Lim Goh Tong stampfte in den 60er Jahren im malaysischen Dschungel das erfolgreichste Casino der Welt aus dem Boden und gehörte laut "Forbes" zu den Reichsten der Welt
Kuala Lumpur - Der legendäre malaysische "Casino-König" Lim Goh Tong ist am Dienstag im Alter von 90 Jahren gestorben. Ein Sprecher seiner Firma Genting Group teilte in Kuala Lumpur mit, der Multimilliardär sei in der Früh aus dem Leben geschieden. Am Abend werde es eine Erklärung dazu geben.
Lim hatte in den 60er Jahren einen Hügel im malaysischen Dschungel in das erfolgreichste Casino der Welt verwandelt. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs seine Gruppe stetig und umfasst heute zahlreiche Firmen, die an der Börse von Kuala Lumpur, Singapur und Hongkong notiert sind.
Lim nahm auf der Liste der reichsten Menschen des Magazins "Forbes" im Jahr 2007 den 204. Platz ein. Das Vermögen seiner Familie wird auf 4,2 Milliarden Dollar (2,96 Mrd. Euro) geschätzt. (APA/AFP)
Quelle: http://derstandard.at
Vorbestrafter darf Lotto-Gewinn nicht behalten
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Verfasst am: Do Nov 29, 2007 13:55
Vorbestrafter darf Lotto-Gewinn nicht behalten
Er kann einem richtig leid tun: Timothy Elliott aus dem US-Bundesstaat Massachusetts hat eine Million Dollar im Lotto gewonnen und darf den Gewinn aller Vorrausicht nach nicht behalten, weil er vor einem Jahr wegen einem unbewaffneten Banküberfall verurteilt wurde.
Elliott bekannte sich im Oktober 2006 schuldig und wurde mit fünf Jahren auf Bewährung bestraft. Der geistig etwas zurückgebliebene 50-Jährige musste sich in psychiatrische Behandlung begeben. Bei dem "Banküberfall", den er ohne Waffe ausführen wollte, hatte er nichts erbeutet.
In seinen Bewährungsauflagen heißt es, dass ihm fortan "jegliches Glücksspiel untersagt" sei. Den Gewinn aus einer Kaufhaus-Lotterie von einer Million Dollar, die ihm zu 50.000-Dollar-Beträgen in 20 Jahren ausbezahlt werden sollte, will ihm jetzt ein Gericht in Massachusetts streitig machen. Mitte Dezember soll es eine Anhörung geben. Den ersten Scheck konnte sich Elliott gerade noch abholen.
In Massachussets werden die Namen von Lottogewinnern automatisch mit Schuldnerlisten und der Polizeidatenbank abgeglichen. Wenn jemand mit Zahlungen oder Steuern im Rückstand ist, wird der Gewinn gepfändet. In Timothy Elliots Fall stehen die Gerichte allerdings vor einem Problem: Da der Mann wegen seiner Vorstrafe beim Abgleich auffiel und niemandem Geld schuldet, müsste der Richter bei einer entsprechenden Entscheidung festlegen, was mit dem Geld passiert.
Durchsuchung beim Spielautomatenhersteller Gauselmann
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Verfasst am: Sa Jan 12, 2008 21:50
Durchsuchung beim Spielautomatenhersteller Gauselmann
Deutschlands größtes Spielautomaten-Imperium, die Gauselmann-Gruppe aus Espelkamp, ist erneut in das Visier der Justiz der geraten. Mehr als 20 Fahnder der Bielefelder Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität durchsuchten Geschäftsräume der Gauselmann-Gruppe in Nordrhein-Westfalen, wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag berichtete. Es bestehe der Verdacht des illegalen Glücksspiels mit manipulierten Automaten. Die Geräte sollen vom Spielhallenpersonal oder via Internet steuerbar gewesen sein, so dass Gewinne gezielt ausgeschüttet werden konnten.
Aktuelle Nachrichten - Espelkamp (ddp.djn). Deutschlands größtes Spielautomaten-Imperium, die Gauselmann-Gruppe aus Espelkamp, ist erneut in das Visier der Justiz der geraten. Mehr als 20 Fahnder der Bielefelder Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität durchsuchten Geschäftsräume der Gauselmann-Gruppe in Nordrhein-Westfalen, wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag berichtete.
Es bestehe der Verdacht des illegalen Glücksspiels mit manipulierten Automaten. Die Geräte sollen vom Spielhallenpersonal oder via Internet steuerbar gewesen sein, so dass Gewinne gezielt ausgeschüttet werden konnten.
Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte auf ddp-Anfrage die Durchsuchung. Nach seinen Angaben handelt es sich um die inzwischen dritte Auflage eines Ermittlungsverfahrens. Das Unternehmen gehe davon aus, dass sich die Vorwürfe als unbegründet erweisen.
2006 hatte die Staatsanwaltschaft Augsburg den Tatbestand des illegalen Glücksspiels in Gauselmann-Spielotheken als gegeben angesehen, das Verfahren aber gegen Zahlung einer Geldbuße und weitere Auflagen eingestellt.
Der Brand im Casino-Hotel "Monte Carlo" in Las Vegas konnte eingedämmt werden. Von mehreren tausend Hotelgästen wurde niemand verletzt.
Glück in Las Vegas: Bei einem Großfeuer in einem Casino-Hotel der Spielerstadt im US-Bundesstaat Nevada wurde keiner der mehreren tausend Hotelgäste verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr gelang es einem Löschtrupp am Freitag nur eineinhalb Stunden nach Ausbruch des Brandes in den oberen Stockwerken des Hotels, die Flammen gänzlich einzudämmen.
Fernsehbilder zeigten über dem Luxushotel am berühmten Strip in Las Vegas dichten Rauch, der aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen war. Löschtrupps kämpften auf dem Dach des Gebäudes gegen die Flammen.
Das Gebäude und das daneben liegende Hotel "Bellagio" wurden evakuiert. Nach ersten Angaben des US-Nachrichtensenders CNN waren aber auch noch Menschen in dem Komplex eingeschlossen. Die Feuerwehr bestätigte diese Berichte allerdings nicht. Nach Angaben der Behörden wurde das Hotel komplett evakuiert.
Das Monte Carlo hat 32 Stockwerke mit über 3000 Zimmern, darunter zweihundert Penthousewohnungen in den oberen Etagen. Über 3000 Menschen arbeiten in dem Gebäude.
Das 32-stöckige Monte Carlo Resort ist eines der großen Casino Hotels entlang des als "The Strip" bekannten Las Vegas Boulevard. Das 1996 eröffnete 3000-Zimmer-Hotel liegt am südlichen Ende der Vergnügungsmeile. Die Dekoration lehnt sich an europäische Vorbilder an: Das Hotel soll auch Touristen mit schmalem Reisebudget die "europäische Eleganz" vermitteln.
Beim schwersten Hotelbrand in der Geschichte der Casinostadt im November 1980 kamen im MGM Grand Hotel 84 Menschen ums Leben. Mehr als 700 Gäste wurden damals verletzt. Las Vegas zählte im vergangenen Jahr über 40 Millionen Besucher.
Die Casinostadt mit dem 7,2 Kilometer langen Vergnügungs-Strip lockt vor allem mit Glücksspiel, Unterhaltungsshows und ausgefallenen Themenhotels. Die Stadt in der Wüste ist auch Ausgangspunkt für Ausflüge zum Grand Canyon National Park und zum Tal des Todes.
Hotelbrand auf dem Las Vegas Strip: Das Dachgeschoss des Casino Hotels Monte Carlo steht in Flammen.
Foto: AP
Airbus erwägt fliegende Kasinos
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Verfasst am: Fr Feb 15, 2008 11:48
Airbus erwägt fliegende Kasinos
von Raphael Minder (Hongkong)
Airbus prüft Kundenwünsche, sein Passagierflugzeug A380 als fliegendes Kasino anbieten. Man sei von potenziellen Käufern aus Asien auf diese Möglichkeit angesprochen worden, ließ der europäische Flugzeugbauer verlauten.
"Gespräche finden statt, nicht nur mit Kasinobetreibern", sagte Airbus-Manager François Chazelle, der die für VIP-Jets zuständige Abteilung leitet. Sollte bald eine feste Bestellung eingehen, könnte der erste A380 zwischen 2012 und 2017 als erstes komplett eingerichtetes fliegendes Kasino starten. Die Wartezeit für Airbus-Firmenjets beträgt derzeit fünf Jahre.
"Glücksspiel ist natürlich ein Wachstumsgeschäft in Asien, und dieses Interesse reflektiert die Ereignisse in Macau und Singapur", erklärte Chazelle. Macau hat Las Vegas als weltgrößte Glücksspielmetropole inzwischen abgelöst, Singapur will 2009 sein erstes Kasino eröffnen. "Die Idee von einem fliegenden Kasino ist schon früher erwähnt worden, aber jetzt scheint sie deutlich konkreter zu sein."
In weiten Teilen Asiens unterliegt das Glücksspiel strengen Auflagen oder ist sogar völlig verboten, beispielsweise in Thailand und China. Seit langem umgehen Firmen jedoch die Einschränkungen, indem sie etwa schwimmende Kasinos in den internationalen Gewässern vor Hongkong parken.
Die Gesetzeslücke sei natürlich ein Faktor, der hier eine Rolle spiele, sagte Chazelle, aber: "Ich denke, es geht mehr um den Reiz, eine derart außergewöhnliche Aktivität anbieten zu können." Der A380 sei das erste Flugzeug, das groß genug sei, einen vollständigen Kasinobetrieb zu bieten. "Wenn das vorher gegangen wäre, wäre es schon passiert. Da bin ich mir sicher", sagte Chazelle.
Flugverbindung zwischen Las Vegas und Macau
Der amerikanische Kasinobetreiber Sands plant aktuellen Medienberichten zufolge, eine eigene Flugverbindung zwischen seinen "Venetian"-Kasinos in Las Vegas und Macau anzubieten. Zwei Privatjets sollen dabei zum Einsatz kommen, die Passagiere können während des Flugs Baccara spielen. Wer als Kunde für einen Kasino-A380 infrage käme und ob Sands dazu gehöre, wollte Chazelle nicht sagen.
Man wisse nicht, ob einer der sechs lizenzierten Betreiber über den Kauf eines fliegenden Kasinos verhandele, sagten Behördenvertreter in Macau. Ein Kasinobetreiber sagte, die Regierung würde bei Glücksspiel in der Luft aller Wahrscheinlichkeit nach Bedenken haben, weil es nicht reguliert und nicht besteuert sei.
Sollten fliegende Kasinos in Asien starten, würden die Regierungen wahrscheinlich mit neuen Bestimmungen darauf reagieren, sagte Daniel Lehnberg von Asia Pacific Poker Tour. Der Trend gehe jedoch ganz eindeutig dahin, Verbote zu lockern und Glücksspiel in einem regulierten Umfeld zu genehmigen, so der Manager weiter. "Viele Länder wie Vietnam, Kambodscha und Taiwan haben gesehen, wie enorm viel Umsatz in Macau eingefahren wird", sagte Lehnberg. "Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben."
EU Estimates Size of European Online Gaming Market
The Kuwait News Agency yesterday reported British MEP Arlene McCarthy, chair of the European Parliament's Internal Market and Consumer Protection Committee (IMCO), as saying there were 3.3 million regular online gamblers in Europe gambling €5 billion.
The report said the IMCO hosted a hearing on the consumer and internal market aspects of online gambling and sports betting on Thursday. McCarthy is reported to have reiterated that while EU Member States have the right to set their own laws on gambling, no member state has the right to set hypocritical laws that discriminate in favour of domestic and government-owned operators.
Die südafrikanische Regierung steht kurz vor der Realisierung eines Gesetzes, das Onlinespiele legalisieren wird. Momentan sind derartige Internetangebote am Kap noch strikt untersagt, und zwar vor allem deshalb - so die offizielle Begründung - weil noch kein System existiert, das es der Industrie erlaubt, den Kunden optimal zu schützen.
Laut Themba Marasha, Chef des südafrikanischen "National Gambling Board", gibt es für Onlinezocker im Augenblick keinerlei Möglichkeiten, ihre Rechte gegen Onlineanbieter einzuklagen, "falls etwas schiefgehen sollte". Außerdem könnte nach der momentanen Rechtslage ein Spieler schnurstracks ins Gefängnis wandern, wenn er seine Ansprüche gegen einen Onlineanbieter publik machen würde.
Der aktuelle Gesetzesentwurf würde in dieser Hinsicht mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Laut Marasha würde die Regelung sämtliche Problematiken optimal abdecken: Websites könnten lizensiert werden, zugleich könnte südafrikanischen Spielern garantiert werden, dass sie in einem "gesicherten Umfeld" aktiv werden könnten. Überdies wolle man mit der neuen Regelung einen strikten Jugendschutz gewährleisten.
In Handels- und Industrieministerium in Kapstadt hegt man ebenfalls die starke Hoffnung, dass das Gesetz möglichst bald die Gremien passiert: Ein wichtiger Bestandteil der Regelung ist nämlich auch die korrekte Besteuerung der Anbieter, die voraussichtlich zusammengenommen jährlich eine zweistellige Millionensumme in die südafrikanische Staatskasse zahlen müssen. Allerdings zieht sich das Gesetzgebungsverfahren bereits seit einem Jahr hin. Beobachter rechnen nun allerdings mit einer sehr zeitnahen Umsetzung, da der Entwurf in Kürze der Nationalversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden soll.
EGBA-Expertenbericht für Öffnung des Online-Wettmarktes in F
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Verfasst am: Do März 20, 2008 10:52
EGBA-Expertenbericht für Öffnung des Online-Wettmarktes in Frankreich
Studie: Mehr Wettbewerb brächte günstigere Preise und höhere Steuereinnahmen
Die Öffnung von Online-Wettspielen für freie Konkurrenz in Frankreich wäre für die Konsumenten und öffentlichen Behörden positiv. Zu diesem Schluss gelangt ein Bericht des Pariser Universitätsprofessors Jean-Jacques Rosa, der von der European Gaming and Betting Association (EGBA) in Auftrag gegeben wurde. Gegenwärtig verfügen in Frankreich die staatlichen Betriebe "Pari Mutuel Urbain" (PMU) und "Francaise des Jeux" über ein Glücksspielmonopol.
Eine Öffnung des Wettmarkts würde laut Expertenbericht zu einem erweiterten Wettangebot für die Kunden zu günstigeren Preisen führen und damit auch die Steuereinnahmen des Staates erhöhen. Die EGBA vertritt die Interessen der führenden europäischen Online-Anbieter von Wetten und Glücksspielen wie Bet-at-home.com, bwin, Digibet, Carmen Media Group, Expekt, Interwetten, PartyGaming und Unibet.
Die EU-Kommission hat Paris mehrfach aufgefordert, das Glücksspielmonopol abzuschaffen. Frankreich hat sich verpflichtet, Brüssel noch vor Monatsende eine Antwort in der Frage zu geben. Die französischen Beschränkungen für ausländische Wettanbieter hatten 2006 bereits zur Verhaftung der Vorstände des börsenotierten österreichischen Sportwettenanbieters bwin in Südfrankreich geführt. Im Oktober hatte Frankreich in den Niederlanden die Verhaftung des Geschäftsführers des schwedischen Online-Wettanbieters Unibet, Petter Nylander, veranlasst und dadurch heftige Kritik ausgelöst.(APA)
Ausstellung in Karlsruhe: Glücksspiel von der Antike bis heu
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Verfasst am: Di Apr 01, 2008 11:48
Ausstellung in Karlsruhe: Glücksspiel von der Antike bis heute
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Die Kulturgeschichte des Glücksspiels reicht bis in die Antike zurück. Seit damals forderten Menschen aller Gesellschaftsschichten und Kulturen ihr Glück heraus - ob im glanzvollen Casino, in der zwielichtigen Schänke oder im privaten Hinterzimmer. Die verschiedenen Arten des Glücksspiels und seine speziellen Spielorte stellt die Ausstellung im Jahr, in dem das Zahlenlotto in Baden-Württemberg 50-jähriges Jubiläum feiert, in einem historischen Abriss von der vorchristlichen Zeit bis in die Gegenwart vor.
Die ersten Würfelspiele wurden bereits vor 5000 Jahren veranstaltet. Das Kartenspiel kam im 14. Jahrhundert vermutlich aus Asien nach Europa. Dass die Geschichte des Glücksspiels immer mit Reglements verbunden war, belegen diverse Erlasse und Verbote: Im Land Baden wurde das Zahlenlotto im Gegensatz zu anderen Fürstentümern nie eingeführt und ist in Baden-Württemberg erst seit 1958 offiziell gestattet.
Im 18. Jahrhundert übertraf das Roulettespiel die bisherigen Glücksspiele an Beliebtheit – der Adel traf sich regelmäßig in den so genannten „Spielhäusern“ und Casinos. Auch auf den Pferderennbahnen setzten die Wetter bereits um 1800 hohe Summen auf den Sieg ihres Favoriten. Noch heute werden Sportwetten gerne als Grenzfall zwischen Glücks- und Strategiespiel gesehen.
Dem Thema Spielsucht widmet die Ausstellung einen gesonderten Bereich und schließt mit einem Ausblick auf die Entwicklung des Glücksspiels nach 1958: Heute sind Onlinespiele und Poker bei Spielfans aktuell.
as Vegas - „Vielleicht habe ich ja einen guten Start“, hofft Jutta Schmidt aus Stuttgart und wirft eine Münze in den einarmigen Banditen. Sekunden später ist der Einsatz verloren, den Jackpot wird irgendwann ein anderer gewinnen. Doch auch wenn die Touristin kein Glück hatte – zumindest jede Menge Platz hat sie an diesem Vormittag auf den weitläufigen Casino-Flächen des noblen Bellagio-Hotels in Las Vegas.
Gelangweilt starren Roulette-Croupiers ins Leere und warten auf Kundschaft, die nicht kommen will. Im Poker-Saal sind von zwei Dutzend Tischen gerade einmal drei besetzt. Einsam sortiert ein Barkeeper vor leeren Sitzen seine Whiskyflaschen. In den angrenzenden Luxusboutiquen von Armani, Dior und Chanel vertreibt sich das Personal die Zeit mit Staubwischen. Und für die sonst üblicherweise ausverkaufte „Cirque de Soleil“-Show gibt es noch reichlich Karten.
Zwar werden sich am Nachmittag dann doch noch einige hundert Spieler zwischen den klingelnden „Slot-Maschinen“ und Blackjack-Tischen einfinden, doch der Katzenjammer ist in „Sin City“, der „Stadt der Sünden“, unübersehbar. Mit voller Wucht hat die Wirtschaftskrise den „Strip“ mitten in der Wüste Nevadas überrollt – und wo sonst die ganze Nacht Champagnerkorken knallen, macht sich unter Hoteliers, Angestellten und anderen gewerbetreibenden Zukunftsangst und Untergangsstimmung breit. In einer Stadt, wo früher Optimismus und gute Laune dominierten, regiert die Depression.
„Die schwierigste Lage, mit der wir jemals konfrontiert waren“, bekennt Gary Loveman, Chef des Casino- und Hotelgiganten Harrah`s. Rund um das Bellagio-Hotel mit der Prunk-Fassade und dem künstlichen See starren ein Dutzend Baukräne bewegungslos wie mahnende Zeigefinger in den Himmel – als Zeichen dafür, dass die guten Zeiten vorbei sind.
Denn die Arbeit an vielen neuen Projekten ist vorerst eingestellt, weil Banken und private Investoren kalte Füße bekommen haben. „Angesichts der hohen Öl- und Benzinpreise sparen die Leute vor allem, wenn es um Unterhaltung und Spielen geht“, erklärt Ökonom Jered McDonald den dramatischen Einbruch an Besucher- und Umsatzzahlen. In Restaurants wie dem Gourmet-Tempel „Jasmine“, wo die Peking-Ente für eine Person 79 Dollar (rund 50 Euro) kostet, bleiben immer öfter die Gäste aus.
Nahezu täglich meldet die Lokalzeitung „Las Vegas Review“ neue Hiobsbotschaften: Das „Cosmopolitan“, ein im Bau befindliches halbfertiges Mega-Resort in bester Lage, kann einen 900-Millionen-Dollar-Kredit der Deutschen Bank nicht mehr zurückzahlen und wartet auf einen finanzstarken Käufer. Das MGM-Grand-Hotel entlässt 400 leitende Angestellte. Die Arbeitslosenrate steht mit 6,2 Prozent auf einem Rekordniveau. Die Zahl der Konkurse von Gewerbe treibenden: Vervierfacht in nur einem Jahr.
Und die US-Fluggesellschaften, die Blutadern zu der Spieler-Metropole, kürzen drastisch ihre Flugverbindungen. Die Hotels und Casinos versuchen die bittere Erkenntnis, dass ihre Branche nicht rezessionssicher ist, mit hektischem Aktionismus zu kontern – wie durch dramatische Abstriche an den Übernachtungspreisen. Das schon etwas betagte „Sahara“ versucht derzeit, seine Zimmer mit Raten von 35 Dollar (22 Euro) pro Nacht zu füllen. Selbst im „Bellagio“, das nach Management-Angaben den Wirtschaftseinbruch noch am besten verkraftet hat, gibt es Deluxe-Zimmer für umgerechnet 65 Euro – Raten, von denen Urlauber vor zwei Jahren noch träumen durften.
Die südchinesische Casino-Metropole Macau verbucht fulminante Wachstumsraten. Doch zusehends wird der Erfolg der Zentralregierung in Peking suspekt. Einreisebeschränkungen sollen den Boom bremsen - mit bislang bescheidenen Resultaten.
Inmitten der Baccarat-Tische riecht es plötzlich nach Hühnchen und Reis. Acht ältere Männer, allesamt Chinesen aus der Volksrepublik, haben sich Essen ins Casino Lisboa in Macau bringen lassen. In ihren grau gewaschenen, ausgeleierten T-Shirts und mit übermüdeten Augen drehen sie sich nur für ein paar Minuten vom Spieltisch zur Seite. Hastig löffeln sie mit Stäbchen aus der weißen Fast-Food-Schale – um so schnell wie möglich die nächste Runde zu spielen.
Die Chinesen gelten als leidenschaftliche Zocker. Nicht einmal für die Mittagspause verlassen einige die Casinos in der Spielhochburg am südchinesischen Meer. Das gilt besonders für Besucher aus der Volksrepublik, die oft nur für einen Tag kommen. Zu Hause haben sie keine legale Gelegenheit, um Geld zu spielen. Macau, die Sonderverwaltungszone, die bis 1999 zu Portugal gehörte, ist der einzige Ort in ganz China, in dem Glücksspiel erlaubt ist. Im benachbarten Hongkong sind lediglich Pferdewetten zugelassen.
Dank der Begeisterung fürs Glücksspiel hat Macau in den vergangenen Jahren einen unbeschreiblichen Boom erlebt. Binnen einer halben Dekade hat sich der Umsatz der Casino-Betreiber fast verzehnfacht. Im ersten Halbjahr 2008 übertrafen die Erlöse aus dem Glücksspiel mit 59 Milliarden Patacas (4,9 Milliarden Euro) den gesamten Jahresumsatz 2006. Längst hat Macau das Spielerparadies Las Vegas in den USA überrundet. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 36.000 Dollar avancierte die kleine Enklave zu einer der reichsten Regionen Asiens.
15 Millionen Besucher zählten die Behörden im ersten Halbjahr in der 540.000-Einwohner-Stadt, drei Fünftel davon aus der Volksrepublik. Und die Expansion hält an: Ein Hotel nach dem anderen wird seit Monaten am Cotai-Strip, einem Streifen neu gewonnenen Landes im Süden der Halbinsel, eröffnet.
Doch in Peking sorgt der unaufhaltsame Aufschwung für Misstrauen. Die Zentralregierung will den Besucherstrom bremsen. Gleich zweimal wurden in den vergangenen Wochen die Einreisebestimmungen für Festland-Chinesen verschärft.
"Der Boom ging einfach zu schnell", sagt Davis Fong, der einen Lehrstuhl für Gaming Management an der Universität der Stadt betreut. "Das Wachstum ist so phänomenal, dass die chinesischen Behörden es abkühlen wollen", erläutert auch Lawrence Ho, Vorstandschef des Casino-Betreibers Melco. Der 31-Jährige ist ein Sohn der Casino-Legende Stanley Ho, der über 40 Jahre das Casino-Monopol in Macau hielt. Erst seit 2002 gibt es hier so etwas wie Wettbewerb.
Verdacht auf Geldwäsche
Fong weist auf einen zweiten Punkt hin, der die Zentralregierung beunruhigen könnte. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass hier illegales Geld aus dem Ausland gewaschen wird." Auch Analysten glauben, dass die chinesischen Behörden korrupten Beamten das Leben schwer machen wollen, die Bestechungsgelder bei einer Runde Black Jack waschen.
Anfang Juni wurde die Einreiseerlaubnis für Besucher aus Guangdong – aus der reichen Provinz direkt nördlich von Macau stammen viele der Spieler – auf einen Besuch pro Monat beschränkt. Einen sichtbaren Einfluss auf die Zockerzahlen hatte das nicht: Im Juni stieg ihre Zahl um 22 Prozent.
Seit einigen Wochen ist nun nur noch alle zwei Monate ein Besuch erlaubt. Zusätzlich reicht ab September ein Visum für Hongkong nicht länger für die Einreise nach Macau. Chinesen aus der Volksrepublik müssen für den Casino-Besuch eine separate Genehmigung beantragen. "Wir sehen das als starkes Signal, dass die Regierung ernstlich besorgt ist wegen des übernatürlichen Wachstums der Casino-Industrie in Macau", sagt Karen Tang, Analystin der Deutschen Bank.
Ein Experte einer europäischen Bank vermutet einen tieferen Grund. "Aus Pekings Sicht muss in Macau etwas schieflaufen. Es passt nicht zusammen, dass die Umsätze um 60 Prozent wachsen, aber keiner der Anbieter eine ordentliche Marge erwirtschaftet." Als "Massaker" beschreibt er den Wettbewerb der sechs Anbieter um Kunden.
Peking mischt sich ein
Die Zentralregierung kann es nicht einfach hinnehmen, dass sich die Anbieter wie Wynn, Sands oder Stanley Ho gegenseitig zerfleischen. Zu entscheidend ist die Branche für die Stadt geworden. Ein Viertel der Bevölkerung arbeitet hier, die Steuern und Abgaben der Casinos machen 80 Prozent der Staatseinnahmen aus.
In Macau werden die Direktiven Pekings teilweise dennoch als Einmischung gesehen. Schließlich gilt hier wie auch im benachbarten Hongkong das Prinzip "Ein Land, zwei Systeme". Der Stadtstaat folgt zwar bei Außenpolitik und Verteidigung der zentralen Linie, hat aber eine eigene Regierung, verabschiedet einen separaten Haushalt in eigener Währung und ist in Fragen der Presse- und Meinungsfreiheit deutlich liberaler als das Mutterland.
Und schließlich gibt es Zweifel, dass die Restriktionen auch Wirkung entfalten. Nicht nur ist mit Geschäftsvisa nach wie vor eine häufigere Einreise möglich. Auch eine andere Option bleibt: Besucher könnten nicht so oft kommen, dafür aber einfach länger bleiben, vermutet David Green, der in Macau für die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers den Bereich Gaming leitet.
Kaliningrad: Der Traum von "Las Vegas" speckt lang
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Verfasst am: Mo Aug 18, 2008 14:59
Kaliningrad: Der Traum von "Las Vegas" speckt langsam ab
Kaliningrad. Sieben Milliarden Euro - soviel soll die geplante und hochumstrittene Glückspielzone an der Ostsee bei Jantarnyj (Palmnicken) nun nach Informationen aus der Gebietsregierung noch kosten.
Das ist schon mal beträchtlich weniger als jene 19 Milliarden Dollar, die als Bausumme für das "Las Vegas an der Ostsee" bisher im Raum standen und seither von Kaliningrader Entwicklungs-Visionären aller Coleur fleißig nachgebetet werden.
Den Angaben zufolge will Moskau einen Teil des Projekts aus dem Staatshaushalt finanzieren - allerdings nur Investitionen der allgemeinen Infrastruktur wie Straßen, Ver- und Entsorgungssysteme und ähnliches.
Der Anteil des Staatsgeldes soll bei 15 Prozent der Gesamtbausumme liegen, für den Rest müssen Privatinvestoren aufkommen - wer auch immer. So gesehen, ist die Realisierung dieses Projekts nach wie vor von vielen offenen Fragen geprägt.
Aber träumen kann man ja schon mal: So sollen außer den eigentlichen Roulette-Casinos, Luxushotels, Spa-Tempeln und Golfplätzen auch ein Jurassic-Park (O-Ton: "mit mechanisch angetriebenen Sauriern") und ein Delfinarium entstehen.
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