz/c't)
und
......
Auch Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy hat einen blauen Brief geschickt. Er bremst die Länder bei ihrem Drang zum lukrativen Monopol, das den Finanzministern weiterhin vier bis fünf Milliarden Euro im Jahr an Steuern und Abgaben beim Glücksspiel bringen soll. "Wir rechnen mit keinerlei nennenswerten Schwierigkeiten in Brüssel mehr", hatte der rheinland-pfälzische Staatskanzleichef Martin Stadelmaier Mitte März frohgemut verkündet, um nun eines Besseren belehrt zu werden.
Die Kommission setzt ein Verfahren gegen die Bundesrepublik wegen Verstoßes gegen die Dienstleistungsfreiheit in der EU fort. Binnen zwei Monaten müssen die Länder nun überzeugende Argumente für den Ausschluss privater Wettanbieter vorliegen, sonst gibt es kein Staatsmonopol. Auf 23 Seiten listet Binnenkommissar Charlie McCreevy auf, was ihm an der deutschen Glücksspielpolitik nicht passt. Sie sei widersprüchlich und inkonsequent. McGreevy stammt aus Irland, dort gehört Zocken zum Alltag. Er nimmt den Ministerpräsidenten nicht ab, dass es den Ländern nur darum gehe, die Spielsucht zu bekämpfen.
McCreevy rechnet im Detail vor, wie sehr die staatlichen Lottogesellschaften ihre Angebote in den vergangenen Jahren ausgeweitet haben. Hier neue Glücksspiele, dort neue Annahmestellen. Obwohl Casinos weit mehr zum Zocken verlockten als etwa Sportwetten, hätten die Länder ständig neue Spielbanken entweder selbst eröffnet oder zugelassen. Und der Bund habe zugelassen, dass in den privaten Spielhallen und den Gaststätten mehr Spielautomaten aufgestellt werden dürften. Auch das erhöhe das Suchtrisiko. McCreevy will nicht einsehen, dass weitaus ungefährlichere Sportwetten privater Anbieter verboten werden sollen.
Den Bundesländer gehe es gar nicht um den Schutz ihrer Bürger vor der Spielsucht, sondern vielmehr darum, Kasse zu machen, argwöhnt der EU-Kommissar. Dem Zocken seien in der Bundesrepublik nur 90.000 Leute verfallen, und das bei 20 Millionen regelmäßigen Lotto- und Totospielern.
Es gebe aber 13,8 Millionen Menschen mit Alkoholproblemen, zitiert McCreevy die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren. Nun müssen sich Wulff und seine Kollegen einiges einfallen lassen, um das geplante Monopol zu rechtfertigen. Derweil wollen einige Lottogesellschaften weiter expandieren. Der niedersächsische Lottochef Rolf Stypmann träumt gar von einem gemeinsam mit Kollegen aus anderen Staaten veranstalteten Eurolotto, das Jackpots von mehr als 100 Millionen Euro möglich machen soll. Da könnte dann auch Wulff per Tippschein sein Glück versuchen. Ein Staatsmonopol ließe sich aber so nicht begründen.
(sueddeutsche.de)
- Theoderich der Große
- ITP Allstar
- Beiträge: 1331
- Registriert: Dienstag 1. August 2006, 17:47
- Wohnort: germany
Mal ein EU-Kommissar mit Durchblick
Hört sich alles sehr gut an und das er in der Sache recht hat (Entwicklung des staatlichen Lottos, Thema Geld/Steuern vs. Spielsucht), das weiß sogar der gute Herr Wulf aus Niedersachsen, da kann man sich sicher sein. In dem geforderten Schreiben werden sie sicher nochmal alles aufbieten, da es um Milliarden geht. Es bleibt spannend, aber zumindest mehren sich die guten Nachrichten.
Hört sich alles sehr gut an und das er in der Sache recht hat (Entwicklung des staatlichen Lottos, Thema Geld/Steuern vs. Spielsucht), das weiß sogar der gute Herr Wulf aus Niedersachsen, da kann man sich sicher sein. In dem geforderten Schreiben werden sie sicher nochmal alles aufbieten, da es um Milliarden geht. Es bleibt spannend, aber zumindest mehren sich die guten Nachrichten.
2010: The 6-figure BR-Projekt
Wieder Knalleffekt in der Gücksspielszene: Wettbewerbsklage gegen vier Anbieter von Online-Poker.
Wien, 27. März 2007
Heute oder morgen kommt von der Wiener Kanzlei Höhne In der Maur der Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen private Anbieter von Online-Poker. Konkret geht es gegen bwin, Bet-at-Home, Interwetten und Cashpoint.
Sorge wegen einstweiliger Verfügung
Basis des Antrags ist eine seit Monaten vorbereitete Wettbewerbsklage der Firma Omnia Communications, die über ihre Website Zaster.com Quizspiele anbietet. Bevollmächtigter der Omnia ist PR-Berater Gert Schmidt.
Bei den Betroffenen herrscht durchaus Sorge, dass das Gericht der einstweiligen Verfügung stattgibt. Der EuGH würde das zwar wohl wieder aufheben – das jedoch braucht Zeit.
Vermutet wird eine konzertierte Aktion mit dem Ziel, die einträglichen Pokersites abzudrehen. Ein Insider: "Eigenartig, dass man im Vorstand der Casinos Austria schon davon ausgeht, dass der Antrag durchgeht.“ Es drängt sich die Frage auf, ob Schmidt, der gar keinen Online-Poker anbietet, nur vorgeschoben ist und dahinter auch Interessen des Monopolisten stehen.
http://www.oe24.at/zeitung/wirtschaft/article122167.ece
Wien, 27. März 2007
Heute oder morgen kommt von der Wiener Kanzlei Höhne In der Maur der Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen private Anbieter von Online-Poker. Konkret geht es gegen bwin, Bet-at-Home, Interwetten und Cashpoint.
Sorge wegen einstweiliger Verfügung
Basis des Antrags ist eine seit Monaten vorbereitete Wettbewerbsklage der Firma Omnia Communications, die über ihre Website Zaster.com Quizspiele anbietet. Bevollmächtigter der Omnia ist PR-Berater Gert Schmidt.
Bei den Betroffenen herrscht durchaus Sorge, dass das Gericht der einstweiligen Verfügung stattgibt. Der EuGH würde das zwar wohl wieder aufheben – das jedoch braucht Zeit.
Vermutet wird eine konzertierte Aktion mit dem Ziel, die einträglichen Pokersites abzudrehen. Ein Insider: "Eigenartig, dass man im Vorstand der Casinos Austria schon davon ausgeht, dass der Antrag durchgeht.“ Es drängt sich die Frage auf, ob Schmidt, der gar keinen Online-Poker anbietet, nur vorgeschoben ist und dahinter auch Interessen des Monopolisten stehen.
http://www.oe24.at/zeitung/wirtschaft/article122167.ece
Euro Poker News: EU Rules Against State Monopolies
France Is Sticking to Its Guns ... For Now
“The Italian criminal penalties for the collecting of bets by intermediaries acting on behalf of foreign companies are contrary to [European] community law.”
This sentence comes from a judgement made on the 6th of March by the European Court of Justice in the case opposing British firm Stanley Leisure Plc and Italy. The casino had opened a bookmaking shop there and was criminally charged with not having an Italian gaming license. They argued that their valid UK gaming licence was giving them the right to operate in Italy based on the freedom of services clause that prevails within the European Union. The Court of Justice favoured their stance.
The Court's decision is a milestone and will set a precedent for European countries running state-controlled gaming monopolies: Even if French authorities keep pursuing foreign gambling operators, it may now have little effect except for accentuating the gap between national and European rules. Sooner or later, harmonization will be needed, and it's Europe who will set the tone.
Nicolas Sarkozy, right-wing candidate running for the upcoming French presidential race is already acknowledging the fact that France's stance won't stand for long: “If the European laws prevail, we will have to tax the foreign betting companies.”
In the meantime, French authorities are willing to fire every bullet in the chamber to make sure that their monopoly is protected, and their anti-gaming law is respected. After meetings with the police, all the big French poker portals (news websites and communities such as ClubPoker.net) are currently in the process of removing their advertising banners and affiliate links. Even broadcasting of poker shows on TV is now scrutinized, because of the heavy advertising material featured in it.
cardplayer.com
France Is Sticking to Its Guns ... For Now
“The Italian criminal penalties for the collecting of bets by intermediaries acting on behalf of foreign companies are contrary to [European] community law.”
This sentence comes from a judgement made on the 6th of March by the European Court of Justice in the case opposing British firm Stanley Leisure Plc and Italy. The casino had opened a bookmaking shop there and was criminally charged with not having an Italian gaming license. They argued that their valid UK gaming licence was giving them the right to operate in Italy based on the freedom of services clause that prevails within the European Union. The Court of Justice favoured their stance.
The Court's decision is a milestone and will set a precedent for European countries running state-controlled gaming monopolies: Even if French authorities keep pursuing foreign gambling operators, it may now have little effect except for accentuating the gap between national and European rules. Sooner or later, harmonization will be needed, and it's Europe who will set the tone.
Nicolas Sarkozy, right-wing candidate running for the upcoming French presidential race is already acknowledging the fact that France's stance won't stand for long: “If the European laws prevail, we will have to tax the foreign betting companies.”
In the meantime, French authorities are willing to fire every bullet in the chamber to make sure that their monopoly is protected, and their anti-gaming law is respected. After meetings with the police, all the big French poker portals (news websites and communities such as ClubPoker.net) are currently in the process of removing their advertising banners and affiliate links. Even broadcasting of poker shows on TV is now scrutinized, because of the heavy advertising material featured in it.
cardplayer.com
- LuckyGirl77
- ITP Veteran
-
- Beiträge: 514
- Registriert: Donnerstag 26. Oktober 2006, 12:31
- Wohnort: München
Ich hoffe mal,das diesen ganzen Länder mit ihren Monopolen von der EU auf die Finger geschaut wird. Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich ... Jedes Land versucht die Einnahmen zu schützen und unter fadenscheinigen Argumenten zu verteidigen. Zum Glück gibts Grossbritannien, die einen guten Weg gefunden haben und drücken wir die Daumen, das sich dies in der EU durchsetzen wird, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert.
Noch ein Wort von mir zu den Casinos. Ich hätte in MÜnchen ja die Möglichkeit, auch abundzu ins Casino zu gehen und ein bissle Geld einzusetzen (wobei die Beträge dann schon hoch anfangen). Nur wenn ich mir all die Casinos mit ihren Leuchtreklamen und Tischen anschaue, da wundert es mich wenig, wenn viele Profi-Pokerspieler süchtig nach anderen Casino-Spielen sind. Da finde ich Online besser, da ich kaum von den anderen Spielen was mitbekomme und so nicht reingerissen werden kann. (wer könnte sich schon zurücknehmen, wenn ne Menschenmenge jubbelt und feiert und man teilhaben will und mitspielt. Ist ja auch das, was die Spielbanken wollen -> von wegen Suchtbekämpfung.)
Noch ein Wort von mir zu den Casinos. Ich hätte in MÜnchen ja die Möglichkeit, auch abundzu ins Casino zu gehen und ein bissle Geld einzusetzen (wobei die Beträge dann schon hoch anfangen). Nur wenn ich mir all die Casinos mit ihren Leuchtreklamen und Tischen anschaue, da wundert es mich wenig, wenn viele Profi-Pokerspieler süchtig nach anderen Casino-Spielen sind. Da finde ich Online besser, da ich kaum von den anderen Spielen was mitbekomme und so nicht reingerissen werden kann. (wer könnte sich schon zurücknehmen, wenn ne Menschenmenge jubbelt und feiert und man teilhaben will und mitspielt. Ist ja auch das, was die Spielbanken wollen -> von wegen Suchtbekämpfung.)
- Wüstenfuchs
- ITP Anhänger
- Beiträge: 168
- Registriert: Donnerstag 2. November 2006, 15:56
Ja, ja...Die gute alte staatliche Suchtbekämpfung. Wenn dem Staat wirklich irgendetwas an seinen Bürgern liegen würde, dann wären Zigaretten, Alkohol und Glücksspiel in jeder Form verboten. Aber so lange sich damit Steuern erzielen lassen, ist die Suchtgefahr dann doch nicht so hoch
Wundert mich allerdings, dass Marihuana in Deutschland immer noch nicht erlaubt ist...
Wundert mich allerdings, dass Marihuana in Deutschland immer noch nicht erlaubt ist...- Theoderich der Große
- ITP Allstar
- Beiträge: 1331
- Registriert: Dienstag 1. August 2006, 17:47
- Wohnort: germany
Trotzdem zwingt ein blinkender Automat mich ja nicht, an ihm zu spielen
Auch möchte ich nicht in einem Staat leben, der mir vorschreibt, was ich tun soll : Sprich , ich möchte auch das recht haben 5000Euro auf die 17 zu setzen, auch wenn ich davon nicht Gebrauch machen will
Illusorisch, besonders in Deutschland, wo man Regelungen und Verbote liebt
Man braucht niemanden ernst zu nehmen, der im Zusammenhang mit dem geplannten Staatsvertrag von Suchtbekämpfung spricht, alles Deckmantel, denn es geht um Milliarden
Auch möchte ich nicht in einem Staat leben, der mir vorschreibt, was ich tun soll : Sprich , ich möchte auch das recht haben 5000Euro auf die 17 zu setzen, auch wenn ich davon nicht Gebrauch machen will
Illusorisch, besonders in Deutschland, wo man Regelungen und Verbote liebt
Man braucht niemanden ernst zu nehmen, der im Zusammenhang mit dem geplannten Staatsvertrag von Suchtbekämpfung spricht, alles Deckmantel, denn es geht um Milliarden

2010: The 6-figure BR-Projekt
Suchtpotential zu hoch - Bundesamt verkündet:
Aus für alle Flatrates
Berlin - Nicht nur den berüchtigten Alkohol-Flatrates, sondern auch den gleichnamigen Pauschalangeboten im Internet droht jetzt das Aus. Das Bundesamt für Gesundheit hält das Suchtpotential für zu hoch.
"Drei Arbeitstage pro Jahr fehlen deutsche Arbeitnehmer bereits im Durchschnitt wegen Onlinespiel- oder Surf-Sucht", erklärt der Sprecher des Amtes, Hans-Peter von Oster. "Das kostet die deutsche Wirtschaft bereits über 50 Millionen Euro per anno." In Deutschland gäbe es schätzungsweise eine Million mediensüchtige Kinder und Erwachsene. Erst im vergangenen Jahr sei man durch mehrere Studien massiv auf das Problem aufmerksam geworden.
Klammheimliche Freude bei den Providern
Von Internet-Providern waren bisher noch keine ablehnenden Stellungnahmen zu hören. Branchenkenner vermuten, dass der Wegfall der Flatrates für die Provider lukrativ werde und von daher kein Protest zu erwarten sei. Auch die Speicherung der IP-Nummern sei - weil zu Abrechnungszwecken wieder notwendig - lückenlos möglich.
In USA sind bis zu 14 Prozent Internet-süchtig
Nach einer Studie von Psychologen der kalifornischen Stanford-Universität sind bis zu 14 Prozent der erwachsenen US-Bürger Internet-süchtig. Die Betroffenen würden nach eigenen Angaben zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, Chat-Räume besuchen, zwanghaft E-Mails lesen, und durch ihre Netzsucht auch Familie und Freunde vernachlässigen. "Wir machen uns Sorgen, wenn Personen ihre direkten Kontakte mit Mitmenschen durch virtuelle Kontakte ersetzen und in Folge dessen ihre Beziehungen leiden", wurde der Leiter der Studie, Elias Aboujaoude, am Donnerstag von der Zeitung "San Jose Mercury News" zitiert.
Das Stanford-Team hatte 2500 erwachsene Internet-User nach ihren Gewohnheiten vor dem Computer befragt. Das Problem sei viel weiter verbreitet, als bisher angenommen, meinten die Wissenschaftler. Es seien weitere Studien notwendig, um einen möglichen Zusammenhang von Netz-Sucht und Depressionen oder anderen krankhaften Erscheinungen zu untersuchen.
Fünf Prozent der Onlinespieler sind abhängig
Rund fünf Prozent der Nutzer von Online- Computerspielen sind nach einer Studie der Universität Mainz süchtig. Das sagt Soziologe Udo Thiedeke beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig.Für die Studie wurden 10 000 Computernutzer im Alter von 14 bis 25 Jahre befragt. "Die Hälfte davon ist sich der Sucht bewusst und verbringt mehr als 60 Stunden pro Woche im Internet". Die Betroffenen hätten auch im realen Leben Probleme, Kontakte aufzubauen. Sie betrachteten die Online-Welt auch als Ventil, um Herrschaft auszuüben, erklärt Thiedeke. Anders als zu Beginn des Internet-Zeitalters zählten heute auch junge Frauen zu den Internet- Abhängigen.
Neue Beratungsstelle für "Mediensüchtige"
Dennoch dürfe die Online-Welt nicht prinzipiell in Abrede gestellt werden. Das Kommunizieren im Internet kann nach Einschätzung des Forschers auch eine Schule für das reale Leben sein. "Das Online-Ich will gepflegt sein, sonst gehen meine Kontakte verloren und ich werde aus der Gruppe ausgeschlossen", sagte Thiedeke. Zwar könne sich ein Nutzer unter einem neuen Pseudonym anmelden, doch dann beginne er ohne soziale Kontakte bei null.
Abhängige von Computerspielen, Handy-Spielen und vom Internet können bislang nur in einer einzigen umfassenden Beratungsstelle für Mediensüchtige in Deutschland Hilfe finden. In Schwerin beraten zwei Psychologen Abhängige und deren Angehörige.
Sportwetten gefährden junge Männer
Auch Sportwetten stellen nach Ansicht von ExpertInnen eine besondere Gefahr für junge Männer dar. "Die glauben, ich als Mann habe sowieso Ahnung von Fußball und kann da meine Kompetenz einbringen", sagt die Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht, Ilona Füchtenschnieder. "Viele denken daher, das sind gar keine Glücksspiele. Doch das ist natürlich völliger Blödsinn."
Big Brother statt Big Mac
Das Bundesamt für Gesundheit hat bereits weitergehende Regelungen ins Auge gefasst: Pokerspiel, schnelle Autos und Pizza an Schulen könnten schon bald verboten werden. In Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder wird derzeit geprüft, ob Überwachungskameras in Schulhöfen helfen können, Nikotin- und Fastfoodsünder zu überführen.
http://rhein-zeitung.de/on/07/04/01/new ... ate.html?a
Aus für alle Flatrates
Berlin - Nicht nur den berüchtigten Alkohol-Flatrates, sondern auch den gleichnamigen Pauschalangeboten im Internet droht jetzt das Aus. Das Bundesamt für Gesundheit hält das Suchtpotential für zu hoch.
"Drei Arbeitstage pro Jahr fehlen deutsche Arbeitnehmer bereits im Durchschnitt wegen Onlinespiel- oder Surf-Sucht", erklärt der Sprecher des Amtes, Hans-Peter von Oster. "Das kostet die deutsche Wirtschaft bereits über 50 Millionen Euro per anno." In Deutschland gäbe es schätzungsweise eine Million mediensüchtige Kinder und Erwachsene. Erst im vergangenen Jahr sei man durch mehrere Studien massiv auf das Problem aufmerksam geworden.
Klammheimliche Freude bei den Providern
Von Internet-Providern waren bisher noch keine ablehnenden Stellungnahmen zu hören. Branchenkenner vermuten, dass der Wegfall der Flatrates für die Provider lukrativ werde und von daher kein Protest zu erwarten sei. Auch die Speicherung der IP-Nummern sei - weil zu Abrechnungszwecken wieder notwendig - lückenlos möglich.
In USA sind bis zu 14 Prozent Internet-süchtig
Nach einer Studie von Psychologen der kalifornischen Stanford-Universität sind bis zu 14 Prozent der erwachsenen US-Bürger Internet-süchtig. Die Betroffenen würden nach eigenen Angaben zu viel Zeit vor dem Computer verbringen, Chat-Räume besuchen, zwanghaft E-Mails lesen, und durch ihre Netzsucht auch Familie und Freunde vernachlässigen. "Wir machen uns Sorgen, wenn Personen ihre direkten Kontakte mit Mitmenschen durch virtuelle Kontakte ersetzen und in Folge dessen ihre Beziehungen leiden", wurde der Leiter der Studie, Elias Aboujaoude, am Donnerstag von der Zeitung "San Jose Mercury News" zitiert.
Das Stanford-Team hatte 2500 erwachsene Internet-User nach ihren Gewohnheiten vor dem Computer befragt. Das Problem sei viel weiter verbreitet, als bisher angenommen, meinten die Wissenschaftler. Es seien weitere Studien notwendig, um einen möglichen Zusammenhang von Netz-Sucht und Depressionen oder anderen krankhaften Erscheinungen zu untersuchen.
Fünf Prozent der Onlinespieler sind abhängig
Rund fünf Prozent der Nutzer von Online- Computerspielen sind nach einer Studie der Universität Mainz süchtig. Das sagt Soziologe Udo Thiedeke beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig.Für die Studie wurden 10 000 Computernutzer im Alter von 14 bis 25 Jahre befragt. "Die Hälfte davon ist sich der Sucht bewusst und verbringt mehr als 60 Stunden pro Woche im Internet". Die Betroffenen hätten auch im realen Leben Probleme, Kontakte aufzubauen. Sie betrachteten die Online-Welt auch als Ventil, um Herrschaft auszuüben, erklärt Thiedeke. Anders als zu Beginn des Internet-Zeitalters zählten heute auch junge Frauen zu den Internet- Abhängigen.
Neue Beratungsstelle für "Mediensüchtige"
Dennoch dürfe die Online-Welt nicht prinzipiell in Abrede gestellt werden. Das Kommunizieren im Internet kann nach Einschätzung des Forschers auch eine Schule für das reale Leben sein. "Das Online-Ich will gepflegt sein, sonst gehen meine Kontakte verloren und ich werde aus der Gruppe ausgeschlossen", sagte Thiedeke. Zwar könne sich ein Nutzer unter einem neuen Pseudonym anmelden, doch dann beginne er ohne soziale Kontakte bei null.
Abhängige von Computerspielen, Handy-Spielen und vom Internet können bislang nur in einer einzigen umfassenden Beratungsstelle für Mediensüchtige in Deutschland Hilfe finden. In Schwerin beraten zwei Psychologen Abhängige und deren Angehörige.
Sportwetten gefährden junge Männer
Auch Sportwetten stellen nach Ansicht von ExpertInnen eine besondere Gefahr für junge Männer dar. "Die glauben, ich als Mann habe sowieso Ahnung von Fußball und kann da meine Kompetenz einbringen", sagt die Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht, Ilona Füchtenschnieder. "Viele denken daher, das sind gar keine Glücksspiele. Doch das ist natürlich völliger Blödsinn."
Big Brother statt Big Mac
Das Bundesamt für Gesundheit hat bereits weitergehende Regelungen ins Auge gefasst: Pokerspiel, schnelle Autos und Pizza an Schulen könnten schon bald verboten werden. In Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder wird derzeit geprüft, ob Überwachungskameras in Schulhöfen helfen können, Nikotin- und Fastfoodsünder zu überführen.
http://rhein-zeitung.de/on/07/04/01/new ... ate.html?a
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste



